Spatenstich für das neue Wasserwerk

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Kräftig in die Hände gespuckt haben Ingo ten Brink (Bauunternehmung Tönnissen)., Stadtwerke-Geschäftsführer Udo Jessner, Bürgermeister Johannes Diks und Aufsichtsratsmitglied Jan Ludwig (von links). (Foto: Privat)

Bagger und Baukran sind bereits vor Ort, der symbolische erste Spatenstich ist getan. Nun kann mit dem Neubau des Wasserwerks am Kapellenberger Weg begonnen werden. Das „weiche Wasser“ bringt aber auch eine moderate Erhöhung des Wasserpreises mit sich.

Wasserkocher und Kaffeemaschine können aufatmen. Ab Anfang 2017 fließt „weiches Wasser“ durch die Emmericher Leitungen. Rund 600 000 Liter sollen im neuen Werk „Helenbusch II“ am Kapellenberger Weg in Zukunft pro Stunde aufbereitet und den Emmericher Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden.
Dabei wird das Wasser nicht nur von Schwebstoffen oder Metallpartikeln wie Eisen und Mangan befreit, sondern mit einer modernen Enthärtungsanlage auch entcarbonisiert. So soll die derzeitige Härte des Emmericher Wassers von rund 18 Grad deutscher Härte auf 12 Grad abgesenkt werden. Das freut nicht nur die verkalkten Elektrogeräte, auch „der Tee verträgt so hartes Wasser nicht“ verriet Stadtwerke Geschäftsführer Udo Jessner.
„Nitrat muss nicht entfernt werden“, so Jessner weiter, „mit weniger als 20 Milligramm liegt das Emmericher Wasser weit unter den zulässigen Grenzwerten“. Das liegt auch an der guten und direkten Zusammenarbeit mit den ansässigen Landwirten, die einen Kooperationsvertrag mit den Stadtwerken geschlossen haben und auf die übermäßige Düngung ihrer Felder verzichten.

Erweiterung war nicht möglich

Rund zehn Millionen Euro investieren die Stadtwerke in das neue Wasserwerk und somit in die Zukunft der Wasserversorgung der Stadt Emmerich. Eine Erweiterung des bestehenden Werkes am Standort Helenbusch war aufgrund der Lage im Naturschutzgebiet und fehlender Genehmigungen nicht möglich, daher entschied man sich zum Neubau der Anlage am Kapellenberger Weg. Ein totales Aus für den Helenbusch gibt es aber nicht. Die Wasserförderung bleibt am alten Standort. Aus den sechs Brunnen wird das Wasser dann von dort und auch aus den Vrasselter Brunnen direkt zum Kapellenberg gepumpt und dort aufbereitet.
Eine Stichleitung aus Vrasselt sorgt dabei auch für eine gute Anbindung der Südstaaten an das neue Wasserwerk. Die Zentralisierung betrifft somit das gesamte Emmericher Stadtgebiet und auch die Südstaaten, die im Moment sogar mit noch etwas härterem Wasser zu kämpfen haben, dürfen sich in Zukunft über weiches Wasser freuen.

Anfänge der Wasserversorgung

Bürgermeister Dicks erinnerte an die Anfänge des Wassers und der Wasserversorgung von Emmerich, die erst etwa 1920 in allen Häusern Einzug hielt. Dabei handelte es sich jedoch um lediglich einen Anschluss pro Haushalt und ausschließlich kaltes Wasser. Immerhin wurden bereits damals rund 750 000 Kubikmeter Wasser aufbereitet. 1956 konnte dann schließlich das heutige Werk im Helenbusch in Betrieb genommen werden, was mit rund 1,6 Millionen Kubikmetern auch fast 60 Jahre nach Inbetriebnahme noch die Trinkwasserversorgung für Emmerich sichert.
Das neue Werk soll ähnlich lange halten und das nächste Kapitel der Emmericher Wassergeschichte schreiben. Der Grundstein ist gelegt. Für die anstehende, 18 monatige Bauphase wünscht sich Stadtwerke Aufsichtsratsvorsitzender Jan Ludwig „nur positive Wasserstandsmeldungen.“
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