Freundschaftssingen des MGV Sängerbund 1871 Duisburg-Wanheim war ein musikalisches Klangerlebnis

Anzeige
     

Ein gelungener Melodienreigen wurde nun beim Freundschaftssingen des MGV Sängerbund 1871. Duisburg-Wanheim geboten.

Neben dem gastgebenden Chor waren der MGV Sängerkreis 1858 Duisburg Buchholz, Chorleiter Ulrich van Ooy, und der Gemischte Chor Harmonie Rheinberg von 1860, Chorleiter Michael Wulf-Schnieders, in die bis auf den letzten Platz gefüllte Evangelische Kirche an der Friemersheimer Straße in Wanheim gekommen und boten den gut 200 Zuhörern, darunter auch die Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas, gut zwei Stunden lang herrliche Melodien dar.

Das Konzert stand und der musikalischen Gesamtleitung von Axel Quast, zugleich Chorleiter der Wanheimer Sänger. Alle Chöre brillierten durch ihre Stimmgewalt. Sehr schön war die Spannbreite und Klangfülle, die der Gesang bietet herauszuhören.

Die Gäste wurden von Pfarrer Friedrich Brand herzlich begrüßt, der diesen eine gute Unterhaltung bei dem Konzert wünschte.

Den Auftakt bildete ein wunderbares Medley, vorgetragen vom gastgebenden Chor, aus der Operette „Maske in Blau“ von Fred Raymond (Musik) sowie Heinz Hentschke und Günther Schwenn (Text), die im September 1937 am Metropol Theater in Berlin uraufgeführt wurde. Da gab es den gesamten Liederreigen von der „Julischka aus Budapest“ über „Mit Dir hab ich mein Glück gefunden“ bis hin zu dem Ohrwurm „Sassa“.

Der Dirigentenstab wurde gleich weitergereicht an den Gemischten Chor Harmonie Rheinberg, der einen kleinen Querschnitt seines Repertoires präsentierte nachdem Präsident Hans Klein den Chor vorgestellt hatte.

Dieser startete mit einer schönen Interpretation der „Pavane“ von Thoinot Arbeau aus dem Jahr 1589 und damit auf seine Ursprünge verwies, denn in den ersten 20 Jahren seines Bestehens war ein wesentlicher Bestandteil der musikalischen Chorarbeit die Pflege des Kirchengesangs, da es zu der Zeit noch keinen Kirchenchor in Rheinberg gab.

Es folgte ein sehr schönes „Solo“ der Chordamen mit dem weltberühmten Song der Everly Brothers aus dem Jahr 1958 „All I have to do is dream“.

Für Erheiterung sorgte das dritte Lied mit dem Titel „Nette Begegnung“, ein vermeintliches Rendezvous und zudem ein witziges Popstück von Oliver Gies. Das „Hallo hallo wie gehts wie stehts“ sangen auch die Konzertbesucher lautstark mit.

Es folgten die Buchholzer Sangesfreunde, die drei traditionelle „Männerchor Klassiker“ mitgebracht hatten.

„Frisch gesungen“
hieß es zunächst und mit Inbrunst erschall das „Hab oft im Kreise der Lieben im duftigen Grase geruht und mir ein Liedlein gesungen, und alles war hübsch und gut!“ von Friedrich Silcher und dem Text von Adelbert von Chamisso.

Grandios vorgetragen auch das „O Täler weit, o Höhen, o schöner, grüner Wald, du meiner Lust und Wehen andächt'ger Aufenthalt! - Da draußen, stets betrogen, saust die geschäft'ge Welt, schlag' noch einmal die Bogen um mich, du grünes Zelt!“ aus dem Volkslied „Abschied vom Walde“, komponiert von Felix Mendelssohn mit dem Text von Joseph Freiherr von Eichendorff.

Die dalmatinische Volksweise „Tri sulara su“ trugen die Buchholzer Sänger in der von Wilhelm Heinrichs überarbeiteten Version vor. Da wiegte man sich in südlichen Gefilden und die Gäste hakten sich ein und schunkelten zu der wunderbaren Melodie mit.

Die Stimmgewalt der beiden Männerchöre stellten diese gleich im Anschluss mit einem schönen Udo Jürgens Medley, in Erinnerung an den im Dezember 2014 verstorbenen Entertainer, unter Beweis. Unvergessen seine Schlager „Griechischer Wein“ und „Mit 66 Jahren“, die die Sänger zum Besten gaben und die von lang anhaltendem Applaus gekrönt wurden.

Nun folgte ein gemeinsames Singen aller Chöre und der Zuhörer im Kirchsaal.

Begeistert sangen alle Anwesenden die beiden bekannten Volkslieder „Hoch auf dem gelben Wagen“, 1922 vom Apotheker Heinz Höhne komponiert, dem ein um 1879 von Rudolf Baumbach verfasstes Gedicht als Textgrundlage diente. Herrlich der mehrstimmige Refrain „Aber der Wagen der rollt“.

Eine ganz besondere Note erhielt das Lied „Schwarzbraun ist die Haselnuss“, denn statt des üblichen „Duwiduwidi hahaha“ sangen alle Sänger die in Duisburg bekannte Variante „Lumpen, Eisen, Knochen und Papier – ausgeschlagne Zähne sammeln wir“ und dieses auch „a capella“ als das Lied schon längst zu Ende war.

Weiter im Programm ging es mit dem Evergreen aus dem Jahr 1959, der damals vom Hazy-Osterwald-Sextett interpretiert wurde, der „Kriminal-Tango“.

Der „Knall Effekt“ kam an der bekannten Stelle in dem Lied „In der Taverne, Dunkle Gestalten, Rote Laterne, Glühende Blicke, Steigende Spannung, Und in die Spannung, Da fällt ein Schuss“, als eben dieser lautstark durch die Kirche hallte.

Top Aktuell wurde es mit dem Lied „Santiano“, einem Traditional, das von der gleichnamigen Band wiederentdeckt, von den Rheinberger Sängern aber nicht minder stimmgewaltig vorgetragen wurde.

Melancholisch wurde es anschließend bei dem Lied „Dank an die Freunde“, der deutschen Fassung des englischsprachigen, geistlichen Liedes „Amazing Grace“ (Erstaunliche Gnade), 1772 komponiert von John Newton. Es zählt heute zu den beliebtesten Kirchenliedern der Welt.

Danach sah man alle drei Chöre auf der Bühne. Denn mit einem schönen Bezug auf das zwischen 1996 und 1999 in Duisburg beheimatete Musical „Les Miserables“ erklang das „Lied des Volkes“, auch bekannt als der „Barrikaden Song“. „Hört ihr wie das Lied erklingt!“ schallte es lautstark durch das Haus.

Der MGV aus Buchholz überzeugte anschließend noch einmal mit dem Lied „Wenn Zigeuner Hochzeit machen“ aus der Feder von Hans Blum. Und viele Zuhörer kannten noch die Version, die Siw Malmkwist im Jahr 1968 sang.

Mit dem wunderbaren „Das Ave Maria der Berge“ von Otto Groll, der als Chorleiter und Dirigent selbst Jahrzehnte lang erfolgreich mehrere Männerchöre im
Münsterland und im Ruhrgebiet leitete, wurden die Zuhörer in die Bergwelt der Alpen versetzt.

Chorleiter Ulrich van Ooy stellte hierbei auch sein sängerisches Können bestens mit seiner tragenden Stimme unter Beweis, die Kollege Axel Quast einem „Heldentenor“ gebührend bezeichnete.

Gemeinsam brachte man nun die Kirche wieder mit allen Anwesenden zum Singen und Klingen. Es erklangen die beiden bekannten Volkslieder „Lustig ist das Zigeunerleben“, einem Lied das bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts nachweisbar ist, und „Kein schöner Land in dieser Zeit“, das auf Anton Wilhelm von Zuccalmaglio zurückgeht und 1840 erstmals veröffentlicht wurde.

Nun kam es zu einer wunderbaren Reminiszenz an den Duisburger Komponisten Matthias Lixenfeld, dessen Lebenswerk von Axel Quast auch noch einmal kurz dem Publikum vorgestellt wurde. Denn die Wanheimer Sänger waren der Ansicht, etwas für die Duisburger Mundart, das „Duisburger Platt“ tun zu wollen.

Und dazu erklang in Duisburger Platt „die“ Hymne von Matthias Lixenfeld, die er seiner Heimatstadt Duisburg gewidmet hat. „Das war am Anfang der Probezeit gar nicht zu einfach,“ erklärte Chorleiter Axel Quast.

„Op min old Duisburg“


erklang in der Wanheimer Kirche und der Refrain wurde ebenfalls wieder von allen Konzertbesuchern mitgesungen.

Doch dann kam ein Moment, der für die Wanheimer ein ganz besonderer war, denn in der dritten Strophe sangen die Sänger einen von Hans Lipiak extra neu geschriebenen Text zur alten Melodie.

„Duisburg hätt so manchet Schöne,
Hafen, Wedau on ä Zoo.
Ok die neue Hild´brands Höhe
hier in Wanheim (gew´t sons nirgendswo).
Teiger ´n Törtel is´n Achterbahn,
leuchtet inne Owendstid.
Domet gefft getz Duisburg Wanheim an
on de Lütt, de komm´von nah on witt!“

Natürlich sang man im Refrain, dass man „Op min old Wanheim“ nex komme lässt.

Und ein weiteres, neues, heimatverbundenes Lied mit dem Titel „Du mein Revier“ erklang als Ode an das „Ruhr Revier“ zur Melodie „Wo die bunten Fahnen wehen“.

„Wo einst Fördertürme ragen, da stand meines Vaters Haus
wo heut andere Viertel stehen, da kenn ich mich sehr gut aus!“

„Lieder aus der Heimat wollen die Wanheimer Sänger auch künftig bewusst pflegen um unsere eigene Identität und unsere Herkunft auch musikalisch nach außen zu tragen.“ erklärte Axel Quast.

Zum Abschluss brachte der MGV Sängerbund 1871 noch einmal ein Trinklieder Potpourri. Aus dem "Bettelstudent" von Carl Millöcker erklang das „Trink uns zu“ und aus der „Fledermaus“ von Johann Strauss Sohn das Champagner-Lied „Im Feuerstrom der Reben“.

„Wohlan, wohlan, der Schlussgesang hebt an“ hieß es nun für Sänger und Zuhörer.

Den Höhepunkt der musikalischen Genüsse des gelungenen Freundschaftssingens bildete das Schlusslied, das alle Chöre darboten. Und mit der Auswahl hatte man wirklich „etwas festliches, klangvolles“ gewählt, das „Freude machen“ soll.

Die deutsche Version der von Sir Edward Elgar für seinen Marsch „Pomp and Circumstance March No. 1“ geschriebenen und 1902 veröffentlichten Hymne „Land of Hope and Glory“, in Deutschland eher bekannt als „Klänge der Freude“, wurde von den Sängern in eindrucksvoller Art und Weise gesungen und die Begleitung auf der Orgel des Gotteshauses durch Ulrich van Ooy war ein wahrer musikalischer Genuss.

Stehende Ovationen blieben hierbei nicht aus. Natürlich wurde auch die Bitte nach einer Zugabe von den Sängern mit dem Titel "Conquest of Paradise" erfüllt.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.