Belasteter Bauschutt bei Harmuth?

In der vergangenen Woche waren drei Container mit möglicherweise PCB-belastetem Bauschutt bei Harmuth entdeckt worden. Ein Umweltlabor untersucht derzeit, was genau der Schutt enthält. Erst dann kann geklärt werden, wie und wo das Material entsorgt wird. (Foto: Winkler)
Der Fall Envio ist noch in den Hinterköpfen. Deshalb wollen Politik und Anwohner den möglichen PCB-Müll-Fund auf dem Gelände des Essener Entsorgungsunternehmens Harmuth in keinem Fall auf die leichte Schulter nehmen.
Über sieben Tonnen verdächtige Abfälle sind dort bei einer routinemäßigen Anlagen-Überwachung entdeckt worden. Nach Angaben von Harmuth-Geschäftsführer Stefan Strüngmann handelt es sich dabei um Bauschutt aus einer Lüner Schule sowie einem Krankenhaus aus Duisburg. Marielle Erb von der Bezirksregierung Düsseldorf wollte die Herkunft des Materials noch nicht bestätigen. Wohl aber, dass es noch keine Sicherheit gebe, ob und wie stark der Bauschutt belastet sei.
„Das angelieferte Material sah unseren Mitarbeitern verdächtig aus“, so Strüngmann weiter. Deshalb sei ein Umweltlabor mit der genauen Untersuchung der Inhaltsstoffe beauftragt worden - vor der Anlagenüberwachung. Ein Routineprozess.
Die betroffenen Container stehen seitdem verplant und verschlossen in einem Sicherstellungsbereich des Unternehmens. „Mitarbeiter sind nicht in Kontakt mit den Materialen gekommen“, versichert der Geschäftsführer.
In zehn Tagen, so schätzt Strüngmann, werden die Laborergebnisse vorliegen. In Absprache mit der Bezirksregierung werde dann entschieden, wie und wo der Bauschutt entsorgt werden muss. Das wurde am Dienstag vor Ort in Essen festgelegt.
„Gehört PCB zu den Inhaltsstoffen, hat Harmuth keine Genehmigung für eine Entsorgung“, so SPD Ratsherr Friedhelm Klix im Gespräch mit dem Borbeck Kurier. Klix fordert umgehend Informationen zum Stand der Ermittlungen und möchte das Thema in die Tagesordnung der am 3. Juli anstehenden Sitzung des Essener Umweltausschusses aufgenommen wissen. „Es muss dringend geprüft werden, ob die Verbrennungsanlage des Unternehmens bis zur Klärung ihren Betrieb einstellen muss“, geht der Borbecker sogar noch einen Schritt weiter. „Die Gesundheit der Menschen steht über den betriebswirtschaftlichen Sachzwängen des Unternehmens.“ Ulrich Schulte-Wieschen, Sprecher der SPD-Bezirksfraktion, sieht die Befürchtungen der Anwohner, die sich mit mehr als 4000 Einsprüchen gegen eine Inbetriebnahme des Verbrennungsofens gewehrt hatten, bestätigt. „Auch eine zügige Berichterstattung in der Bezirksvertretung ist aus meiner Sicht erforderlich, notfalls auch in einer Sondersitzung der BV. “
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Andre Wolbach aus Essen-Steele am 26.06.2012 um 22:13 Uhr  
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