Eine Runde Parkplatzpolka: Sommerausstellung der Gruppe 3+

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Manfred Boiting, Herbert Oettgen, Wilfried Rothmann und ihr Gast Edelgard Stryzewski-Dullien sind die Künstler, die ihre Arbeiten im Rahmen der diesjährigen Sommerausstellung der Gruppe 3+ im Steenkamp Hof zeigen. Fotos: Debus-Gohl
 
Wilfried Rothmann ist der neue Mann bei 3+. Er präsentiert im Steenkamp Hof abstrakte Landschaftsimpressionen und Arbeiten aus seiner Serie „Begegnungen“.

'Da lag der Parkplatz vor mir! Ein riesiger Parkplatz vor einem Kino in Concarneau. Es war ein sonniger Strandtag und kein Auto parkte vor dem Kino'. So beschreibt Edelgard Stryzewski-Dullien den Ideengeber für ihre neueste Installation, die vom 6. bis 21. August im historischen Steenkamphof zu sehen ist.

Für die jährliche Sommerausstellung der Gruppe 3+ im Steenkamphof beziehen Manfred Boiting, Herbert Oettgen, Wilfried Rothmann und ihr Gast Edelgard Stryzewski-Dullien ihre ganz eigene künstlerische Position. „Wir haben dieses Mal kein gemeinsames Thema, jeder von uns zeigt die Arbeiten, die ihm im Moment am meisten am Herzen liegen“, erklärt Manfred Boiting.
So hat Boiting sich vorgenommen, eine Zeitgeschichte seiner Arbeiten aufzuzeigen. Eine an Matisse erinnernde Arbeit mit dem Titel „Heimliche Verlobung“ von 1959 bildet dann auch den Ausgangspunkt der Reise, die über unterschiedliche autobiografische Erlebnisse, Gedanken und Erfahrungen bis zu den drei neuesten Arbeiten, die 2016 entstanden sind, führt. Alle Arbeiten Boitings entstehen fast ausschließlich aus Abfallmaterial, so auch die aufgebrochene Spanplatte, die, mit Wasserfarben, Ruß und Sand behandelt, aufzeigt, „welche Überraschungen man erlebt, wenn man in die Tiefe geht – und das habe ich auch bei Menschen die mir begegnen, erlebt“, betont Boiting.

Radikale Reduktion

Mit den Arbeiten, die alle in den letzten Monaten entstanden sind, bleibt Herbert Oettgen seiner Verbundenheit zur künstlerischen Bewegung „De Stijl“, die in den Anfängen des 20. Jahrhunderts in Holland mit ihrem bekanntesten Mitglied Piet Mondrian, entstanden ist, treu. Die radikale Reduktion auf die drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau (sowie die Nichtfarben Schwarz, Grau und Weiß) und die strenge Gegenstandslosigkeit der Arbeiten bilden eine Ordnung transzendenter Harmonie. Die aus Holzresten entstandenen Reliefs und Skulpturen beeindrucken mit ihrer kompakten und gleichzeitig fragilen Ausstrahlung.
„Die Holzreste bekomme ich von einer AWO-Gruppe, die Kinderspielzeug herstellt, deshalb tragen meine neuen Arbeiten den Titel ,AWO'", schmunzelt Oettgen.
Abstrakte Landschaftsimpressionen und Arbeiten aus seiner Serie „Begegnungen“, die von 2006 bis 2016 entstanden sind, zeigt Wilfried Rothmann. Immer wieder Neues auszuprobieren, Gesehenes in den eigenen künstlerischen Ausdruck umzusetzen und viel Spaß dabei zu haben, das ist ein Anliegen des gelernten Grafik-Designers. „Ich habe mich von meinen Künstlerkollegen inspirieren lassen, großformatiger zu arbeiten – das war eine Herausforderung!“, berichtet Rothmann. Das farbenfrohe Ergebnis ist auch in der Ausstellung zu sehen.

Parkplatzmarkierungen

112 Fotos von Parkplatzmarkierungen, die mit einem Farbwagen auf den Beton aufgebracht wurden, wobei keine der markierten Flächen durchgehend weiß war, sondern sich von transparent bis deckend überlagerten, bilden den Boden der Installation von Edelgard Stryzewski-Dullien. Vier durchscheinende 180 x 100 cm Tuchbahnen aus Wischgaze hängen hintereinander über den Fotos und ergeben ein räumliches Gebilde.
„Inspiriert durch die Markierungen ergaben sich in meinem Kopf körperhafte Assoziationen, menschlich anmutende, tanzende Figuren, die ich mit schwarzem Garn linienhaft nähend auf den Stoff gezeichnet habe“, erklärt Stryzewski-Dullien.
Auch bei ihren sogenannten „Foto-Einzeichnungen“ nutzt sie die Begegnung mit den Parkplatzmarkierungen, um die in ihrem Kopf entstehenden Bilder zeichnerisch auszudrücken.

Termine

Die Ausstellungseröffnung findet am morgigen Samstag, 6. August, um 15 Uhr in den Räumen der Hofanlage am Reuenberg 47a statt. Weitere Öffnungszeiten: jeweils von Freitag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr. Die Künstler sind anwesend.

Text: Doris Brändlein
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