Den richtigen Schub geben

Schüler und die Mitglieder des Vereins „inSchub“ arbeiten an der Rheinschule Hand in Hand. Schließlich geht es um die Eingliederung in das Berufsleben. Bei der Vorstellung sorgt die Band „Crash Down“ für Abwechslung. Foto: Jörg Terbrüggen
Rees. Er ist ein Mann der Worte, manchmal auch vieler Worte. Aber Klaus Lanzerath ist auch ein Mann, der andere begeistern kann, sie mitzieht und vor allem motiviert. „Perspek tive schafft Motivation“ lautet die Devise. Und erste Erfolge geben ihm recht.

Seit zwei Jahren kümmert sich Klaus Lanzerath an der Rheinschule in Rees um die Schüler, die auf dem Arbeitsmarkt kaum Chancen haben. So wird es zumindest immer behauptet. Dass es auch anders geht, beweist die Geschichte eines Schülers, der gerne Erzieher werden wollte. In seiner Freizeit aber beschäftigte er sich mit ganz anderen Dingen, von denen Klaus Lanzerath keinen blassen Schimmer hatte: Panteologie. Mit einer fünf in Mathe waren seine Aussichten gleich null und auch eine Nachfrage bei der einzigen deutschen Schule, an der Panteologie unterrichtet wird, ergab eine negative Einschätzung.
„Wir haben dann ein Video von ihm gedreht und auf sätmliche schriftlichen Bewerbungsunterlagen verzichtet. In dem Video hat er sich selbst vorgestellt. Heute ist er ein Überflieger an der Schule in Frankfurt. Man muss einfach in jedem Menschen nur das finden, was ihn besonders macht.“ Darum will sich der Verein „inSchub“ kümmern. Und hier kommt wieder Klaus Lanzerath ins Spiel.
Denn er ist der Coach, der die Jugendlichen abholt und sie in Einzelarbeit bis zum Entscheidungserfolg und einer individuellen Bewerbungstrategie begleitet. „Scheiße, hät ich mal habe ich schon genug von Schülern gehört. Sie müssen lernen im Team zu spielen, aber sie müssen auch lernen Vorlagen zu geben. Chillen ist schön, aber das bringt sie nicht weiter. Wir müssen ihnen zeigen, dass sie nicht mit weniger zufrieden sein müssen, wenn sie mehr erreichen könnten.“ So müssten sie schon bei der Praktikumssuche zielgerichtet vorgehen und diese Zeit nicht sinnlos verschleudern. „Die Schüler müssen sich eine Strategie schaffen, die sie ins Leben begleitet.“
In der achten Klasse beginnt der Coach mit der Arbeit, die im 9. Schuljahr intensiviert wird. „Dort fangen wir an Bewerbungen zu schreiben und in der 10. Klasse müssen sie eine definitive Entscheidung treffen.“ Dabei werden neben den betreffenden Lehrern auch die Eltern mit ins Boot genommen. Im Vergleich zu anderen Beispielen hört aber „inSchub“ nicht mit der Entlassfeier der Schüler auf. „Wir begleiten sie bis zur Berufsreife. Wir wollen Hilfe bieten, egal ob die Eltern das bezahlen können oder nicht.“
Doch leider steht die Politik dem Projekt nicht ganz so positiv gegenüber. „Sie dreht uns im Moment den Rücken zu und wir ringen im Moment um Verständnis bei der Politik. Mir ist es bisher leider auch noch nicht geglückt das Projekt in einer Schulausschusssitzung in Rees vorzustellen.“
Der Verein organisiert Betriebsbesichtigungen und Gespräche mit Stelleninhabern, um gezielt das Bewerbungscverfahren vorzubereiten und unentschlossenen Schülern entscheidungsrelevante Fakten an die Hand zu geben. So sind zwei Unternehmer im Verein angesiedelt: Markus Hövelmann als stellvertretender Vorsitzender und Bernd Hövelmann als Beisitzer. Vorsitzender ist Dr. Klaus de Groot, Naturwissenschaftler und Lehrer an der Rheinschule. Schatzmeister ist Lothar Krebs. Bei seinem Sohn gelang es, ihn in einer vernünftige Ausbildung zu bekommen, wie übrigens bei einigen weiteren Schülern auch.
„Ich finde, dass die Arbeit, die wir hier machen, wert ist, sich anzuschauen“, so Lanzerath abschließend.
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