Kreative Begegnungen: Ausstellung der Gruppe 3+ noch bis zum 25. März

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Manfred Boiting erklärt eines seiner Werke. Fotos: Kubiak
 
Dr. Hella Nocke-Schrepper führte in gewohnt verständlicher Art durch die Ausstellung.

Begegnungen und Austausch in jeder Form – zwischen Ausstellungsbesuchern und der Kunst, zwischen den teilnehmenden Künstlern, zwischen den unterschiedlichen Positionen der Arbeiten und nicht zuletzt zwischen den eindrucksvollen Räumen und den ausgestellten Kunstwerken.

Alle zwei Jahre lädt die Künstlergruppe 3+ in die Räume der Alten Cuesterey ein. In diesem Jahr ist die Präsentation mit dem Thema „Begegnungen“ überschrieben.
Bei der sehr gut besuchten Ausstellungseröffnung - mehr als 90 Kunstinteressierte haben den Weg in die Räume am Weidkamp 10 gefunden - führte Kunsthistorikerin Dr. Hella Nocke-Schrepper, in ihrer gewohnt brillanten und verständlichen Art, durch die Ausstellung. Die drei Gäste, die sich das Künstlertrio diesmal eingeladen hat, präsentieren ihre Arbeiten hauptsächlich im Erdgeschoss.

Trio mit drei Gästen

Michaela Classen kommt aus dem Bereich Grafik und Malerei und hat sich sehr intensiv mit Porträts und Geschichte auseinandergesetzt. Sie beeindruckt mit einer Auswahl von Kinderporträts, die zu ihrem Bilderzyklus „Reise nach Jerusalem“ gehören. Classen gibt Kindern, die im Nationalsozialismus aus Frankreich in ein Konzentrationslager deportiert wurden und dort ihr Leben ließen, ein Gesicht.
Joanna Danovska, in Bulgarien geboren, arbeitet mit einer expressiven Pinselsprache und starken Farben. Ihre Stillleben in Impasto-Technik zeigen sehr individuelle Blickwinkel und muten oft surreal an.
In Edelgard Stryzewski-Dulliens Arbeiten ist der menschliche Körper mit seinen Formen und der Wahrnehmung von Körperlichkeit immer wieder ein Ausgangspunkt. So auch in den schwebenden, weichen Stoff-Installationen, die eine subtil haptische Qualität haben.
Wilfried Rothmann, der „Neue“ in der Gruppe 3+, geht ganz anders mit dem Körper um. Mit Kohle, Farbe, verschiedenen Stiften und Spachteln entwickelt er immer wieder Figuren, die stark abstrahiert sind. Er stellt Begegnungen der Menschen miteinander dar, die unter sehr verschiedenen Bedingungen stattfinden können.
Die Idee mit Licht, Farben und Formen zu arbeiten hat Manfred Boiting in seinen Arbeiten mit stark tektonischem Charakter perfekt umgesetzt. Das Modell einer Stahlplastik, die er für die Karmel-Kirche in Duisburg entworfen hatte, zieht durch seine klare, kraftvolle Ausstrahlung die Blicke auf sich.
Herbert Oettgens neue tektonisch-konstruktiven Reliefs überzeugen mit ihrer farbigen Strahlkraft und gleichzeitig fragilen Ausstrahlung. Über eines sind sich die Besucher einig: es ist eine rundherum gelungene Ausstellung, die verschiedene Ansätze miteinander verkettet und die trotz sehr unterschiedlicher Positionen auch viele Gemeinsamkeiten aufweist.
Liesel Gasenzer-Aith ist beeindruckt von den Kinderporträts und „die Bilder von Manfred Boiting erinnern mich an Kirchenfenster“. Annegret Ingler ist überrascht von der großen Bandbreite an künstlerischen Ideen: „Die Künstler haben eine Grundidee, die sie immer wieder neu interpretieren“. Elisabeth Becker hingegen genießt „die Harmonie zwischen den unterschiedlichen Kunststandpunkten“.

Noch bis 25. März

Wer jetzt neugierig geworden ist und sich die Ausstellung auch gerne ansehen möchte, kann dies noch bis zum 25. März, jeweils Dienstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr tun.

Text: Doris Brändlein
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