Schönebecker Grundschüler lernen Fürstäbtissin kennen

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Im Schlosspark machten sich die Grundschüler auf die Suche nach historischen Orten, die es früher einmal dort gab. Foto: Debus-Gohl

Im Halbkreis hatten sich die 140 Kinder vor dem imposanten Eingang von Schloß Borbeck aufgestellt und erwarteten mit Spannung den Auftritt der Fürstäbtissin. Und dann war es soweit. Hofmusikant Günter Eggert setzte sein Waldhorn an die Lippen, das Portal öffnete sich und Maria Kunigunde Dorothea Hedwig Franziska Xaveria Florentina von Sachsen, kurz Maria Kunigunde, die ab 1776 als Fürstäbtissin des Stifts Essen residierte, schritt würdevoll zum Empfang ihrer Gäste.

Der Förderverein Schloß Borbeck hatte zum alljährlichen "Historischen Schloßtag" eingeladen, dieses Mal die Kinder und Lehrer der Roten Schule in Schönebeck. Ein Parcours durch den historischen Park wartete auf die Kids, aber das war noch nicht alles. Eine Fragestunde bei der Fürstäbtissin im Schloß, eine Bewegungsstation mit mittelalterlichen Spielen, eine Kreativstation im Schwalbennest und eine Märchenstunde in der Galerie des Wirtschaftsgebäudes gehörten zum Programm dieses etwas anderen Schultages.
Los ging es mit dem Rundlauf durch den Park. Gesucht waren die historischen Orte, die es früher gab, aber heute teilweise nicht mehr zu sehen sind, wie der Eiskeller, die Ruine, der Teich und die Borbecke. Da sich die Kids gruppenweise auf die Reise in die Geschichte begaben, war für die Klassen von Lena Hillebrand und Meike Wiciok erstmal eine kleine Frühstückspause angesagt. „Die Kinder und wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr zum historischen Schloßtag eingeladen sind.“ Hillebrand und Wiciok sind begeistert. „Wir hatten in der letzten Woche mit dem Förderverein einen Vorbereitungslauf durch den Park und haben dann mit den Kolleginnen den Tag vorbereitet. So können die Kids gleich im Schwalbennest das Schloß Borbeck im Stil von Andy Warhol ausmalen und sich an der Bewegungsstation im Tauziehen ausprobieren oder Lanzen durch einen Hula Hoop Reifen werfen.“

Jede Menge Fragen

Zu den historischen Punkten hatten die Kids jede Menge Fragen. Besonders beeindruckend war der ehemalige Eiskeller, der früher auch nur der wohlhabenden Bevölkerung zur Verfügung stand. Die Vorstellung, dass man früher ohne Kühlschrank auskommen musste, ist für die Kids kaum fassbar. Auch am Leben und dem prachtvollen roten Samtkleid der Fürstin waren die Kinder sehr interessiert und wollten mit dem Fragen gar nicht mehr aufhören. Zeit zum Zuhören, Lauschen und Entspannen war es dann bei der Märchenstunde von Franz Josef Gründges.
Nicht nur viele neue Informationen und Erfahrungen durften die Kids mit nach Hause nehmen – jedes Kind bekam eine Autogrammkarte mit dem Lebenslauf der Fürstäbtissin überreicht, als Erinnerung an den Tag.
„Wir haben in der Klasse ein Erinnerungsbuch in dem wir unsere Ausflüge, besondere Ereignisse und unseren Tagesablauf festhalten. Das gestalten die Kinder morgen weiter und da können sie die Autogrammkarten gut gebrauchen“, freut sich Hillebrand.


Text: Doris Brändlein
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