Teil 4: Cote d' Azur

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  Über die letzten Bergabfahrten quetschten wir uns durch viele enge Kehren, bis unsere Scheinwerfer endlich das azurblaue Mittelmeer erblickten. Hurra, Ziel erreicht! Wir waren an der Cote d’Azur angelangt, genauer gesagt in Menton. Und hier tauchte nach einer Woche etwas ungewöhnliches vor uns auf: eine Gerade! Auf den Reifenmitten folgten wir der Straße Richtung Osten und gelangten nach Monaco, wo wir uns in gewohnter Manier breit grinsend die Serpentinen hinab schlängelten.

Die Schnellen und die Reichen

Genau vor dem bekannten Schwimmbad fanden wir zwei freie Plätze, die extra für uns und die gefühlten hunderttausend anderen Zweiräder vorgesehen waren. Monte Carlo! Im Hafen schaukelte das Geld in Form von Schiffen und Yachten, eine größer als die andere. Die Schönen und Reichen flanierten über die Promenade und mitten drin unsere beiden eingestaubten und verschwitzen Urlauber. Die beiden hatten sich ihren Café au Lait mit Blick auf Hafen und Fürstensitz nun wirklich verdient.
Anschließend fuhren sie mit uns voller Ehrfurcht durch die „Boxengasse“ und die „Startaufstellung“ der Formel 1-Strecke. Vorbei am Casino, durch die Rassgass und natürlich durch den Tunnel. Apropos Tunnel: Ganz Monaco ist untertunnelt. Unterirdisch verlaufen viele Strassen, manche geradeaus, andere gekrümmt, mit Ampeln, Kreuzungen und Parkplätzen. Gute Lösung, wenn der oberirdische Platz so klein und es draußen so heiß ist. Das Thema Hitze sollte uns sowieso noch beschäftigen. Doch zunächst genossen wir das monegassische Treiben, bevor wir uns weiter entlang der Küste bewegten.

Der Kühlere gibt nach


Hier mussten wir uns die Strasse mit immer mehr Fahrzeugen teilen. Wir fanden uns in dem Gewimmel trotzdem gut zurecht und bemühten uns nach Kräften die bekannten Verkehrsregeln einzuhalten. Diese schienen hier jedoch nur für Vierräder zu gelten. Die kleinen zweirädrigen Kumpels folgten offensichtlich eigenen Regeln oder gar keinen? Sie schlängelten sich überall durch, wuselten um uns herum, suchten sich ihren Weg wo es nur ging ohne Rücksicht auf Verluste. Na, wenn das mal gut geht! Doch bald taten wir es ihnen nach, denn wir brauchten Kühlung durch Fahrtwind. In Nizza wurde es dann richtig voll. Es ging nur noch im Schritttempo voran. Andauernd mussten wir anhalten. Es wurde immer heißer. Wir sendeten deutliche Zeichen an unsere Fahrer. Heiße Luft aus dem Auspuff und die immer weiter nach rechts wandernde Kühleranzeige sollten signalisieren: bleibt stehen oder fahrt schneller. Wir kochen bald. Ja, merkten die beiden denn nichts? Hatten sie unsere Nöte vor lauter schöner Aussichten über das kühle Meer nicht im Blick? Es half nichts, wir ließen die Kühlernadel über den roten Bereich hinaus wandern. Das wirkte. Wir stoppten sofort. Motor aus und abkühlen. Puh, das war knapp. Jetzt aber schnell wieder in die Berge.
Hier waren wir fast alleine und so konnte dem Motor wieder kühlere Luft zugeführt werden. Der Gasgriff durfte sich wieder drehen und wir wedelten schwungvoll durchs Hinterland Richtung Verdon-Schlucht. Dieser „Great Canyon Europas“ sollte in den nächsten Tagen umrundet werden.

Boxenstopp

Doch vorher wurden wir unter einem kühlen Schatten spendenden Baum geparkt. Einen ganzen Tag lang durften wir uns von den vergangenen Strapazen erholen. Birgit und Ignatz mussten wohl auch abkühlen, hatten sie sich doch eine ruhige Unterkunft mit Pool und Blick auf die Berge ausgesucht. Nach einem Tag ohne Schutzkleidung in der Sonne war allerdings schon eine Ganzkörper-Quarkmaske nötig und unsere Ruhepause wurde um einen Tag verlängert. So gab es Zeit, Fotos und Filme zu sondieren und andere an unseren Erlebnissen teilhaben zu lassen.
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1 Kommentar
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Doris Truka aus Rees | 14.07.2015 | 20:07  
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