Patchwork Vielfalt

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Gemeinsam stellen die Traumquilter in der Alten Cuesterey in Borbeck ihre kunstvollen Decken aus. (Foto: Winkler)
 
Gabi Mett hat ihre Quilts bereits in vielen Ländern der Welt gezeigt. Die Essener Künstlerin führt am Eröffnungstag der Ausstellung in die besondere Technik des Quiltens ein. (Foto: Winkler)

Viele kennen es aus Amerika: Dort erfreut sich das Quilten einer langen Tradition. Doch erfunden wurde die Technik, bei der drei Lagen verschiedenster Stoffe miteinander verbunden werden, vermutlich in China.

Bei den Traumquiltern, einer 15-köpfigen Frauengruppe, die sich regelmäßig alle zwei Wochen für drei Stunden im Paulusforum in Gerschede zum gemeinsamen Quilten trifft, steht die traditionsreiche Handarbeitstechnik hoch im Kurs. Ab Sonntag, 23. Juni, stellen die Traumquilter ihre Näharbeiten in den Räumen der Alten Cuesterey in Borbeck aus.
Kennen- und mögen gelernt haben sich die Frauen in einem Kurs in der katholischen Familienbildungsstätte. „Alles hat damit angefangen, dass ich vor knapp zehn Jahren die Idee hatte, in Gemeinschaft zu quilten“, erinnert sich Roswitha Kohns. Seit 30 Jahren arbeitet sie bereits kunstvolle Patchworkdecken.
Das Interesse der Kursteilnehmer war riesig. „Zwischenzeitlich mussten wir sogar einen größeren Raum für unsere Treffen finden“, berichtet die Kursleiterin. Auch Brigitta Heinen quiltet mit Leidenschaft. „Für meine Enkel - und natürlich den Rest der Familie.“ Für sie sind die Quilts, die immer aus drei Lagen, dem Top, einer wärmenden Schicht Vlies und einer Rückseite bestehen, Gebrauchsgegenstand.
Für andere spielt der künstlerische und dekorative Teil eine größere Rolle. „Man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen und aus allen alten Stoffen etwas Neues schaffen. Für mich persönlich ist ein Quilt mehr als eine wärmende Decke“, beschreibt Eva Derxen.
Für Kursleiterin Roswitha Kohns ist das Quilten wie eine positive Sucht. „Wir sind sozusagen von der Nadel und den Stoffen abhängig. Doch das ist nicht schlimm, denn das Arbeiten macht Spaß und es entspannt. Ich könnte den ganzen Tag vor der Nähmaschine sitzen.“
Neben den Traumquiltern stellt auch Gabi Mett ihre Werke in Borbeck vor. Die Essenerin, seit 1989 als freischaffende Künstlerin tätig, bietet europaweit Quiltkurse an, hat Bücher und Hefte rund um das Thema verfasst. Sie quiltet ausschließlich für die Wand. „Generell verwende ich alle möglichen Stoffe und Stiche. Mir geht es dabei um die dekorative Wirkung eines fertigen Quilts.“
Bezahlbar ist eine solche Arbeit zumeist nicht. „Es stecken durchschnittlich 60 bis 70 Arbeitsstunden in einem normal großen Exemplar. Natürlich variiert die Zeit genau so wie das Material, das man verwendet“, erklärt Mett. Ihre Arbeiten hat die Essenerin im Rahmen vieler internationaler Ausstellungen in den verschiedensten Ländern der Erde gezeigt. Jetzt ist die Alte Cuesterey in Borbeck an der Reihe.
Vom 23. Juni bis 7. Juli dreht sich dort am Weidkamp 10 alles um das Thema Quilt. Doch es geht nicht ums Anschauen allein. Wer seine eigene Fingerfertigkeit unter Beweis stellen möchte, kann sich von den Frauen die Technik erklären lassen und selbst versuchen, an einem Quilt mitzuarbeiten. Auch Gespräche mit den Künstlerinnen sind möglich. Als zusätzliches Highlight wird ein Gemeinschaftsquilt, also ein Quilt, an dem die Gruppe lange gemeinsam gearbeitet hat, verlost.
Lose kann man für einen Euro in der Alten Cuesterey kaufen. Der Erlös wird der Schreikindambulanz zugute kommen, die seit 10 Jahren mit der Hilfe von Spenden Mütter durch Betreuung und Beratung unterstützt.


Zur Ausstellung:
- Die Ausstellung der Traumquilter mit dem Titel „Patchwork Vielfalt“ ist vom 23. Juni bis 7. Juli in der Alten Cuesterey am Weidkamp zu sehen.
- Beginn der Vernissage ist am Sonntag um 11 Uhr. Es gibt Musik und einen kleinen Vortrag zur Einführung in die Technik des Quiltens.
- Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist die Ausstellung täglich zwischen 15 und 18 Uhr, außer montags.
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Marlis Trapitz aus Düsseldorf | 24.06.2013 | 17:27  
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