Emotionale Jahreshauptversammlung bei der IGMS

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von links: Ingrid Lenders, 1. Vorsitzende, Christel und Salvatore Zanetti, Heint Conrad, Kassierer
Duisburg: Hochemmerich | Es war kein leichter Tag für die 1. Vorsitzende Ingrid Lenders und den gesamten Vorstand. Stand doch als einziger Diskussionspunkt die Frage zur Debatte: Sollen wir den Verein auflösen, oder nicht.

Nach den Formalien, Ehrung der Verstorbenen, Rechenschaftsbericht von Ingrid Lenders, dem Kassierer Heinz Conrad und dem Bericht der Kassenprüfung durch Barbara Tholl, wurde sich diesem Thema zugewandt.

Ursprünglich wurde die Interessengemeinschaft Margarethensiedlung gegründet, als Krupp Ende der 70er Jahre begann, die Siedlungshäuser zu verkaufen. Viele Bewohner der Siedlung hatten Angst, dass sie aus den Häusern ausziehen müssten, wussten nicht, wie mit Ämtern (Denkmalbehörde), mit den ganzen Formalien und Gesprächspartnern umzugehen.

Die IGMS bot hier Hilfe an. Bot sich als Gesprächspartner für Krupp an. Auch um durch Großeinkäufe günstigere Preise aushandeln zu können. Um durch gegenseitige Hilfestellung die Umbauten und Renovierungen der Häuser zu bewältigen. In den ersten Jahren war die IGMS ein zuverlässiger Partner bei allen anstehenden Fragen. Es folgten für die Geselligkeit Straßenfeste, Ernte-Dank-Feste, Nikolausfeiern für die Kinder, Touren mit dem Fahrrad, und vieles mehr.

Aber seit sich die Häuser alle in Privatbesitz befinden, alle Umbauarbeiten abgeschlossen sind, schwand das Interesse der Mitglieder immer mehr. Zudem ist es auch so, dass die damaligen Gründer und Mitglieder der IGMS auch älter wurden, in ein Heim oder zu ihren Kindern zogen, oder auch starben. Die Häuser wurden weiterverkauft, und nun nicht mehr nur an Kruppianer. Das ganze Umfeld änderte sich und auch das Interesse der Mitglieder. Am Ende musste der Vorstand bei den Ausflügen oder Veranstaltungen meistens mehr Gäste als Mitglieder begrüßen. Und Helfer zu gewinnen wurde immer schwerer. Aus diesen Gründen hat der Vorstand nach einer Klausurtagung im letzten Jahr beschlossen, den Verein aufzulösen.

„Es tut schon ganz schön weh, ausgerechnet im 40. Jahr des Bestehens den Verein aufzulösen.“ Glücklich macht das weder den Vorstand, noch die 1. Vorsitzende. Aber wie sagte ein Mitglied sinngemäß, wenn der Patient sterbend auf der Intensivstation liegt, dann kann Medizin ihn noch mal kurzfristig „aufputschen“, aber am Ende wird er doch sterben. Und mit einem Verein zu fusionieren, deren Mitglieder im Schnitt noch älter sind, als die IGMS Mitglieder, macht keinen Sinn. So entschieden die anwesenden Mitglieder.
Die Abstimmung ergab dann auch, dass bei einer Gegenstimme und vier Enthaltungen die Mitglieder für eine Auflösung stimmten. Zum Ende des Jahres wird nun zu einer Mitgliederversammlung „zwecks Auflösung des Vereins“ eingeladen.

Aber es gab an diesem Sonntagvormittag auch eine erfreuliche Handlung. Die 1. Vorsitzende konnte Christel und Salvatore Zanetti für 30 Jahre Vereinszugehörigkeit ehren. Irene Sonntag, 2. Vorsitzende, übergab die Vereinsnadeln, die 1. Vorsitzende gratulierte mit einem Blumenstrauß Christel Zanetti, und Heinz Conrad, Kassierer übergab ein Weingebinde an Salvatore Zanetti. Die Beiden sind das letzte Paar, das vom noch bestehenden Vorstand geehrte wurde.
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