Vor 100 Millionen Jahren

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Wie sah es hier vor 100 Millionen Jahren aus? Was gab es hier für Tiere und Pflanzen? All das erfuhren die Schnipseljagd-Teilnehmer an der Station in Unterfrintrop. (Foto: Lisa Schwermer)
 
Ein paar Informationen für die Teilnehmer gab es vor dem Start des Vortrags. Bevor das Rätsel gelöst werden kann, gibt es ein paar Informationen vorweg. (Foto: Lisa Schwermer)

Die Grüne Hauptstadt nimmt weiter Fahrt auf. Am Sonntag waren alle Essener zu einer ganztägigen Schnipseljad entlang der NaturLinie 105 eingeladen. Auch auf der Frintroper Höhe und am Schloß Borbeck wurde Rast gemacht.

"Neun Gruppen mit rund 60 Personen waren heute unterwegs - von Jugendlichen bis zur Seniorengruppe", erzählt Eva Kabus, Standbetreuerin. Ob Jung oder alt, mit der Bahn oder dem Fahrrad, Schnipsel für Schnipsel klappern die Teilnehmer verschiedenste Station entlang der NaturLinie 105 ab. Dabei probieren sie Chi Gong, hauen auf Cajon Trommeln und basteln recyclingfreundliche Bälle - unterschiedlicher könnten die Stationen bei der Jagd kaum sein.
Bevor es zum kühlen Cocktail in den Krupp-Park geht, lauscht die Gruppe mit dem Namen Tannengrün aufmerksam dem Vortrag auf der Frintroper Höhe. "Bei dem Vortrag ging es um verschiedene Fragen: Wie hat dieser Ort eigentlich vor 100 Millionen Jahren ausgesehen? Welche Tiere und Pflanzen gab es dort?", erzählt Eva Kabus beim Abbau.
Doch die Informationen einfach nur abzulesen, das haben die Planer und Veranstalter nicht eingesehen - ein Schauspiel soll es sein. Wolfram Bötzle und Michael Zier sind Schausteller und reisen zusammen mit den Zuhörern zurück in eine andere Welt. Da lässt sich mit ein wenig Fantasie auch gleich der Strand erkennen, durch den das Meer an dieser Stelle einst geflossen ist. Und wo Meer ist, ist auch mehr; Ammoniten, Belemniten, Knochenfische und Muscheln hat es hier vor 100 Millionen Jahren gegeben.
"20 Millionen Jahre später kamen die Reptilien dazu", weiß Kabus. Es gab Motten, Bienen, Wespen, Ameisen und die ersten Vögel. "Und zu der Zeit ist ein fliegendes Monstrum aufgetaucht, der Pteranodon aus der Familie der Flugsaurier."
Die Station in Unterfrintrop war ganz nach dem Geschmack von Christian Grafschmidt. "Es war sehr schön." Allerdings gibt es auch Kritik: "Bei den anderen Stationen hat mir die Verbindung zur Grünen Hauptstadt und zur Stadt Essen gefehlt", erzählt der Teilnehmer am Ende der Tour. "Trommeln und Chi Gong sind für mich eher etwas Kulturelles", findet auch Nicole Richter, die gemeinsam mit Grafschmidts Gruppe unterwegs war. "Auch bei der Schlossführung hätte man sicher mehr Bezug zum Schloss und dem früheren Fürstentum nehmen können", berichtet der Essener weiter. "Es wurden Geschichten erzählt, welche wir für wahr oder falsch einschätzen sollten", sagt Anna Reistorft, die mit ihrer selbsternannten Gruppe der "Mintgrünen Panzerknacker" unterwegs war. "Uns hat der Tag gut gefallen, aber die Schlossführung war nicht so schön. Wir haben meistens falsch geraten", erzählt sie weiter. Gleichermaßen könnte bei der nächsten Schnipseljagd an der Streckenführung gearbeitet werden. "Wir mussten mit unseren Rädern von der Frintroper Höhe in Richtung Stadt und wieder zurück zum Schlosspark", sagt Grafschmidt. Wer da ohne Motor am Fahrrad unterwegs und nicht ortskundig war, kam durchaus an seine Grenzen.
Wer es aber bis zum Ende durchgehalten hat, der konnte es sich im Krupp-Park gut gehen lassen: bei Sonne, kalten Cocktails und House-Musik. Bis dahin sind aber nicht alle mitgeschnipselt. "Unterwegs haben sich einige Teilnehmer verabschiedet", so Kabus. Ob dies an der Hitze, den Stationen oder der Tourenplanung lag, ist fraglich.
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