Der singende Prinz Harald

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Harald Koster und Manuela Kremer haben schon einmal auf der Bühne im Stadttheater Platz genommen. ^Foto: Jörg Terbrüggen

Er kennt das Rampenlicht und die Bühne, und dennoch lässt sich das aufkommende Lampenfieber nicht verdrängen. "Das geht vorbei, wenn die Sache gelaufen ist", schmunzelte der neue Prinz, der mit seiner Prinzessin am kommenden Samstag im Stadttheater zum ersten Mal den GECKen Beat S(w)ingt.

Es geht für Harald Koster und Manuela Kremer auf die Zielgerade. Nur noch ein paar Stunden und dann geht es ab auf die große Bühne zur Prinzenkür. "Es wird auch langsam Zeit", schmunzelte die 40-jährige Michaela. Denn lange genug haben sie mit der Garde geübt, immer und immer wieder die Schrittfolgen getanzt. Nun wollen sie einfach nur noch raus und den Jecken und Narren viel Spaß bereiten. Fast ein komplettes Jahr haben sie alle darauf hin gefiebert, auf diesen einen Augenblick.
Dabei war die närrische Entscheidung schon vor knapp drei Jahren gefallen. In vorweihnachtlicher Stimmung im Saal bei Gitti Hebben war sich das Paar einig. Getreu dem Motto "Wenn nicht jetzt, wann dann?" wollte es das Paar auf die närrische Bühne wagen, auf der sie sich beide ja bestens auskennen. Schließlich kennt man Harald Koster noch von der Gruppe A Cappillo, die im Eltener Karneval aus der Taufe gehoben und später dann weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde. "Auf der Prinzenproklamation 1990 haben sie erstmals gesungen", erinnerte sich Harald Koster. Er selbst saß damals noch im Publikum, stieß erst später zu den Vokalakrobaten.
Jahrelang trat A Cappillo auf der Kolpingsitzung auf. Doch nicht nur das Singen lag dem 48-Jährigen, er kam auch ganz gut "vonne Worte", wie man hier am Niederrhein zu sagen pflegt. Anfang der 1990er Jahre zählte Harald Koster zu den Mitbegründern des BHCC, des Borver Hüthumse Carnevals Combinat, wo er nicht nur die Sitzung leitete, sondern auch noch selbst auftrat. Und auch Manuela Kremer hat schon reichlich Bühnenluft geschnuppert. Elf Jahre hat sie bei den Gesellenfunkern getanzt, war zwei Jahre in der Gesangsgruppe und tanzte noch einmal zwei Jahre im VCK-Ballett. Da musste das Paar ja irgendwann einmal den GECKen Berg erklimmen, um die große Narrenschar mit ihren Darbietungen zu erfreuen.
Und wer wollte nun Prinz oder Prinzessin werden? Das wird wohl nie so richtig geklärt werden, wenngleich der Hauptanteil wohl bei Harald Koster liegt. "Mein Vater, mein Bruder und ich selbst waren schon Schützenkönig. Da fehlte in der Riege halt noch ein Prinz", lächelte er. Als die beiden dann dieses Jahr Aschermittwoch endlich das Okay erhielten, hatten sie die Garde bereits fest zusammen. "Sie steht seit Anfang 2016", bemerkte der Prinz. 16 Gardisten und acht Funkemariechen zählen dazu. "Es sind einige Ex-Königspaare von Praest bis Elten, Männer der Frauen aus dem VCK-Ballett, Familie und Kameraden aus dem 18. Schützenzug dabei.
Schnell hatte man sich auf den ersten Treffen kennen gelernt, bald schon entstand aus den eigenen Reihen die Choreografie für den Gardetanz, entworfen von zwei Frauen. "Die Musik habe ich zusammen geschnitten", fügte Prinz Harald hinzu. Da hat er ja auch schließlich Erfahrung satt. Und worauf dürfen sich die Narren in der kommenden Session freuen? "Wie das Motto es ja bereits verrät, auf einen singenden Prinzen". Und auf komplett andere Uniformen, als man sie aus den vergangenen Jahren gewöhnt war. "Für uns alle war das schon eine extreme Herausforderung, viele stiegen völlig unbedarft ein, hatten keine Gardeerfahrung", blickt Harald Koster auf die Anfänge zurück.
Doch sie alle haben sich durchgebissen und oftmals den inneren Schweinehund überwinden müssen. Doch die künftigen Tollitäten sind zufrieden. "Wir haben eine super Truppe und der Gardetanz passt voll und ganz zu uns", freute sich die Prinzessin. Schließlich will man authentisch sein. "Wir freuen uns jetzt auf jede Bühne und wollen die Zeit kurzweilig gestalten", schloss Prinz Harald ab. Eines aber liegt beiden noch am Herzen: "Wir sind Botschafter der Stiftung "Humor hilft heilen" von Eckhard von Hirschhausen. Wir wollen ihn finanziell unterstützen und bitten daher auf jeder Sitzung um Spenden für Klinik Clowns, die Kindern in Krankenhäusern ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Daher würden wir auch gerne auf Geschenke verzichten und dafür lieber Geld für die Stiftung sammeln." Harald Koster und Manuela Kremer haben schon einmal auf der Bühne im Stadttheater Platz genommen. Foto: Jörg Terbrüggen
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