"Deutsche trinken mehr Kaffee als Bier": Älteste Kaffeerösterei lädt ein

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Generationswechsel in der Traditionsrösterei Lensing & van Gülpen: Lutz Reinhart van Gülpen (links) und sein Vater Alex Reinhart van Gülpen (rechts) Fotos: Marjana Kriznik
 
Rohkaffee vor dem Rösten
Für Kaffeedurstige und alle, die sich fürs handwerkliche Rösten der aromatischen Bohnen interessieren heißt es am Samstag, 7. September: Hereinspaziert, schnuppern und probieren. Am Tag des Kaffees, öffnet die Emmericher Traditionsrösterei Lensing & van Gülpen ihre Türen: Von 9 bis 15 Uhr gibt es Führungen, bei denen Interessierte alles Wissenswerte zum Thema Kaffee erfahren können.

„Das Lieblingsgetränk der Deutschen ist Kaffee“, erzählt Alex Reinhart-van Gülpen, Geschäftsführer der ältesten Kaffeemanufaktur Deutschlands, der Rösterei Lensing & van Gülpen. „149 Liter davon hat jeder Deutsche im Durchschnitt im vergangenen Jahr getrunken und damit deutlich mehr Kaffee als Bier konsumiert“, weiß der Emmericher.

"Wir wollen zeigen, was wir tun."

Die Kaffeerösterei befindet sich bereits in der sechsten Generation in Familienbesitz. Im Jahre 1832 wurde sie als „Drogen- und Colonialwaren-Detailgeschäft“ gegründet.„Wir möchten am 7. September zeigen, was wir tun und wie aufwendig es ist, Kaffee handwerklich zu rösten“, erzählt der 64-Jährige, der seit 40 Jahren im Betrieb ist, davon seit 1975 als geschäftführender Gesellschafter. „Außerdem wollen wir das Image des Kaffees aufpolieren und erreichen, dass die Menschen uns als regionale Rösterei wahrnehmen“, umreißt er. Denn bishher haben Lensing & van Gülpen vornehmlich nationale Kunden im Feinkostbgereich bedient. Nun möchte das Traditionsunternehmen, dass die Menschen im Kreis die Rösterei mehr mit der Region verbinden, so wie es einst mit dem Javata-Kaffee der Fall war. „Kaffee wird unter Wert gehandelt, Kaffeepreise sind politische Preise, wie dies früher etwa bei Butter und Zucker der Fall war“, erzählt Alex Reinhart. „Handwerklich gerösteter Kaffee ist Industriekaffee haushoch überlegen“ so Alex Reinhart-van Gülpen. Und er fügt hinzu: „Das Gesundheitsbewußtsein der Menschen für Lebensmittel verändert sich.“ Der Preisunterschied für den handwerklich gerösteten Kaffee beträgt im Vergleich zum Industriellen etwa zehn Cent pro Tasse.

"Je niedriger die Temperatur, dest besser die Qualität."

So würden bei industriell gerösteten Kaffee 600 Kilogramm bei 600 Grad in 90 Sekunden „durchgeschleust“. „Wir rösten 250 bis 300 Kilogramm in der Stunde“, erzählt der schiedende Chef. Denn: Je länger bei niedriger Temperatur geröstet wird, desto höher sei die Qualität. Dass man den Unterschied schmecken kann, davon können sich die Besucher am Samstag, 7. September, überzeugen: Während der Führungen gibt es auch ein sogenanntes „cupping“, wie die Kaffee-Verkostung genannt wird.
„Kaffee ist viel gesünder, als immer angenommen wurde“ erzählt Lutz Reinhart van Gülpen, der den nächsten Generationswechsel im Unternehmen einläuten wird. Der 34-jährige Sohn Alex Reinhart- van Gülpens wird künftig die Geschicke der Firma leiten. Als Quereinsteiger hat er sich in den vergangenen zwei Jahren mit Kaffee beschäftigt, in Zürich an der Fachhochschule für angewandte Wissenschaft das Aufbaustudium „The Science an Art of Coffee“ absolviert. Er sammelte außerdem Erfahrungen bei einer Rösterei in Düsseldorf. „In Deutschland gibt es schon lange keine Ausbildung zum Röstmeister“, weiß der Vater zweier Kinder. Am übernächsten Samstag können die Besucher ebenfalls live erleben, wie Kaffee geröstet wird und sich außerdem über Kaffeevollautomaten informieren.

Führungen:

Bei den Führungen wird es auch um Wissenswertes zur Botanik der Kaffeepflanze und zum Handel gehen. Außerdem finden Demonstrationen zum Röstvorgang sowie Kaffee-Verkostungen statt. Für die Gruppen-Führungen ist eine Anmeldung per Mail oder Postkarte bis kommenden Montag erforderlich, da die Plätze begrenzt sind. Anmeldungen unter: Lensing & van Gülpen, Ostermayerstraße 1, 46446 Emmerich oder per Mail an Ivrglensing-und-van-guelpen.de. Bitte unbedingt Telefonnummer angeben!
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