La Gomera, die Felseninsel auf den Kanaren

Von Teneriffa aus schipperten wir für einen Tag mit der Fähre rüber nach La Gomera. Wir hatten die Insel von unserem Hotel aus ständig vor Augen, zum Greifen nah, jedenfalls, wenn der Himmel klar war. Sie reizte uns, aber sie ist auch schuld, dass ich Abend für Abend auf der Terrasse stand mit der Digi im Anschlag, um die blutrote Sonne beim Abschied zu fotografieren. An unserem ersten Abend auf Tenerife bot sie uns ein Schauspiel, das seinesgleichen sucht. Ich habe schon sehr viele Sonnenuntergänge erlebt und aufgenommen, aber dieser war allererste Sahne. Leider hatte ich dummerweise die Kamera nicht dabei, kommt selten vor, aber an diesem ersten Abend... tja.

Die Meinen trösteten mich mit all den kommenden Abenden, die noch vor uns lagen, aber nie mehr, nicht ein einziges Mal, zeigte uns die Sonne, was sie beim Schlafengehen in diesen Regionen alles drauf hat. Denn - La Gomera liegt im Weg.
Voll im Westen. Und die Sonne wanderte jeden Abend ein Stückchen mehr nach rechts (Westen) von uns aus und geruhte schließlich, ganz und gar hinter La Gomera zu verschwinden. Wenn wir Glück hatten, sahen wir noch ein bisschen verwischtes Abendrot beim Ertrinken im Meer.
Ich nahm es La Gomera ziemlich übel.

Und doch fuhren wir rüber.

Felsen. La Gomera scheint nur aus Felsen zu bestehen. Eine der ältesten kanarischen Inseln. Vulkangestein, klar. Aber so viele Felsen? Nur Felsen? Jetzt gerade setzt wieder eine neue Insel dort an zur Vulkangeburt. Wie heftig und oft muss es auf La Gomera gedonnert haben, als die Erde soviel Gestein aus dem Meer hoch geschleudert hat? Immer wieder? So lange, bis die Felsen sich hoch aus dem Wasser erhoben und höher und höher wurden? Bis Leben in diesem erstarrten Lava-Gestein möglich war?

Im Bus wurden wir von der Hauptstadt San Sebastián über die Insel gekarrt.
Serpentinen. Serpentinen, die in die Felsen gesprengt und befestigt worden waren. Irgendwann. Die armen Schweine, die diese Arbeit geleistet haben! Wieviele mögen das mit ihrem Leben bezahlt haben?

Ich saß am Fenster und habe fotografiert. Aber richtig raus gucken, ohne den Schutz der Kamera, fiel mir extrem schwer. Es ging entsetzlich hoch für meine Begriffe. Und immer schien der Bus nah am Abgrund zu balancieren.
Wie kann man hier leben? Fernab von allem? In dieser felsigen Einöde?
Wie kann man hier mal eben einkaufen oder die Kinder zur Schule oder zum Sport bringen? Und wenn man mal einen Notarzt braucht? Was dann?

Irgendwann waren wir raus aus den Felsen und erreichten den Nationalpark, der mit seinen Nebelwäldern, langen Bartflechten an moosbewachsenen Lorbeerbäumen unerwartet und fantastisch aus den Gesteinsmassen auftauchte.
Hier oben schien die Sonne und ließ exotische Pflanzen und Blumen blühen.

Wie in einer anderen Welt.
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Beatrix Gutmann aus Essen-Süd am 13.11.2011 um 21:30 Uhr  
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Annette Kallweit aus Düsseldorf am 14.11.2011 um 09:41 Uhr  
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