Reisesplitter - Ausstellung in Essen-Borbeck

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Die Mitglieder der Gruppe „3+“ Manfred Boiting und Doris Brändlein mit der eingeladenen Künstlerin Annika Gemlau und einem ihrer Werke. (Foto: Walden)
Essen: Steenkamp Hof |

Die Ambivalenz von Vertraut und Fremd zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten möchte die Künstlerin Annika Gemlau durch ihre Werke verringern. Sie malt Portraits von verschiedenen Menschen, und will Empathie bei den Betrachtern wecken.

Ausstellung von Annika Gemlau im Steenkamp Hof, Reuenberg 47 a


Ein Mal im Jahr lädt die Künstlergruppe „3+“, bestehend aus Manfred Boiting, Doris Brändlein und Herbert Oettgen, einen Künstler dazu ein, Werke von sich auszustellen. Dieses Jahr wurde die 25 jährige Annika Gemlau eingeladen, eine Ausstellung im Steenkamp Hof am Reuenberg 47a in Essen zu veranstalten. Diese trägt den Namen „Reisesplitter - Bilder im Gepäck“.
Die Künstlerin wuchs in Borbeck auf, studierte Romanistik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und machte ein Auslandsjahr in Granada in Spanien. „Ich habe immer schon gemalt, doch immer in der Freizeit. Erst durch mein Jahr in Granada habe ich mich wirklich als Künstlerin definiert. Die Leute malen und zeigen ihre Kunst dort auf der Straße. Von da an wollte ich meine Bilder auch mit anderen teilen“, erzählt Annika Gemlau.

Reiselust und Fernweh


Durch das Jahr in Granada wurde auch ihre Reiselust geweckt: Sie reiste über den Balkan, in die Türkei und nach Griechenland.
In ihrem zweimonatigen Aufenthalt in der türkischen Kleinstadt Ayvalik sind die meisten Werke, die nun im Steenkamp Hof zu sehen sind, enstanden.
Ihren Fokus hat die Studentin hauptsächlich auf Frauen gelegt. Sie malte viele Portraits von Türkinnen mit und ohne Kopftuch. Dabei betont sie aber, dass die Zeichnungen keinesfalls ein ethnografischer Überblick der Frauen in Ayvalik sind, sondern vielmehr eine Wahrnehmung von einzelnen Menschen, ihren Gesichtern und deren Geschichten.
„Der Hang, unsere Umwelt in Vertrautes und Fremdes zu unterteilen, soll überwunden werden, indem die Portraits Empathie bei den Betrachtern auslösen.“ erklärt die junge Künstlerin. Sie legt Wert darauf, dass die Betrachter ihrer Bilder nicht die Unterschiede zwischen sich und den abgebildeten Menschen sehen, sondern trotz der Andersartigkeit das Gemeinsame in den Fokus gerückt wird: die Menschlichkeit. Das Verständnis und das Einfühlungsvermögen füreinander soll erhöht werden.
„Annika war mir direkt symphatisch und ihre Werke haben mich sehr angesprochen. Durch sie kann ich den abgebildeten Menschen vorurteilslos betrachten und versuchen auf ihn zuzugehen“, antwortet Manfred Boiting auf die Frage, warum ausgerechnet Annika Gemlau eingeladen wurde. Auch seine Kollegin aus der Gruppe „3+“, Doris Brändlein, ist zufrieden mit der diesjährigen Auswahl: „Annikas Engagement hat mich beeindruckt. Sie hat das gesamte Programm innerhalb der Ausstellung selbstständig organisiert. Solch einen Einsatz hatten wir in dieser Form noch nie.“ Sie freut sich außerdem, dass sie grade jungen Künstlern ein Podium bieten können, um ihre Werke der Öffentlichkeit zu zeigen.

Die Ausstellung


Am Samstag, 8. August wurde die Ausstellung um 15 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Der „WorldBeatClub - Tanzen und Helfen e.V.“ unterstützt diese musikalisch. Am folgenden Donnerstag, 13. August erzählen Flüchtlingsfrauen von ihrer Flucht aus den jeweiligen Heimatländern und von ihrem Leben hier in Deutschland. Dazu wird ab 19 Uhr herzlich eingeladen. Der letzte Programmpunkt der Ausstellung findet am Mittwoch, 19. August, um 20 Uhr statt. Dort wird aus dem Roman „Zu Hause. irgendwo“ von Nada Awar Jarrar gelesen. „Der Roman beschreibt meine Gefühle beim Reisen und beim Malen sehr gut. Deswegen dachte ich, dass eine Lesung innerhalb des Rahmens der Ausstellung passend wäre“, erklärt die Künstlerin.
Wer sich die Bilder und den Ausstausch mit Annika Gemlau nicht entgehen lassen will, kann die Ausstellung vom 8. bis zum 23. August jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr besuchen. Innerhalb der Woche können Interessenten sich die Bilder unter Absprache unter der E-Mail Adresse annikagemlau@gmail.com anschauen.


von Rebecca Spielkamp
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