Neue Begleiter für Demenzkranke in Emmerich

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Manfred Lesaar und die Kooperationspartner beglückwünschten die 17 neuen Demenzbegleiterinnen nach ihrem erfolgreichen Kurs. Foto: Jörg Terbrüggen

Die Stimmung war recht ausgelassen. Konnten sich die 17 Damen doch auch über ihre Zertifizierung freuen, die sie an diesem Abend aus den Händen von Manfred Lesaar vom Haus der Familie entgegen nehmen durften.

40 Stunden Theorie und ein 15-stündiges Praktikum lagen hinter den neuen Demenzbegleiterinnen. Dabei besuchten die Frauen unter anderem ein Tagespflegehaus, begleiteten eine ausgebildete Demenzbegleiterin bei ihrer Tätigkeit und nahmen am Erfahrungsaustausch von Demenzbegleitern teil. Seit 2003 bietet das Haus der Familie diesen Kurs mit ihren Partnern, der AOK Rheinland/Hamburg und dem Caritas-Verband Kreis Kleve, der auch die Demenzbegleiter vermittelt (Pflegedienstunabhängig und kostenfrei - denn für Begleiter können Angehörige das Pflegeleistungsergänzungsgesetz in Anspruch nehmen), an. Seit sieben Jahren ist die Resonanz auf dieses Angebot so groß, dass das Haus der Familie den Kurs sogar zweimal im jahr anbietet.
„Auch jetzt haben wir bereits wsieder acht Anfragen, obwohl wir den Kurs überhaupt nicht ausgeschrieben haben“, freute sich Manfred Lesaar. Wahrscheinlich wird dann wohl im Herbst ein zweiter Kurs angeboten. Interessenten können sich schon jetzt auf die Warteliste setzen lassen. Die jetzigen Teilnehmerinnen pflegen übrigens zum Teil selbst einen demenzkranklen Angehörigen, teils werden sie künftig als Begleiterin tätig sein.
Still wurde es am Montagabend, als Manfred Lesaar Selbstportraits des amerikanischen Malers William Utermohlen zeigte, der im jahr 1995 erfuhr, dass er an Alzheimer leidet. Utermolen fertigte jährlich ein Selbstbild an und zeigte dadurch, wie sich seine Welt und sein Selbstbild langsam auflösten. Inzwischen hat er Farbe und Pinsel für immer beiseite gelegt. „Wir erfahren durch diese Bilder, das auch Demenzkranke den fortschreitenden Verlust an körperlichen und geistigen Fähigkeiten an sich selbst wahrnehmen“, so Lesaar.
Die Unterrichtseinheiten und Praktikumsstunden des Kurses hatten letztlich das Ziel, den Teilnehmerinnen eine Anregung und Hilfe zu geben, wie sie einem Demenzkranken in seiner Situation auf vielfache Weise das „Ja des Seins“ zusprechen können. Das Zertifikat erhielten Alma Bosmann, Anja Helling, Nathalie Hölke, Nevenka Homa, Slavko Homa, Ulrike Jansen, Karolina Krysiak, Lydia Kutzer, Katja Muenker, Sabine Nellissen, Ute Parlings, Heike Pollmann, Agnes M. Roelevink, Gabrile Szau, Esther Tombergs, Anita Uban-Görtz und Margot Vorfeld.
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