3D-Optik an der Bocholder

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Fast wie am Meer fühlen sich Familie Unkel und der Künstler vor dem neuen 3D-Torbogen. Fotos: Debus-Gohl
 
Simon und Ralf Unkel gucken Reiner Bollmer über die Schulter (v.l.).

Fassadenmalerei, die man sonst nur aus dem Urlaub in Oberbayern oder Tirol kennt, ist dank Künstler Reiner Bollmer nun auch in Essen zu bewundern.

„Wir wollten eine mediterrane Atmosphäre, ein Ambiente, das an Urlaub erinnert, für unsere Kunden und uns schaffen“, erzählt Ralf Unkel, Chef des seit über 50 Jahren in Essen ansässigen Muschel & Fisch Groß- und Einzelhandels. „Und da kam Reiner Bollmer ins Spiel“. Bei einem Ausflug nach Bremerhaven war Familie Unkel tief beeindruckt von einer 15 Meter langen und sechs Meter hohen Mauer, die der Künstler bemalt hatte - und da stand der Entschluss sofort fest: „So etwas wollen wir auch bei uns!“

Überraschung für den Kunden

Deshalb ist der Maler aus Wietmarschen seit zwei Wochen in seinem Element, hat unzählige Pinsel in allen Stärken und Formen mitgebracht und eine Kiste voller Acrylfarben. „Ich höre mir die Ideen des Kunden an, mache Vorschläge und es entwickelt sich im Gespräch ein passendes Motiv, das ich dann mit realistischer Illusionsmalerei in 3D-Optik auf die Wand male“ erklärt Bollmer.
So auch auf den beiden im rechten Winkel stehenden Mauern, die den Hof des Unternehmens begrenzen. Der Blick durch drei große Torbögen auf Dünen, Meer und eine im Hintergrund zu sehende Insel überrascht jeden Kunden, der um die Ecke kommt. Doch auch der zweite und dritte Blick lohnt sich, entdeckt man doch immer wieder neue Details, wie zum Beispiel die Gummistiefel, die an der Mauer stehen, eine kleine Eidechse, die sich in einer Mauernische in der Sonne wärmt oder das schattenwerfende Efeu, das sich über die Mauer rankt.
Reiner Bollmer wurde schon von seinen Eltern ermutigt, einen künstlerischen Beruf zu erlernen. „Ich wollte gerne eine Ausbildung zum Kinoplakatemaler oder in der Lüftlmalerei machen, aber beides war in meiner Umgebung nicht möglich“, bedauert er. Dann hatte er das Glück, eine Ausbildungsstelle zum Musterzeichner in einer Textilfirma zu bekommen, wo er Strukturen zeichnen musste. Das Nacharbeiten von Tierfellmustern, Marmoreffekten, Holzmaserungen und Steinoptik bereitete ihn optimal auf seine jetzige Arbeit vor. Vor 15 Jahren wagte er dann den Schritt in die Selbständigkeit, hatte zwei Galerien, in denen er eigene Arbeiten, wie Porträts und Landschaftsbilder ausstellte. Irgendwann wurde er gefragt, ob er ein Karussell bemalen würde und von da an wurden die Gemälde immer größer – Autos, Kirmeswagen und schließlich Außen- und Innenwände für Gastronomie und Privatpersonen sind die bevorzugten Aufträge, für die er durch ganz Deutschland reist. „Auch auf Mallorca habe ich schon eine Ferienwohnung gestaltet“ berichtet er stolz und hat viele Pläne für die Zukunft.

Jede Menge Perspektiven

Kurse für Wandmalerei, eine Begegnungsstätte für Kunst- und Malinteressierte, vielleicht mit angeschlossenem Café, Workshops für Kinder und Erwachsene sind nur einige der Ideen, die er gerne umsetzen möchte. „Wenn ich die körperlich anstrengende Arbeit der Wandmalerei mal nicht mehr schaffe, habe ich so jede Menge Perspektiven“ freut er sich.

Text: Doris Brändlein
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