Ode an Rossini: Bedingrader El-Shalom-Chor feiert 30-Jährigen

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Konzert zum runden Geburtstag: Der Bedingrader El-Shalom-Chor führt Rossinis „Petite Messe solennelle“ auf. Fotos: Dluzewski
 
Christoph Lahme, selbst erstklassiger Sänger, gibt sein Wissen streng, aber humorvoll an seine Leute weiter.

Der unter der Leitung von Christoph Lahme stehende Bedingrader El-Shalom-Chor aus St. Franziskus feiert seinen 30-jährigen Geburtstag mit Gioachino Rossinis „Petite Messe solennelle“. 1863 schrieb der aus Italien stammende Komponist Rossini in Frankreich diese „kleine Festmesse“. Der Titel des Werks karikiert die großen Messen mit ihren pompösen Riesenorchestern, die mehr und mehr auf dem Vormarsch waren. Bewusst mit „nur" einem Klavier, einem Harmonium, vier Solisten und zwölf Chorsängern wusste Rossini damalige Persönlichkeiten des Musiklebens, wie Richard Wagner, zu überzeugen.


Der El-Shalom-Chor stellt sich der Herausforderung, dieses beliebte und außergewöhnliche Werk romantischer Chorliteratur aufzuführen. Strenge Kanons und umfangreiche Fugen fordern absolut sichere Notenkenntnis und Präzision. Begleiten werden Robert Weisheimer am Klavier und Christoph Lahme am Harmonium.
Eine besondere Ehre für den Chor ist, dass die bekannten Solisten Sonja Schwechten (Sopran), Franziska Orendi (Alt), Bohyun Mun (Tenor) und Gregor Finke (Bass) die Soloparts des Werks übernehmen werden. Christoph Lahme, leidenschaftlicher Kirchenmusiker mit besonderer Vorliebe für alte Kirchenmusik, ist stolz auf seine 30 Sänger und Sängerinnen: „Es freut mich sehr zu beobachten, wie gerne meine ,Stimmakrobaten' in letzter Zeit an so schwerer Chorliteratur mitgearbeitet haben. Rossini wäre stolz, wenn er unsere Aufführung in der heutigen Zeit hören könnte“, schmunzelt Christoph Lahme.

Liebenswert, aber streng!

Im Jahr 1986, als in London die Welturaufführung von Phantom der Oper stieg und Boris Becker Tennislegende schrieb, fand sich in St. Franziskus eine kleine Gruppe sangesfreudiger Gemeindemitglieder zusammen und gründete den El- Shalom-Chor. Im Jahr 1999 übernahm der Kirchenmusiker Christoph Lahme, Liebhaber, Sammler und Kenner verschiedenster Harmoniuminstrumente, die Leitung. „Ein durch und durch liebenswerter, humorvoller, aber strenger Künstler“, weiß Sängerin Sabine Cleven, „der uns trotz manchmal gewöhnungsbedürftiger Chorliteratur immer wieder zum Lachen bringt.“
Andreas Hochhaus ist jemand, der dem Chor seit 25 Jahren die Treue hält: „Ich schätze das hohe künstlerische Niveau der Stücke sehr. Alles, was ich in den vielen Jahren sängerisch gelernt habe, habe ich unserem großartigen Chorleiter Christoph Lahme zu verdanken.“

Großes Repertoire

Das Repertoire des El-Shalom-Chores umfasst viele Werke namhafter Komponisten: Von Bruckners bekanntem „Ave Maria“ über Antonio Vivaldis „Gloria“ bis hin zu Josef Rheinbergers „Messe Misericordias Domini“. Auch wenn John Rutters Werke, wie beispielsweise „For the beauty of the earth“ oder „Look at the world“ auf dem Konzertplan stehen, genießt das Publikum die harmonische Stimmenausgeglichenheit solcher Stücke.
„Gebt mir ein Halleluja“ heißt es oft. Die vielfältigen Varianten dieser Lobpreisung gehen vom großartigen Händel bis zum feinfühligen Leonard Cohen. Traditionelle Spirituals, englische, hebräische und finnische Auszüge aus Messen – die El- Shalomer sind offen für anspruchsvolle Chorpartituren. Zahlreiche Konzertauftritte, sowie musikalische Gestaltung von Gottesdiensten liegen bereits hinter der Gruppe.

Buntes Buffet

Stellt man dem Chor die Frage, was das gemeinsame Musizieren ausmacht, erhält man viele Antworten: „Es sind die ganz vielen tollen Momente“, freut sich Martin Kleinebrahm. „Einen schöneren Start in das Wochenende mit den Chorproben am Freitagabend kann ich mir nicht vorstellen“. Elisabeth Müller schätzt die konsequente Art mit Lahme zu proben: „Christoph Lahme beeindruckt uns immer wieder, wenn er jede Stimme perfekt vorsingen kann.“ Auch Christian Klöppner ist von der Ausgeglichenheit und Harmonie der vier- bis achtstimmigen Chorpartituren begeistert. „Besonders schön ist auch“, so Christian Klöppner, „dass wir nicht nur gut proben, sondern auch gut feiern können, denn einmal im Monat wird nach der Probe gemütlich bei Speis und Trank zusammengesessen. Jeder bringt zu diesem Anlass etwas mit, so dass es immer ein buntes Buffet gibt.“ „Ich finde es toll, dass auch nach 30 Jahren Chorarbeit interessierte Mitsänger bei uns herzlich Willkommen sind“, betont Regina Kleinebrahm. „Wer sich also gerne musikalisch weiter entwickeln möchte, kann gerne die kommenden Freitagsproben von 19 Uhr bis 20.30 Uhr im Pfarrheim von St. Franzikus besuchen.“ Ein jährliches Chorwochenende rundet die ganze Sache ab – intensive Proben, Spaß und Geselligkeit bei einem guten Glas Wein – so soll es sein.

Am 2. Oktober

Das Konzert mit Gioachino Rossinis Petite Messe Solenelle findet am 2. Oktober , ab 17 Uhr, in der Kirche St. Franziskus, Rabenhorst 2, in Bedingrade statt. Der Eintritt ist frei, jedoch wird um Spenden für die musikalische Arbeit gebeten.
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