40 Jahre am Beckenrand

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Seit nunmehr 40 Jahren steht Hännes Cirkel am Beckenrand und gibt den Kindern Tipps beim Schwimmunterricht. Foto: Jörg Terbrüggen
Emmerich. Den Geruch von chlorhaltigem Wasser wird Hännes Cirkel wohl nie so ganz los werden. Denn auch mit 75 Jahren steht er montags immer noch am Beckenrand im Freizeitbad Embricana, wenn die Kinder bei der DLRG das Schwimmen lernen.

„Früher gab es immer einen Spruch, dass man nie vor der Emmericher Kirmes schwimmen gehen dürfe“, schmunzelte Hännes Cirkel. Ihm war das früher schon egal. „Wir sind trotzdem immer in Pastors Hafen oder in der Woy schwimmen gewesen.“ Als er 1968 in den Emmericher Ortsverband der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) eintrat, wollte er genau diesem Spruch entegegen wirken. „Wir konnten zwar schwimmen, mehr aber auch nicht. So haben wir dann erst einmal die Ausbildung abgeschlossen.“
Die eigenen Kinder waren anschließend quasi die Versuchsobjekte. „Wir haben uns da immer selbst getestet, ob wir das alles auch schaffen und mit welchen Problemen wir zu kämpfen haben“, so Cirkel. So langsam aber sicher wuchs dann auch der Kreis derer, die man ansprach, zuerst die Nachbarn, dann andere. Das hatte natürlich auch zur Folge, das man immer mehr Ausbilder benötigte. Zunächst im Freibad - hier konnte man allerdings immer nur in den Sommermonaten ausbilden - später dann im neuen Hallenbad. Hier wuchs die Zahl der Kinder immer mehr an.
Hännes Cirkel hat die DLRG in all den Jahren geprägt, wie kaum ein anderer. Zwei Jahre nach seinem Eintritt wurde er bereits zum Vorsitzenden gewählt. Er war maßgeblich am Bau des Vereinsheimes beteiligt, welches 1993 erbaut wurde. „Ich habe einen Maurermeister mit zwei Gesellen eingestellt. Das Wichtigste an diesem Gebäude war die direkte Türe zur Schwimmhalle.“ Durch die tritt er nach wie vor jeden Monatg in seinen blauen Badelatschen und der roten DLRG-Hose.
Mittlerweile ist Hännes Cirkel, der 2005 beim Emmericher Sportlerball zum Ehrenamtler des Jahres ausgezeichnet worden war, Ehrenvorsitzender der DLRG in Emmerich. Bei der Ausbildung hält er sich nun mehr im Hintergrund. „Heute beobachte ich die Leute, die am Beckenrand stehen und notfalls zeige ich ihnen, wie es richtig gemacht wird.“ Nach seinen Söhnen lernen jetzt übrigens schon die Enkelkinder bei der DLRG das Schwimmen. Und wer weiss, vielleicht wird ja einer von ihnen mal genauso engagiert, wie der heute 75-Jährige.
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