"Wir wollen keine Gaffermentalität"

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Schulleiterin Inge Hieret McKay, Bürgermeister Peter Hinze, Hans Sterbenk vom Fachbereich Arbeit und Soziales und Uli Reining (v.l.) von der Kreispolizeibehörde gaben Auskunft. Foto: Ralf Beyer

Natürlich lag auch den Bürgern bei der Informationsveranstaltung im Stadttheater einiges am Herzen. Sie wollten wissen, wie lange die Einrichtung vor Ort bestehen bleibt, was es mit dem Plan B auf sich habe, wie viele Flüchtlinge sich in Emmerich aufhalten, wo sie herkommen und natürlich wie man helfen kann. „Wir müssen abwarten, wie lange die Notunterkunft in Emmerich bleibt“, meinte Bürgermeister Hinze. „Gesagt wurde uns ein halbes Jahr.“

„Wer sich aber die Flüchtlingsströme anschaut der kann sehen, dass es auch länger dauern könnte. Das Kontingent kann durchaus auch noch mal erhöht werden und dann müssten wir eine zweite Halle zur Verfügung stellen. Dazu könnte auch die Realschulturnhalle gehören.“ Die Frage nach der Erfassung der Flüchtlinge beantwortete Uli Reining. „Sie werden auch erkennungsdienstlich erfasst mit ihren Fingerabdrücken.“ Die Polizei sei gut gerüstet, wenn es Probleme geben sollte. „Es gibt Szenarien, auf die wir vorbereitet sind und die auch geübt werden.“
Eine Frau wollte wissen, wie die Schüler jetzt zum Sportunterricht kämen und ob sie alleine gingen. „Alle Schüler der Sekundarstufe 1 kommen zunächst in die Schule und laufen von dort gemeinsam zu ihrer Sportstätte. Die Jüngeren gehen dann wohl in die Realschule, die etwas Älteren in die Gesamtschule und Europa-Hauptschule“, so Schulleiterin McKay. Außerdem biete sich das PZ in der Schule an. Hier könnten Tischtennisplatten aufgebaut werden. Auch die Frage nach der Sicherheit wurde gestellt. „Wir hatten die Feuerwehr bei uns und es wird bald einen unangemeldeten Alarm in Sachen Brandschutz geben. Die Kinder sollen dann zu ihren neuen Aufstellpunkten, die sich durch den Zaun um die Halle ergeben.“
Dieser sei übrigens wichtig, so Hinze auf die Frage eines Bürgers nach der Notwendigkeit des Sichtschutzes. „Wir wollen hier keine Gaffermentalität. Außerdem dient sie der Privatsphäre auf beiden Seiten.“ Was können Bürger tun, die gerne helfen wollen? „Bitte kommen sie nicht persönlich zur Halle und sagen ich möchte helfen. Das nimmt unheimlich viel Zeit in Anspruch die wir so nicht haben.“ Andrea Schaffeld vom Theodor-Brauer-Haus: „Wir brauchen kurzfristig ehrenamtliche Kräfte, auch zum Einsatz in der Notunterkunft. Wir haben Zettel vorbereitet, auf die sie ihre Kontaktdaten schreiben können.“ Davon machten noch am Abend einige gebrauch. Einer sprach dann aus, was wohl alle an diesem Abend dachten. „Ich bin froh, dass ich als freier Bürger heute hier sitzen kann und nicht in der Notunterkunft sein muss.“ Für diese Aussage gab es viel Beifall.
Peter Beckmann-Richter von der Emmerich Werbegemeinschaft kam nach der Versammlung noch mit einem Anliegen in Sachen Telefonieren. „Ich würde mich freuen, wenn die Menschen, die rings um die Hansahalle wohnen, sich bereit erklärten, einen Router in ihrer Wohnung zu installieren für den Freifunk. Dann bräuchten die Flüchtlinge ihr Taschengeld nicht für teure Handykarten ausgeben. Wer so helfen möchte, kann sich bei der Wirtschaftsförderung melden. Sie bekommen dann einen Router zum Preis von 25 Euro.“ Sie müssten sich dann mit dem Freifunk in Verbindung setzen unter FFMAP.Freifunk-Rheinland.net. Schön war übrigens auch die Aktion der Emmericher Pfadfinder. Sie hatten spontan 150 Schokoladentafeln an die Flüchtlinge verteilt.
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