Pilger finden in Emmerich Unterkunft

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Aus dem Keller geht es zehn alte Stufen hinauf in das Haus. Foto: Jörg Terbrüggen

Mit dem Auto, dem Fahrrad oder dem Flugzeug sind längere Strecken problemlos zu bewältigen. Binnen kürzester Zeit ist man am Zielort. Wer sich jedoch auf Pilgerreise begibt, etwa den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostella laufen will, der hat viel Zeit im Gepäck und freut sich am Ende eines strapaziösen Tages über eine Herberge.

Es gibt zahlreiche dieser sogenannten Pilgerrouten. Auch von Hochelten führt eine über Emmerich und die andere Rheinseite nach Kalkar, Kevelaer und dem Weg weiter nach Roermond. Als sich im Februar diesen Jahres die St. Jakobus- und Johannes Gilde gründete, entstand recht schnell die Idee, in der Stadt am Rhein eine Herberge für die Pilger einzurichten. „Zufällig habe ich einen Artikel über die Gründung der Gilde in der Zeitung gelesen. In einem Nebensatz wurde erwähnt, dass man sich in Zukunft wünschen würde, eine Herberge in Emmerich einrichten zu können.“
Johannes Pickers und seine Frau Magdalena mussten eigentlich nicht lange überlegen. Das Obergeschoss des ehemaligen Landratshauses wurde seit längerem nur noch als Gästezimmer benutzt. „Eigentlich bräuchte das Haus eine zusätzliche Nutzung, und so kamen wir auf die Idee mit der Herberge“, erläuterte Johannes Pickers. Schnell entstand der Kontakt zum Gildemeister Dr. Hans Jürgen Arens. Und dann nahm alles seinen Lauf.
Die Pfadfinder halfen bei der Entrümpelung, ein neuer, pflegeleichter Laminatfußboden wurde verlegt und dank einiger Spenden konnten jetzt zwei bei der Lebenshilfe in Goch gefertigte, stabile Hochbetten angeschafft werden. Vier Pilger können hier nächtigen. Und die Aussicht ist einfach nur traumhaft. „Wenn man hier oben liegt kann man abends durch das Dachfenster sogar noch die Schiffe zählen“, schmunzelte Johannes Pickers.
Ein bezogenes Kopfkissen und ein frisches Bettlaken stehen den Pilgern zur Verfügung. Genächtigt wird in Schlafsäcken. Eine kleine Kochnische steht hier neben einer Kaffeemaschine den Gästen zur Verfügung. Auch ein separater Raum, in dem sich ein weiteres Bett befindet, bietet Platz für die Nacht. Eine Toilette und ein angrenzendes Bad lassen eigentlich keine Wünsche mehr offen.
Durch die Kellertüre gelangen die Pilger in das Haus auf der Rheinpromenade. „Arche Willibrord“ wird die Unterkunft künftig heißen, eine gelbe Kachel auf blauem Grund gilt als äußerliches Zeichen für die Herberge. Im infoCenter ist der Schlüssel hinterlegt, den ein Hospitalero in Empfang nimmt und den Pilger in das Haus begleitet. „Hier können, bei schlechtem Wetter, die Schuhe gegen Hausschuhe getauscht werden. Dann geht es über eine alte Treppe vorbei an Überresten der alten Stadtmauer ins Haus“, erläuterte Pickers.
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