Enkel tat es dem Opa gleich

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Sigi Peters schlug die Hände über den Kopf, er konnte sein Glück kaum fassen. Foto: Ralf Beyer

Es hat gerade einmal zwölf Minuten gedauert, da war der vom neuen Schießmeister Franz Arntzen gezimmerte Holzvogel auch schon wieder unten. Die Schützengesellschaft Borussia hatte damit einen neuen König in der neuen Heimat, denn erstmals wurde am Schützenhaus Kapaunenberg gefeiert.

Emmerich. Unter dem großen Fallschirm im Schatten des Schützenhauses hatten es sich die gut 180 Mitglieder und deren Gäste gemütlich gemacht. Wie zuvor 30 Jahre bei Hebben. Es war ein Neuanfang auf zunächst fremden Terrain. "Doch die Sebastianer haben alles mögliche getan, damit wir uns hier wohl fühlen", bemerkte Pressesprecher und Vorstandsmitglied Tim Blümlein. Ob es aber letztendlich die neue Heimat wird, steht noch in den Sternen. Das sollen die Mitglieder in gut zwei Jahren entscheiden.
"So wird das Bataillonsfest beispielsweise im PAN gefeiert", meinte Blümlein. Man wolle sich umtun, andere Lokalitäten testen und ausloten, wie diese zur Gesellschaft passten. Doch so wie es zurzeit aussieht, wird die Borussia wohl auch im nächsten Jahr am Kapaunenberg feiern. Montagabend freuten sich die Schützen jedenfalls über 280 Personen im Schützenhaus, wo am Samstag auch der Krönungsball gefeiert wird. Natürlich mit dem neuen Regenten. Zwei Bewerber hatten sich nach mehrmaligem Aufruf gemeldet, legten mit dem Kleinkalibergewehr auf den Holzvogel an. Das war zum einen der 34-jährige Rechtsanwalt und Zugführer des 19. Zuges, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feierte. Und zum anderen der 63-jährige Gastronom Franz Feyen, der vor zwei Jahren schon einmal den Kampf um die Königswürde verloren hatte.
Um 19.15 Uhr fiel der erste Schuss und nach ein paar Anfeuerungsrufen jubelten die Zugmitglieder von Sigi Peters, denn um 19.27 Uhr holte dieser den Vogel mit dem 19. Schuss von der Stange. "Das ist unbeschreiblich", sagte der neue Regent, der seine Freude nicht hinter den Tränen verbergen wollte. "Ich habe die Hände über dem Kopf geschlagen und gedacht, das darf nicht wahr sein." 40 Jahre nach seinem Opa Engelbert Peters nimmt nun Sigi Peters mit seiner Frau Melanie auf dem Thron Platz, die ihr Glück ebenfalls kaum fassen konnte. "Ich kann gar nicht aufhören zu weinen", sagte die neue Königin.
Gefreut haben sich an diesem Tage aber auch noch weitere Schützen. So nahm Josef Kremer von den Sebastianern den Ehrenpreis (Krone) mit nach Hause. Im Ringen um den Kopf war Jürgen Arntz erfolgreich. Den rechten Flügel holte sich Werner Benning, den linken Tim Roosendahl. Der Reichsapfel ging an Klaus Frentjen, über das Zepter freute sich Heinz Rudolf Heering.
Für seine 65-jährige Mitgliedschaft wurde Christian Beckschaefer ausgezeichnet. 60 Jahre halten Rolf Wiskamp, Klaus Meenen und Alfons Elbers der Borussia die Treue. Seit 50 Jahren gehören Alex Reinhard van Gülpen, Gregor Lensing-Hebben, Norbert loose, Werner König und Rolf Klotsch der Gesellschaft an. Auf 40 Jahre konnten die Schützen Michael Janssen und Hagen Willems zurück blicken.
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