Für einen Groschen Brause

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Martina Naujocks und Hans Kaldenhoff freuen sich mit Andreas Koerner und Ehefrau Margarita über die große Besucherzahl am Eröffnungstag der „Budenzauber“- Ausstellung in der Sparkasse. (Foto: Winkler)

Martina Naujocks konnte das Gefühl genau beschreiben. „Es war für uns Kinder das Größte, wenn wir uns für einen Groschen Brause oder Bruchschokolade an der Bude kaufen durften. Die wurde nicht etwa abgebissen, sondern gelutscht.“


Die Assoziationen der Regionaldirektorin der Sparkasse Essen teilten viele der kunstinteressierten Besucher, die sich in der Schalterhalle der Sparkasse Borbeck versammelt hatten. Dort wurde in dieser Woche die Ausstellung „Borbecker Budenzauber“ von Andreas Koerner eröffnet.
In den 16 ausgewählten Aquarellen zeigt das Gründungsmitglied des Kultur-Historischen Vereins Borbeck und der Künstlergruppe „die kurve“ Ausschnitte des Borbecker Alltagslebens. „Und das ist gar nicht schlecht“, resümiert der Künstler.

Zwischendurch was Buntes

Filialdirektor Hans Kaldenhoff bezeichnete Andreas Koerner als jemanden, der sich selten großen Themen widme. „Er hat vielmehr den Blick für die Dinge hinter den Dingen, erkennt ihre besonderen Pointen.“
Das Engagement der Sparkasse, im Rahmen der Reihe „Kunst vor Ort“ lokalen Künstlern ein Forum zu bieten, sich und ihre Kunst in Borbeck zu präsentieren, findet Kaldenhoff wichtig. „Das Bankgeschäft ist ein relativ neutrales Thema, zwischendurch brauchen wir immer auch mal wieder etwas Buntes.“
Bunt sind die Aquarelle von Andreas Koerner in jedem Fall. „Doch sie haben nichts mehr von dem Farbenrausch früherer Jahre“, erklärt der Künstler. „Ich hatte durchaus auch meine abstrakten Phasen. Da musste ich durch, um meinen Weg zu finden. Und der führt mich nach draußen.“ Draußen, das bedeutet für den ehemaligen Leiter der Stadtbibliothek in Borbeck, im wahrsten Sinne des Wortes „draußen“. Bewaffnet mit Aquarellblock und Maltasche ist Koerner unterwegs in Borbeck, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Viele seiner Aquarelle entstehen komplett vor Ort. Zum Malen setzt sich der Künstler kurzerhand mit seinem Campingstuhl auf den Bürgersteig. „Und ich gehe erst, wenn ich fertig bin.“

Bis zum 15. März

Die einzelnen Borbecker Büdchen-Bilder sind mit Informationen zu ihrem Standort und dem Datum versehen, an dem Andreas Koerner sie auf Aquarellpapier gebannt hat. „Das macht es für den Betrachter einfacher, sie zuzuordnen“, ist sich Koerner sicher. Und es erklärt auch manches Detail, auf das der Betrachter stößt. Dazu gehört beispielsweise die Deutschlandflagge, die aus dem Fenster eines Hauses neben der Trinkhalle an der Bergheimer Straße weht. „Aus dem Jahr 2006“, liest ein Besucher die Datumsanzeige. Und der Groschen fällt sofort. „Damals feierte ganz Deutschland doch sein Sommermärchen.“
Bis zum 15. März sind die Bilder der Borbecker Trinkhallen während der Geschäftszeiten in der Sparkasse an der Rudolf-Heinrich-Straße zu sehen. „Laden Sie Ihre Freunde ein und schauen Sie sich die Ausstellung noch einmal gemeinsam an“, rührt Hans Kaldenhoff die Werbetrommel. Ein guter Tipp und das nicht nur für die, die mit Büdchen süße Kindheitserinnerungen an Brause und Bruchschokolade verbinden.
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