Besonderer Theaterabend - Flüchtlinge lernen Monsieur Renard im Schloß Borbeck kennen

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Ein ganz besonderes Theatererlebnis: Vier Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien erleben im Wirtschaftsgebäude vom Schloss Borbeck ein Stück deutscher Kultur hautnah. (Foto: Debus-Gohl)

„Monsieur Renard und der Mord im Museum“, die aktuelle Krimikomödie des Essener Autors Daniel Raifura, erwartete zur dritten Vorstellung ganz besondere Gäste im Wirtschaftsgebäude vom Schloß Borbeck.

„Wir haben Menschen, die sich an einer Maßnahme des Förderzentrums für Flüchtlinge (FfF) beteiligen, in unser Theater eingeladen. Zum einen, damit sie die deutsche Kultur näher kennenlernen können und zum anderen, um deutlich zu machen, dass sie hier herzlich willkommen sind“, betont Daniel Raifura.
Ato, Nawaf, Abdul Baki und Mohammed Ali aus Syrien und dem Irak ist die Freude anzusehen – die Freude auf einen spannenden Abend im Theater. Die Vier, die sich während der drei Monate dauernden Maßnahme auf einen Integrationskurs vorbereiten, sprechen wenig Deutsch, „aber ich glaube, dass wir mit unserem Stück doch etwas vermitteln können, vieles erschließt sich ja durch die Atmosphäre, die Stimmung und das Sehen“, betont Raifura.

Teilhabe am sozialen Leben

Regina Lehmen, Co-Regisseurin bei Monsieur Renard, hat den Theaterbesuch vermittelt. An fünf Tagen in der Woche gibt sie am FfF mit großer Freude und Hingabe Deutschunterricht. Sie bekommt hautnah die Sorgen der Menschen aus Syrien, dem Iran, Irak, aus Somalia und Eritrea mit. „Viele Geflüchtete haben Probleme mit der Integration, weil sie wenig am sozialen Leben teilhaben können“, weiß Regina Lehmen. „Und da entstand die Idee, einen Teil der Karten für Menschen zu spenden, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und ihnen die Möglichkeit zu geben „unsere“ Kultur zu erleben“.
Das Förderzentrum für Flüchtlinge gibt während der dreimonatigen Maßnahme Asylsuchenden einen Einblick in den deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt und begleitet erste Schritte in Deutschland, zum Beispiel bei Behördengängen. Betriebsbesichtigungen, Museums- und Theaterbesuche stehen auch auf dem Programm. Zum FfF werden ausschließlich Asylsuchende vermittelt, die eine hohe Bleibewahrscheinlichkeit und gute Integrationsaussichten in Deutschland haben.
Das Theatererlebnis war ein ganz besonderes für die Vier. Mögliche zum Geschehen auf der Bühne können sie mit Regina Lehmen im Deutschunterricht klären.

Karten für die Kulturloge

Auch für die nächste Vorstellung am 29. April haben sich schon sieben Kursteilnehmer angemeldet, die das Angebot gerne wahrnehmen.
Das Theater Extra stellt zusätzlich bei jeder Vorstellung Karten für die Kulturloge bereit, für Menschen, die sich finanziell keinen Theaterbesuch leisten können. Mit gespendeten Eintrittskarten unterstützt das Theater Extra das Förderzentrum für Flüchtlinge.
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