Jürgen Franken will Landrat Spreen aus dem Kreishaus jagen

Norbert Franken bedankte sich bei den Delegierten für das herausragende Ergebnis von 99,03 Prozent. Fotos: Ralf Beyer
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Die SPD steht geschlossen hinter ihrem Landratskandidaten. Das bewiesen die Sozialdemokraten Samstag im PAN kunstforum in Emmerich gleich in zweierlei Hinsicht.

Denn trotz der widrigen Straßenverhältnisse waren von den 120 erwarteten Delegierten immerhin 103 erschienen, der ein oder andere allerdings mit Verspätung. Daher wurde die Kreisdelegiertenkonferenz auch mit über einer halben Stunde Verzögerung begonnen. Viel eindrucksvoller fiel dann aber das Ergebnis zur Wahl des Kandidaten für das Landratsamt aus: 99,03 Prozent (nur eine Enthaltung) votierten für Jürgen Franken aus Kranenburg.
Die SPD gab sich kampfeslustig. Deren Kreisvorsitzender Norbert Killewald bemerkte aufgrund des Wetters süffisant: „Kein Sturm, kein Schnee kann uns aufhalten auf dem Weg zum politischen Erfolg.“ Er haute dann auch sofort auf den politischen Gegner, als er die Gesundheitsversorgung des Kreises ansprach. „Endlich hat auch der amtierende Landrat begriffen, dass dieses von der SPD seit Jahren gefüllte Thema eine gute Idee ist.“ Auch die FDP bekam ihr Fett weg, nachdem sie nun einen eigenen Kandidaten aufstellt. „Vor einem halben Jahr ist die FDP noch mit der CDU ins Bett gestiegen. Wie brüchig diese Gemeinschaft war, sieht man jetzt.“

Franken wird den Kreis "wuppen"

Killewald war sich sicher, dass die SPD in Jürgen Franken einen Kandidaten gefunden habe, der den Kreis Kleve „wuppen“ kann. Harsch wies er die Kritik der CDU zurück, die SPD sei eine Kaderpartei. „Wer der SPD vor dem Hintergrund ihrer Geschichte so etwas vorwirft, der hat keine Ahnung von Demokratie. Wir müssen uns nicht unserer Geschichte stellen“, sagte er an den Landtagsabgeordneten Bergmann gerichtet. In Richtung Jürgen Franken bemerkte Killewald: „Du wirst den Kreis Kleve nach vorne bringen, da der jetzige Landrat keine Strahlkraft hat.“ Rechts vom Rednerpult stand ein Fahrrad mit einer großen SPD-Fahne. „Damit war ich in Kranenburg unterwegs“, begann Jürgen Franken seine Rede. Er wünschte sich, dass dies zum Wahlkampf in allen Ortsvereinen umgesetzt werden könne. „Damit können alle Bürger sehen, dass wir an einem Strang ziehen. Der Herausforderer von Landrat Wolfgang Spreen zeigte sich sehr angriffslustig. „Die absolute Mehrheit der CDU im Kreistag haben wir geknackt. 46,21 Prozent holte die CDU. Wenn wir das bei der Landratswahl wiederholen können, gibt es eine Stichwahl. Und dann ist alles möglich.“

Verwaltungsskandal beenden

Franken zeigte in seiner Rede gleich mehrere Versäumnisse des Amtsinhabers aus, so zum Beispiel eine tragfähige Finanzstratagie für den Flughafen Weeze. Die SPD erarbeite ihren eigenen Masterplan 2016plus für den Flughafen. Da die Versammlung in Emmerich stattfand, ging Franken auch auf die Probleme rechts des Rheins mit Betuwe, Hochwasserschutz und Rettungswesen ein. „Alles keine Themen, um die sich der Landrat kümmert. Die Bürger hier in Emmerich und in den anderen Kommunen im Kreis haben die Wahl und können am 13. September entscheiden. Über einen Landrat, der sich für sie und ihre Anliegen interessiert oder einen, der nur einmal alle paar Jahre das schnelle Foto sucht.“
Franken sprach über die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Kleve und Nijmegen, über den Schnellbus 58, der seinem Namen nicht gerecht würde, über die Pflegebedarfsplanung für den Kreis. „Wir setzen die Themen und bestimmen die politische Agenda. Und unser Landrat springt auf diesen Zug auf und hofft, dass es keiner merkt.“ Franken sprach auch die Verwaltungsstruktur im Kreishaus an. „Die ist eigentlich ein Skandal. Es ging um den „reanimierten“ pensionierten Kreisverwaltungsdirektor, dem eine Sonderstelle als Beauftragter für Koordinierung und Verwaltungssteuerung geschaffen wurde. „Diesen Skandal werde ich als Landrat beenden.“

Spreen hat sich Jahre lang versteckt

Franken über Spreen: „Was für ein Armutszeugnis, eine menschliche Kälte und Gefühlslosigkeit“ in Sachen Lebenshilfe-Kitas. Hier habe sich Spreen allen Gesprächen mit den Eltern verschlossen. Zum Schluss seiner Rede teilte Franken dann noch einmal so richtig aus: „Jahrelang hat sich unser Landrat versteckt. Er hat keine Themen angepackt. Er hat nicht gestaltet, sondern nur verwaltet. Jetzt im Wahljahr fühlt er sich durch uns getrieben wie ein Windhund. Die Bürger im Kreis müssen ganz klar wissen: Mit Spreen behalten sie ein getriebenes Phantom, das die letzten Jahre nicht sichtbar war. Mit mir, und nur mit mir, erhalten sie das Original.“
Nach dem überwältigenden Ergebnis und lang anhaltenden stehenden Ovationen sagte Killewald: „Unser Sinnen wird es sein, den Landrat aus dem Kreishaus zu werfen.“

Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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