Ein Symbol für ein neues Leben

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13 Familien holten sich gerstern an der Scheune von Wilhelm Nakath ihre Geburtenbäume ab. Der Heimat- und Verschönerungsverein Praest gab sie nun schon zum sechsten Mal aus. Foto: Ralf Beyer

Von wegen Frühling. Zwei Grad waren es gerade einmal am Samstagmorgen, als der Heimat- und Verschönerungsverein Praest zum nunmehr sechsten Male Bäume an die Eltern der im vergangenen Jahr geborenen Kinder ausgab.

Wer bei diesem Wetter an Garten denkt, dem läuft es sprichwörtlich eiskalt den Rücken herunter. Doch für das Wetter war der Verschönerungsverein Praest nicht verantwortlich. Statt T-Shirt und Sonnenbrille kamen die Eltern dann auch dick eingepackt und mit warmer Mütze zur Scheune von Wilhelm Nakath an der Reeser Straße, um sich dort die Geburtenbäume für ihre Sprösslinge abzuholen. Auf dem Arm oder im Kinderwagen verfolgten diese, natürlich dick eingemümmelt, das Geschehen.
Insgesamt 13 Bäume wurden ausgegeben. „Zwei haben sich abgemeldet, da sie über keinen Garten verfügen“, bemerkte Wilhelm Nakath. Bereits zum dritten Mal fand die Aktion jetzt schon an der Scheune statt, davor hatte man drei Mal auf dem Amtsplatz die Bäume ausgegeben. Daran konnte sich auch Tanja Becker noch erinnern. „Vor sechs Jahren war ich mit meinem Sohn da.“ Gestern nun durfte sich die sieben Monate alte Tochter Mara über einen Pflaumenbaum freuen. „Wir haben Gott sei Dank ein großes Grundstück“, so Tanja Becker.

Im Leben drei Dinge tun

Zum ersten Mal waren Melanie und Ralph Meijer dabei. Sie holten sich für ihre 15 Monate alte Tochter Mirijan einen Kirschbaum ab. Michael Rades war von der Aktion des Heimat- und Verschönerungsvereins total begeistert. „Ich habe so etwas noch nie gesehen, das ist super“, erzählte er dem Stadt Anzeiger. Für die neun Monate alte Lucy-Malin gab es einen Kirschbaum. „Man soll ja im Leben drei Dinge tun“, schmunzelte Guido Sanders-Vedder. Ein Haus habe die Familie bereits gebaut, Tochter Maja-Maria ist 13 Monate alt und nun pflanzt man eine Kastanie. „Ich finde die Aktion richtig gut.“
Als Symbol für ein neues Leben erachtet Stephan Kremer die Aktion. „Beides wächst zusammen auf.“ Auch wenn der Kirschbaum wohl schneller größer sein wird, bemerkte Mutter Kathy. Der neun Monate alte Felix wird vielleicht irgendwann einmal erfahren, dass seine Eltern diesen Baum für ihn gepflanzt haben. 2011 waren Frank und Sandra Kremer schon einmal in der glücklichen Situation, für Tochter Enara einen Baum pflanzen zu dürfen. Nun gab es für den sieben Monate alten Elias einen Kirschbaum. „Es ist eine schöne Erinnerung für die Kinder“, so Vater Frank.
Markus und Julia Meyer selbst sind Mitglieder im Heimat- und Verschönerungsverein. „Das ist eine nette Geste. So kann man später seinen Kindern sagen, dass der Baum vom HVV Praest ist. Vielleicht gewinnt man aber auch durch eine solche Aktion neue Mitglieder.“ Tochter Theda, knapp ein Jahr alt, hielt das Bäumchen und ihren Frosch dann auch gleich mal mit den Fingern fest.
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