Mord im Lutherhaus! Bernhard Hatterscheidt unterhält Krimifans

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Gemeinsam mit seiner Ehefrau Miriam (l.) las Bernhard Hatterscheidt aus seinem fünften Kriminalroman. Melaten Macchiato ist der spannende Fall überschreiben. Fotos: Debus-Gohl
 
Krimi-Freunde kamen bei der Lesung im Lutherhaus voll auf ihre Kosten.

Gespannte Erwartung herrschte am vergangenen Sonntag im mit 65 Krimifans vollbesetzten Saal des Lutherhauses in Bedingrade. Bernhard Hatterscheidt, Kriminalhauptkommissar und Krimiautor, war nach Essen gekommen, um aus seinem fünften Kriminalistenroman "Melaten Macchiato" zu lesen.

„Da ich 2001 in Elternzeit war, hatte ich zu viel Zeit und fing einfach an zu schreiben“, schmunzelt Hatterscheidt, der über die Hälfte seiner Arbeitszeit bei der Polizei in der Mordkommission verbracht hat. Und was lag da näher, als authentische Fälle als Vorlage für die inzwischen sieben veröffentlichten Krimis zu nehmen? Damit befindet er sich in guter Gesellschaft – Autorinnen wie Kathy Reichs oder Tess Gerritsen greifen ebenfalls auf ihre beruflichen Erfahrungen zurück, um mit ihren spannenden Ermittler-Krimis das Publikum zu fesseln.
„Im Roman wechsele ich natürlich die Stadtteile, Orte und Personen, damit keine Rückschlüsse auf die tatsächlichen Fälle gezogen werden können, aber die Geschichten basieren alle auf wahren Begebenheiten und sind ermittlungstechnisch so passiert“, verrät Hatterscheidt.

Alle Häppchen weg?

Es war ein langer Weg bis zur Veröffentlichung des ersten Bandes mit dem Titel „Mörderischer Fastelovend“. Nach Fertigstellung des Erstlings bot Hatterscheidt sein Werk etlichen Verlagen an. "Ich bekam aber nur Absagen." Die nächsten neun Jahre schlief das fertige Skript in der untersten Schublade seines Schreibtisches. Vergessen hat Hatterscheidt seinen Krimi nicht. 2010 kam er auf die Idee, die Geschichte komplett zu überarbeiten. „Der Text war zu bürokratisch und beamtenmäßig.“ Nach dem Redigieren brachte er das Buch dann im Eigenverlag heraus. Zwei Monate nach der Erstveröffentlichung meldete sich der Verlag Edition-Lempertz mit der Anfrage zu einer Zusammenarbeit.
Und seitdem hält Bernhard Hatterscheidt nichts mehr. „Ich habe immer noch Zeit zu schreiben“, erzählt er, „nämlich am Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub“ - und so sind bis jetzt sieben Mordgeschichten entstanden. Seine Texte zeugen von Humor und einer gehörigen Portion Augenzwinkern. Zudem weiß er seine Zuhörer mit Anekdoten aus dem Berufsalltag zu überraschen.
Besonders wichtig ist es ihm, den ermittlungstechnischen Alltag der Polizeiarbeit authentisch darzustellen – ohne die Klischees zu bedienen und ohne die Fehler zu machen, die uns oft im Fernsehen begegnen.
Das gelingt Hatterscheidt, trotz des ernsten Themas, in sehr unterhaltsamer und humorvoller Form. „Sind die Häppchen alle weg? Dann nehme ich Sie jetzt mit in die Rechtsmedizin“, warnt er, bevor er mit der sehr detailgetreuen Beschreibung der Vorgänge im Sezierraum beginnt. „Im Gegensatz zu mir haben Sie Glück, denn ich war ja hautnah dabei - aber das Skript stinkt nicht“, lässt Hatterscheidt das Publikum an seinen Erfahrungen teilnehmen.

Lange Tradition

Die krimierfahrenen Zuhörer lauschen gespannt den Vorgängen im Roman und als Miriam Hatterscheidt die weiblichen Passagen des Krimis übernimmt, ist dem Ehepaar der Spaß am Lesen deutlich anzumerken. Karin Sahlmann, Organisatorin des Events, ist zufrieden. „Vor einem Jahr hat meine Schwester mich zu einer Lesung mit Bernhard Hatterscheidt nach Leverkusen in die Waldsiedlung eingeladen. Ich war so begeistert, dass ich ihn sofort gefragt habe, ob er das auch bei uns im Lutherhaus in Essen machen würde.“
Über zehn Jahre war der „literarische Abend“ Tradition in der Gemeinde, vor zwei Jahren war dann Schluss damit. „Uns vom Büchereiteam ist es wichtig, dass es weitergeht – schließlich kümmern wir uns um Bücher“, erklärt Sahlmann. Auf weitere Lesungen bei freiem Eintritt kann man sich also freuen.
Damit weiterhin aktuelle Bücher (so auch die Hatterscheidtschen) bereitstehen und Lesungen stattfinden können, sind dem Büchereiteam Spenden natürlich immer willkommen.

Achter Roman in der Mache

Ein Geheimnis verrät der Autor seinen Zuhörern am Ende noch: „Ich schreibe gerade an meinem achten Roman, da begebe ich mich das erste Mal auf neues Terrain. Es wird auch ein Kriminalroman, aber ein etwas grotesker, nicht unbedingt realistischer, worauf der Arbeitstitel: 'Mord und andere Banalitäten' schon hinweist“. Im Oktober nächsten Jahres wird der Band erscheinen und man darf gespannt sein.

Text: Doris Brändlein
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