Knabe und Weihnachtsmann - Ein Gespräch -

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Knabe:
"Lieber, guter Weihnachtsmann,
was schaust du mich so böse an!
Kommst du nicht geradewegs vom Himmel
auf deinem Schlitten mit dem Rentier-Schimmel?
Und weißt du, was ich bei mir denke:
Du bringst mir herrliche Geschenke!
Warum schaust du nur so grimmig drein?
Ich war stets brav, wollt's zumindest sein."

Weihnachtsmann:
"Zur Heil'gen Nacht komm ich, wie immer.
Und was muss ich sehn? Es wird stets schlimmer,
was ihr Menschen voller Unbedacht
aus Gottes schöner Erde macht!
Die Ackerböden sind überdingt.
Die Gülle bis zum Himmel stinkt!
Die Felder voller Pestizid!
Die Tierwelt darbt und ist morbid.
Insektizide! Welches Verderben!
Sie lassen Falter und Bienen sterben.
Das Auto und die Fliegerei
verpesten die Luft mit Ce-O-Zwei.
Und was die beiden nicht hingerafft,
schaffen Industrie und Energiewirtschaft.
Das macht mich zornig, du musst's verstehen.
Gott gab euch die Erde nur als Lehen." -

Knabe:
"Ich versteh dich gut, o Weihnachtsmann.
Doch rechne das nicht uns Kindern an.
Zürne mit den Erwachsenen, den Großen,
den aus Profitgier Gedankenlosen.
Ich verspreche es dir in deine Hand:
Bin ich erst groß, wird's besser im Land.
Die Erde, sie wird wieder rein
und auch die Luft soll sauber sein.
Wir Kinder werden die Welt schon retten.
Du kannst mir glauben! Wollen wir wetten?
Ich verspreche dir auch nicht zu viel.
Komm, machen wir beide doch einen Deal:

Du lässt erstmal die Geschenke da.
Und kommst du wieder, soo . . . in zwanzig Jahr,
und findest die Welt nicht im rechten Tritt,
dann nimmst du die Gaben einfach wieder mit."
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Beate Haack aus Emmerich am Rhein | 13.12.2015 | 12:07  
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