Volles Programm beim runden Geburtstag der Dubois-Arena

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Die Borbecker feierten am Wochenende ihre Arena. (Foto: Debus-Gohl)
 
Die Zuschauer auf den Rängen hatten ihren Spaß. (Foto: Debus-Gohl)

Genau vor 20 Jahren erlebte die traditionsreiche Dubois-Arena ihre Wiedereröffnung und am vergangenen Samstag wurde dieser Jahrestag in Borbeck gebührend gefeiert.

„Am 24. August 1996 war auch Helge Schneider zur Eröffnung hier und hat meine Partitur, deren Seiten ich nebeneinander geklebt hatte, auf seine ganz eigene Weise interpretiert“, erinnert sich schmunzelnd Günter Eggert, damaliger Leiter des Schönebecker Jugend-Blasorchesters.
Und auch zur 20-Jahr-Feier durfte das Orchester natürlich nicht fehlen. In anderer Zusammensetzung als damals, aber in ihrer gewohnt schwungvollen und professionellen Art unterhielten die Schönebecker mit ihrem Leiter Sebastian Scharenberg das zahlreich erschienene, begeisterte Publikum.
Dem unermüdlichen Einsatz des SJB ist es überhaupt erst zu verdanken, dass die Arena seit 20 Jahren wieder für Konzerte, Theateraufführungen und jährliche Feste genutzt werden kann.
Auch Franz Josef Gründges lag die Arena immer am Herzen. Er war und ist Ideengeber und Motor, hat 1996 den Verein Dubois-Arena gegründet, der dann in den Förderverein Schloss Borbeck überging, dessen Vorsitzender Gründges heute ist.

Damals Austragungsort für Boxkämpfe

In den 50er-Jahren von Mitgliedern des Essener Boxclubs Dubois (EBD) in Eigenleistung als Box-Arena gebaut, diente die damals kreisrunde Anlage als Austragungsort für zahlreiche Boxkämpfe, zum Beispiel auch 1953 beim großen Länderkampf Spanien gegen Deutschland. Der unvergessene Max Schmeling hat bei einem Kampf als Ringrichter fungiert und als der Kölner Boxer Peter "dä Aap" Müller bei einer Veranstaltung das Orchester dirigieren sollte, sagte er grinsend zu Günter Eggert, der ihm den Taktstock reichte: „Isch weiß wie dat geht, isch ben selvs em Showgeschäft“.

Eröffnung 1996

Nach Jahren intensiver Nutzung als Sportarena und nach dem Tod von Ernst Dubois im Jahre 1957 verfiel der Bau in den 1960er- und 1970er-Jahren mehr und mehr. Doch nach der Sanierung und dem Umbau - heute existiert ein Tribünen-Halbkreis mit gegenüberliegender Bühne - stand der Eröffnung 1996 nichts mehr im Wege.
Herrmann Müller, Ex-Boxer und ehrenamtlicher Trainer im Don Bosco Club Borbeck, hat vor 50 Jahren als Mitglied des BC Borbeck selbst in der Arena geboxt und den Untergang des Amphitheaters hautnah miterlebt. „Ich konnte damals nicht glauben, dass ein Orchester da spielen soll“, erzählt er, „aber jetzt bin ich sehr froh darüber."
Auch Patrick Korte, seit einem Jahr Profiboxer und 2015 in sechs Kämpfen unbesiegt, hat schon mit den Don Bosco Kids trainiert. Seit vier Jahren gibt es den Box-Club, der mit bis zu 100 trainierenden Kinder pro Woche der größte Club dieser Art in NRW ist. Die kleinen und großen Sportler zeigten dann auch beim Aufwärmtraining und einigen Paar-Übungen mit wie viel Spaß sie bei der Sache sind. Nicht weniger Spaß hatten die Kids des Tanzprojektes des Clubs. „Die Kinder freuen sich immer über eine Auftrittsmöglichkeit, bei der sie ihre Freude am Tanzen zeigen können“, meint Susanne Bier, Leiterin des DBC.
Beim Arenafest durften auch die „Flotten Socken“ nicht fehlen, die mit ihren fröhlichen Tanzeinlagen für Stimmung sorgten.
Die Vorgeschichte zur Entstehung seines Krimis „Mord in der Arena“ ist berührend, traurig, aber auch außergewöhnlich. „Ich hatte immer schon mit dem Gedanken gespielt, ein Buch zu schreiben, aber die „Schwemme“ an Krimis auf dem Markt hat mich davon abgehalten“, erzählt Franz Josef Gründges. Als aber Irmgard Knippen, der „Engel der Notenkiste“ die Krebs-Diagnose bekam und wusste, dass sie sterben würde, hatte sie nur noch einen Wunsch an Gründges: „Ich möchte, dass du einen Krimi schreibst, in dem die Dubois-Arena eine Rolle spielt“. Täglich brachte Gründges ihr die neu geschriebenen Seiten und nach drei Monaten war der Roman fertig. Das letzte Kapitel konnte Irmgard Knippen nicht mehr lesen, sie starb in der Nacht vorher. „Erst war es eine private Geschichte, die ich Irmgard gewidmet habe“, erzählt Gründges, aber jetzt, fünf Jahre nach ihrem Tod, denke ich daran, die Geschichte zu veröffentlichen und vielleicht erscheint sie nächstes Jahr im Klartext-Verlag“, sagt er und liest ein Kapitel seines geschichtsträchtigen Krimis an diesem geschichtsträchtigen Ort.
Und auch der Grandseigneur des Schönebecker Jugend-Blasorchesters,
Günter Eggert, darf noch seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Mit dem von Sebastian Scharenberg an ihn übergebenen Taktstock lässt er es sich, zur Freude aller, nicht nehmen, das Orchester taktvoll durch das Stück „Hootenanny“ zu führen und mit dem berühmten „Eggert-Hüpfer“ am Ende des Stückes zu beweisen, dass die Musik ihn jung gehalten hat.
Text: Doris Brändlein
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