Ein Winter am Niederrhein

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Gänsewinter

Da kommen sie wieder wie jeden Winter
ein weiteres Mal,
die wilden Schwärme hungriger Gänse
aus den Frost starren Weiten
dort hinterm Ural.
Sie schwärmen im rhythmischen Flügelschlag
hundertfach über dem Rhein.
Ich sehe sie stürzen mit verhaltenem Schwung
im morgendlich fahlen Dämmerschein
in des Stromes graugrüne Niederung,
herab vom bleiernen Winterhimmel
direkt auf ein Uferland fast ganz ohne Gatter.
Welch wüstes Gewimmel! Welch wildes Geschnatter!

Doch gegen Abend
wenn das schweflige Licht,
bevor es versinkt,
sich in den gleitenden Wassern bricht,
kehrt reglose Stille ein
auf den Wiesen, unter den kahlköpfigen Weiden.
Und es glitzert der Rhein,
und es fällt leichter Schnee.
Dann träumen die Gänse vom Jenessej,
den sie des sibirischen Winters wegen
nun meiden.
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