Alte Hasen und Frischgeküsste: Borbecker Kunstmarkt feiert Premiere

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Christoph Fehrmann arbeitet mit Treibholz und alten Werkzeugen. Daraus entstehen beispielsweise kreative Garderoben oder imposante Skulpturen für drinnen und draußen. Fotos: Debus-Gohl

Die elf Teilnehmer des ersten Borbecker Kunstmarktes, der am vergangenen Freitag in der Fußgängerzone seine Premiere feierte, vertraten sehr unterschiedliche und eigenständige Positionen. Unter den teilnehmenden Künstlern waren „alte Hasen“ genauso zu finden wie erst seit kurzem „von der Kunst geküsste“.

So wie Christoph Fehrmann, der zusammen mit seiner Frau aus Treibholz, alten Werkzeugen und Weinreben phantasievolle Gartenleuchten, Garderoben und imposante Skulpturen für drinnen und draußen herstellt. „Wir haben vor drei Jahren aus dem Urlaub Steine mitgebracht, haben die mit Treibholz aus dem Rhein und aus Friesland in Verbindung gebracht und daraus haben sich unsere Skulpturen entwickelt“, erzählt Fehrmann.

Kunst hilft aus Depression

Regelmäßige Ausstellungen auf dem Kunst- und Kunsthandwerkermarkt Schloss Raesfeld und in der Waldorfschule Mülheim führen aber auch dazu, dass er immer wieder für einen Nachschub an Material sorgen muss. „Die alten Werkzeuge meines Opas sind aufgebraucht, aber Familie und Kunden sorgen für das eine oder andere alte Schätzchen, das dann seiner neuen Bestimmung entgegensieht“, freut sich Fehrmann.
Dietmar Dimanski stellt seine, mit Beize, Acrylfarbe, Strukturpaste und Marmormehl hergestellten, großformatigen Werke das erste Mal öffentlich aus. „Als vor sechs Jahren das Bethesda-Krankenhaus geschlossen wurde, ich meinen Arbeitsplatz verlor und mich wegen Depressionen in Therapie begeben habe, hat mir mein Therapeut empfohlen, einen Ausgleich und eine Aufgabe für die weggefallene Arbeit zu finden. Damals habe ich mit meiner intuitiven Malerei angefangen und das hat mir sehr geholfen“, berichtet er. Er malt aus dem Bauch heraus, mit dem Hintergrund, nicht perfekt sein zu wollen und versucht das, was er fühlt, direkt in seinen Bildern auszudrücken.
Brigitte Schreiber malt schon seit ihrer Kindheit, hat an der Folkwang-Schule freie Kunst und Grafik-Design studiert und dreißig Jahre Kunst an einem Gymnasium unterrichtet. „Seit ich in Rente bin, habe ich wieder richtig losgelegt“, schmunzelt sie. Ihre Naturverbundenheit drückt sich deutlich in den häufig in Mischtechnik hergestellten Arbeiten aus. Die Bleistiftzeichnung von in Borbeck stehenden Kopfweiden, mit dem Titel „Die Streitenden“ vereinbart handwerkliches Können mit augen-zwinkerndem Humor.

Zweiter Kunstmarkt im nächsten Jahr

Da sich schon weitere Künstler für eine Ausstellungsbeteiligung im nächsten Jahr interessiert haben und das Veranstaltungsteam noch viel mehr kreative Ideen hat, sind sich Rosemarie Recht, Schriftführerin des Initiativkreises Centrum Borbeck (CeBo) und Tanja Hausmann, Mitglied des CeBo und teilnehmende Künstlerin, einig: „Das Interesse der Borbecker Bürger war groß und wir freuen uns darauf, im nächsten Jahr den zweiten Borbecker Kunstmarkt zu organisieren."

Text: Doris Brändlein
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Tanja Hausmann aus Essen-Borbeck | 03.08.2016 | 12:45  
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