Mehr als 500 Besucher kamen zur Coke-Convention

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Henrik Schlöns hat sich auf das Sammeln von Flaschen spezialisiert. Zu vielen kann er spannende Geschichten erzählen. Fotos: Debus-Gohl
 
Ted Ryan (li.) hat bei Uwe Löscher Cola-Schallplatten für sein Museum in den USA entdeckt.

Vor 131 Jahren erfand der Apotheker John S. Pemberton in Atlanta ein Rezept für ein Getränk, das Kopfschmerzen und Müdigkeit vertreiben sollte. Er ahnte nicht, dass er damit den Grundstein für einen Welterfolg legte. Dank eines umfassenden Marketingkonzeptes ist Coca-Cola heute in mehr als 200 Ländern der Erde erhältlich.

Beliebt nicht nur als Getränk. Auch in Sammlerkreisen steht alles rund um die erfrischende Limonade hoch im Kurs. Zur 23. Coke-Convention, Deutschlands größter Sammlermesse rund um die Coca-Cola-Welt, kamen am Pfingstsonntag knapp 550 Besucher in die Dampfbierbrauerei nach Borbeck. 68 Aussteller, unter anderem aus Mexiko, Kanada, Japan, Brasilien, Südkorea und fast allen europäischen Ländern, zog es mit ihren Sammlerstücken nach Essen, um ihre Favoriten zum Kauf oder Tausch anzubieten.
Das Angebot ist breit gefächert. Angefangen von Flaschen, Dosen und Schildern, über Radios, Spieluhren und T-Shirts bis hin zu Spielzeugautos, Nagelfeilen und Gläsern – es gibt kaum etwas, das nicht mit dem Coca-Cola-Logo verschönert werden könnte.

Keine Cola in Nordkorea

Hendrik Schlöns, Veranstalter der Sammlermesse, hat sich hauptsächlich auf Flaschen und Schilder spezialisiert. Er weiß zu seinen Länderflaschen spannende Geschichten zu erzählen. „Die aus Ländern wie Iran, Israel oder Thailand sind wegen ihrer Beschriftung in der Landessprache sehr begehrt. Somalia zum Beispiel war in den 60er Jahren von den Italienern besetzt, Mitte der 70er Jahre dann von den Russen. Da wurden dann auch die Schriftzüge verändert. Und Flaschen aus Jugoslawien gibt es ja nicht mehr, weil es Jugoslawien nicht mehr gibt.“
Veranstalter, Besucher und der Freundeskreis Coca Cola konnten sich am Sonntag auf einen ganz besonderen Gast freuen. Ted Ryan, seit fünf Jahren Chefarchivar des Coca-Cola Archivs in Atlanta, war nach Essen gekommen, um sich mit den Sammlern auszutauschen und vielleicht das eine oder andere Stück für sein Archiv zu finden. „Ich habe hier Sachen entdeckt, die ich noch nie gesehen habe“, zeigt er sich begeistert. Und er schlägt auch direkt zu. Zwei Singles aus dem Jahr 1967, die er am Stand von Uwe Löscher, genannt "Cola-Uwe", findet, erwirbt er direkt für das Archiv.
„Wir haben mehr als eine Million Artikel aus allen Ländern in unseren Archivregalen. Außer Nordkorea ist alles dabei. Wenn man alle Regale hintereinander aufstellen würde, kämen wir auf eine Strecke von sieben Kilometern. Auch die Original-Bleistiftzeichnung von 1915 der Coke-Flasche ist im Archiv“, berichtet der Amerikaner stolz.
300 Anfragen pro Jahr erhält Ted Ryan von Coca-Cola-Fans weltweit. Auch Coca-Cola Mitarbeiter leiten solche an ihn weiter - da sind es mehrere Hunderttausend pro Jahr.
Die Sortierung der Archivmaterialien erfolgt nach Themen. Da gibt es zum Beispiel Musik, Kunst oder Verpackungen.

Erinnerungsstücke entdecken

Auch in Deutschland gab es lange Jahre ein Archiv. Mit dem Umzug der Coca-Cola Deutschlandzentrale nach Berlin im Jahr 2003  wurde das jedoch aufgelöst. Alle Archivmaterialien aus Deutschland haben sich auf die Reise gemacht, sind mittels zweier großer Container nach Atlanta gebracht worden. Eine Menge Arbeit für Ted Ryan. Innerhalb von fünf Jahren will er diese Materialien katalogisieren.
Eines versichert Ryan den Coke-Fans: "Ausstellungsstücke, die einmal im Coca-Cola Archiv angekommen sind, werden nicht mehr verkauft. Denn jedes einzelne Ausstellungsstück erzählt einen Teil der großartigen Marken- und Unternehmensgeschichte. Es freut mich daher sehr, dass ich auf den Sammlerbörsen weltweit immer wieder neue Erinnerungsstücke entdecken kann."

Text: Doris Brändlein
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