Ärger um die Emmericher Mauer

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Die Aussicht könnte bald weg sein, wenn die sechs Meter hohe Mauer tatsächlich kommt. Foto: Jörg Terbrüggen

"In Berlin haben sie die Mauer abgebaut, hier baut man sie wieder auf." Robert Stamm ist stinksauer. Denn hier an der Wohnung Richtung Neumarkt will man eine 6,10 Meter hohe Mauer errichten. Ein paar Meter von den Balkonen der Mieter entfernt.

Das könnte nun neuen Ärger für das geplante Schoofs-Vorhaben am Neumarkt bedeuten. Nachdem man sich über viele Monate mit der Abstandsregelung herumgeschlagen hat, droht nun neuer Ärger. Denn im Vorentwurf der 89. Änderung des Flächennutzungsplanes "Neumarkt" ist eben eine solche Mauer vorgesehen. Das traf die überwiegend älteren Mieter wie der Schlag.
"Die reden immer davon, Emmerich zu verschönern. Aber doch nicht mit solch einer Mauer." Robert Stamm versteht die Welt nicht mehr. Denn die Wohnungen der Emmericher Baugenossenschaft bieten zurzeit noch genügend Ausblick. Den hatten sie zumindest auch zu der Zeit, wo dort noch das alte REWE-Center stand. Doch den freien Blick könnte schon bald eine graue Mauer erheblich stören.
Der neue Baukörper des Wohn- und Geschäftshauses auf dem Neumarkt wird in dem Vorentwurf als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Einzelhandel und Wohnungen festgesetzt. Die Anlieferung und die neue Zufahrt zur beabsichtigten Tiefgarage grenzt aber laut derzeitiger Planung direkt an die Grundstücke der Genossenschaft. "Ich befürchte hierdurch eine starke Lärmbelästigung", so Stamm.
Er regt daher an, die Gebietsabgrenzung so zu verlegen, dass eine Zufahrt zur Tiefgarage und die Anlieferung an anderer Stelle des Baugebiets erfolgen könnte. Die Lärmschutzwand wäre damit nicht erforderlich. "Uns sind diese Schreiben der Mieter bekannt", erklärte Pressesprecher Tim Terhorst. "Und wir nehmen sie ernst. Sie werden in den Prozess der Abwägung einfließen."
Zurzeit befindet man sich in der vorgezogenen Öffentlichkeitsbeteiligung. Am 30. August soll es im Ausschuss für Stadtentwicklung den Beschluss zur Offenlage der Pläne geben. "Vier Wochen lang haben dann die Bürger noch einmal die Gelegenheit, ihre Bedenken vorzubringen. Dann geht es in die Abwägung." Man müsse prüfen, ob die jetzigen Pläne zumutbar seien, sie könnten allerdings auch angepasst werden, wenn die Bedenken zu groß sind. Dieser Blick könnte schon bald der Vergangenheit angehören, wenn hier eine sechs Meter hohe Schallschutzwand hinkommt. Fotos (2): Jörg Terbrüggen Ein Mieter der Wohnungen regt an, die Zufahrt zur Tiefgarage und zur Anlieferung zu verlegen.
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