Förderzentrum vor dem Aus?

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Foto: Beyer
In Nordrhein Westfalen sind bereits einige Förderzentren geschlossen worden. Das große „Stichwort“ heißt Inklusion. Für Regina Henke und ihre Kollegen vom Förderzentrum Grunewald, könnte dies bereits im nächsten Jahr bittere Wahrheit werden.

von betty schiffer

emmerich. Jetzt heißt es handeln. Und das wird auch getan. Von Seiten der Stadtverwaltung, von Seiten der Eltern, von Seiten der Belegschaft und auch von den Schülern des Förderzentrum Grunewald selbst. Ein offener Brief wurde in diesen Tagen an die Schulministerin Löhrmann geschickt, aufgesetzt von vielen Eltern, welche sich ebenfalls schon in einer großen Unterschriftenaktion gegen diesen Erlas stark gemacht haben und es noch immer tun. Der Knackpunkt beim Förderzentrum ist die Schülerzahl von 128 Schülern.
„Alle Förderschulen unseres Typs - also mit den Schwerpunkten auf Lernschwierigkeit, Sprachentwicklungsverzögerung und herausforderndem Verhalten - welche eine Schüleranzahl von mindestens 144 Schüler nicht gewährleisten werden geschlossen“, so Regina Henke. Dieser Erlas flatterte im September auf den Tisch der Schulleiterin. „Wir sind alle geschockt und wissen garnicht so recht wie uns geschieht“, erzählt die engagierte Schulleiterin. Der Erlas tritt am 1. August 2013 in Kraft.
Das Förderzentrum würde dann nicht am 1. August 2013 geschlossen, aber es würde sozusagen „auslaufen“. „Wir dürften dann keine neuen Schüler mehr aufnehmen und hätten somit ein Sterben auf Raten“. Am 4. Dezember gab es bereits eine Elternversammlung. „Auch dem Schulträger liegt sehr viel am Erhalt des Schulstandortes“, so Henke weiter. Der Witz an der Sache ist, dass vor noch garnicht allzu langer Zeit das Förderzentrum Grunewald eine Auszeichnung erhielt für herausragende Leistungen und die Verantwortung, die man im gesamten Stadtgebiet auch in den allgemeinen Schulen für Kinder und Jugendliche mit den genannten „Schwächen“ übernommen hat.
Grunewald ist ebenfalls ein Kompetenzzentrum, was bedeutet, dass Lehrer von hier aus in allen Emmericher Schulen tätig sind. „Ich weiß nicht ob es in den allgemeinen Schulen wirklich schon angekommen ist, dass es tatsächlich dazu kommen kann, dass sich dort demnächst auch um Schüler mit Lernschwierigkeiten, mit Sprachentwicklungsverzögerungen und herausforderndem Verhalten vermehrt gekümmert werden muss. Was ich auch verstehen kann“, so Regina Henke.

„Wir kümmern uns hier um jeden Einzelnen sehr individuell. Und die Schüler, die von anderen Schulen zu uns kamen, wissen ja wie es für sie dort war. Sie verstehen oftmals den Stoff nicht oder haben enorme Schwierigkeiten“. Dass den Schülern etwas an ihrem Zentrum liegt, haben sie ebenfalls schon bewiesen. So wurden einige von ihnen aktiv und sammelten bei Kaufland fleißig Unterschriften. Davon gibt es mittlerweile schon einen ganzen Stapel, der auch von den Eltern zusammen getragen wurde. Diese werden vermutlich im Nachgang noch an Frau Löhrmann geschickt, sobald der offene Brief dort zur Kenntnis genommen wurde.
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Andreas Bulkens aus Bedburg-Hau | 22.12.2012 | 23:02  
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