Der Versuch sich abzuheben

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Bürgermeister Christoph Gerwers (links) mit der Architektin Isil Medina Arslan und Geschäftsführer Andreas Hüls. Foto: Jörg Terbrüggen

„Hier sollen außergewöhnliche Sachen entstehen, die es anderswo nicht gibt. Die Stadt muss versuchen sich abzuheben, sie muss zum Erlebnis werden.“ Der Mann, der das sagt, weiß wovon er spricht. Es ist Andreas Hüls, seines Zeichens Projektentwickler. Mittwoch stellte er seine Pläne der Öffentlichkeit vor.

Es geht um die Planung des alten Postgeländes vor dem Delltor und um das große Areal der NIAG am Stadtgarten. „Wir sind vor vier Jahren schon einmal unterwegs gewesen“, bemerkte Bürgermeister Christoph Gerwers. Damals jedoch lag das Hauptaugenmerk noch auf der Ansiedlung von Unternehmen, gekoppelt mit Wohnungen. „Nach vielen Diskussionen heißt es jetzt, mehr Wohnen, weniger Gewerbe.“ Und genau mit dem Schwerpunkt Wohnen hat sich die Bocholter Firma Baukonzepte Hüls auseinandergesetzt. „Wir planen hier mit Weitsicht, Barrierefreiheit, eventueller ambulanter Pflege. Alle unsere Grundrisse haben wir von Pflegediensten prüfen lassen. Aber natürlich ist auch der Handel wichtig.“

Wohnen, Gewerbe, Verweilen

Diplom-Ingenieurin Isil Medina Arslan präsentierte den ersten Zwischenstand der Arbeiten, die allerdings schon sehr ins Detail gingen. Vier Gewerbeeinheiten sind beim Wohnen am Delltor, so der Arbeitstitel, geplant. 450 Quadratmeter stehen hier insgesamt zur Verfügung. Hinzu kommen neun Wohneinheiten mit Flächen zwischen 65 und 180 Quadratmetern. Rund um das ehemalige Postgebäude sollen Spielgeräte, Bänke, Verweilorte geschaffen werden, wo man einfach auch mal in Ruhe einen Kaffee trinken kann. Außerdem sollen hier Außengastronomieflächen geschaffen werden. Das Areal wird komplett umspült mit Spazierwegen. Die Erschließung der Wohnungen ist immer über Aufzüge möglich. „Auch hier haben wir breitere Türen und Gänge in den Wohnungen“, so Arslan mit Blick auf mögliche Bewohner, die eventuell einen Rollstuhl benötigen. Genügend Parkraum ist geplant.

Kettenbergswall mit verplant

Die Häuser passen sich nahtlos in das Stadtgefüge ein. „Wir schauen uns vorher intensiv die Stadt an und lassen uns bei unseren Fassaden davon inspirieren“, bemerkte die Architektin. So auch beim NIAG-Gelände. Hier sind 1.800 Quadratmeter für Gewerbe, 700 Quadratmeter für Büroflächen und 20 Wohneinheiten mit Flächen von 70 bis 150 Quadratmeter geplant. Auch der angrenzende Kettenbergswall wurde direkt mit in die Planungen einbezogen. „Wir wollen ihn wieder begehbar machen, mit Beleuchtung, Skulpturen oder anderen Dingen“, erläuterte Hüls die Planungen. „Wir wollen die Menschen dahin führen und ihnen eine Geschichte erzählen, denn immerhin handelt es sich hier um eine historische Fläche.“ Der Clou an dem Quartier am Stadtgarten: auf dem Dach des Komplexes entsteht ein völlig neues Quartier mit viel Grün, Bäumen und Wegen. Eine begehbare Fläche.
Bei der Gestaltung haben sich die Planer von den Stadtmauern und der Wehrbefestigung in der Tabakstadt inspirieren lassen.
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