Die Zwei vom Freilandhof

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Dennis Jansen füttert die freilaufenden Hühner auf dem Freilandhof in Elten. Fotos: Jörg Terbrüggen
 
Karim Koppers schüttet das vorbereitete Futter für die Hühner in einen Eimer.

Der Skandal um mit Insektizieden belastete Eier aus Belgien und den Niederlanden hat in den letzten Tagen auch in Deutschland hohe Wellen geschlagen. Von Fipronil haben Karim Koppers und Dennis Jansen zwar schon gehört, doch sie mischen das Futter für ihre gut 50 Hühner noch selbst. Und die Eier der freilaufenden Tiere verkaufen sich zurzeit in Elten sehr gut.

In diesen Tagen können sich der 18-jährige Karim und der zwei Jahre jüngere Dennis über eine stetig wachsende Nachfrage freuen. Die beiden Jungunternehmer haben vor drei Jahren eine coole Idee gehabt. "Ich wollte schon immer Hühner haben, aber das hat sich halt nie ergeben", erzählte Karim Koppers. 2014 haben sie dann den Freilandhof ins Leben gerufen. Ein kleines Stückchen Grund, etwas außerhalb von Elten.
Hier konnte Karim die Hühner so halten, wie er es sich immer gewünscht hatte, nämlich artgerecht. Keine Legebatterien, keine engen Käfige, in denen die Hühner ihre Eier ablegen müssen. In einer kleinen, unscheinbaren Holzhütte sind die Tiere untergebracht. "Sie haben viel Platz bei uns, kriegen gutes Futter und haben Stroh in den Nestern, wo sie ihre Eier in Ruhe legen können." Karim und Dennis haben sich im Vorfeld genau informiert, wissen über die Pflege und die Fütterung sowie die artgerechte Haltung genau bescheid.
Und sie haben eine absolute Marktlücke erwischt. "Leckere Eier möchte doch jeder gerne haben", schmunzelte Karim. Mit 13 Hühnern, die sie von einem Geflügelhof in Kalkar gekauft haben, starteten die beiden Jungen aus dem Dorf. Tatkräftige Unterstützung gab es durch die beiden Opas. Der eine sorgte für das Grundgestell der Hütte, der andere stellte die nötigen Maschinen zur Verfügung. Doch das anfängliche Treibhaus entpuppte sich schnell als Fehlgriff, weil es dort im Sommer viel zu heiß wurde. Also wurde die erste Holzhütte gebaut.
Das blieb vielen nicht verborgen. Und die, die fragten, wurden schnell zu Kunden. Dass sich so etwas schnell in einer kleinen Gemeinde herum spricht, versteht sich von selbst. "Man kennt sich halt in Elten." Immer mehr wurde die Idee des Eierverkaufs verfeinert. "Wir haben von Anfang an eine eigene Facebook-Seite (Freilandhof Elten) gehabt", strahlte Karim. Nachdem immer mehr Leute auf sie aufmerksam wurden, kam die Idee mit dem Eierabo. Das können Interessierte abschließen und bekommen die frisch gelegten Eier frei Haus geliefert.
Seit einem halben Jahr gibt es zusätzlich noch die Eierklappe. Hier liegen Zehner- oder Sechserpackungen mit Eiern griffbereit, die gegen ein Endgeld mitgenommen werden dürfen. Außerdem gibt es sonntags einen Hofverkauf von 14 bis 18 Uhr, der allerdings an diesem Sonntag entfällt. Nun wollen die beiden Jungunternehmer einen größeren Stall bauen. "Wir haben da schon eine Fläche in Aussicht", so Karim. "Es wird ein komplett mobiler Stall." Allerdings müssen sie dann auch ein Gewerbe anmelden. Aber davor schrecken die beiden engagierten Jungen nicht zurück. Die eigene Futtermischung holt Karim Koppers aus dem großen Behälter.
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