So tickt der Mensch oder wie ein Gerücht entsteht

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Das Gerücht

Es schleicht verstohlen durch die Gassen,
tritt grinsend ein in jedes Haus.
Es ist zwar da, doch nicht zu fassen.
Man will's nicht glauben, kann's nicht lassen,
denn wenn das wahr, hält's keiner aus!

Ein Nachbar trägt's zum nächsten rüber,
drängt ihn, dass er verschwiegen sei.
Und der erklärt er tät nichts lieber,
denn ohnehin ständ' er darüber,
weil ihm Getratsch zuwider sei.

Doch kaum allein in den vier Wänden,
umgeben nur von dem Ondit,
reibt er genüsslich sich die Hände
und eilt, dass er nicht Zeit verschwende,
zum nächsten Nachbarn vis-a-vis.

Ein vages Wort geht auf die Reise,
wird zum Gerücht als stille Post,
zieht immer größer seine Kreise,
ein jeder tratscht auf seine Weise:
So gärt, was Fallobst war, zu Most.
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