Den Kindern von St. Maria Immaculata Zeit und Raum geben

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Schock nicht nur für die Eltern: Nach den Übergriffen in St. Maria Immaculata steht nun die Aufarbeitung an. Foto: Debus-Gohl

Es war ein Schock, nicht nur für die Eltern der Kita St. Maria Immaculata: Ein Kind soll getreten, ein anderes an den Stuhl gefesselt worden sein. Die Fröbel Bildung und Erziehung gGmbH, Träger des Borbecker Kindergartens, reagierte prompt: Drei Mitarbeiterinnen – unter ihnen die Kita-Leitung – sind seitdem nicht mehr in der Einrichtung tätig, davon eine auf eigenen Wunsch. Jetzt beginnt die Aufarbeitung.

„Wir können die berichteten Vorfälle nicht ausschließen“, bestätigt Tibor Hegewisch, Pressesprecher Fröbel Bildung und Erziehung gGmbH. „Für diesen Fall gehen wir aber von einer einmaligen derartigen Situation aus.“ Am 27. September erfuhr der Träger, dass es im Kindergarten St. Maria Immaculata in einer Essenssituation zur Maßregelung von Kindern in einer von zwei Gruppen gekommen ist. Konkret hatte ein Kind seinen Eltern berichtet, dass eine Erzieherin gegen seinen Stuhl getreten und dabei auch sein Bein getroffen hätte. Außerdem sei ein anderes Kind einmal mit einer Kinderschürze an den Stuhl gebunden worden.

Transparenz und Vertrauen

Fröbel ist den Vorwürfen sofort nachgegangen. Dazu wurden Gespräche mit Mitarbeiterinnen, Elternrat und Eltern geführt, Landschaftsverband Rheinland sowie Jugendamt informiert und erste Maßnahmen eingeleitet. „Wir sind im regelmäßigen Austausch mit dem Träger und dem Landesjugendamt“, bestätigt auch Jasmin Trilling, Pressereferentin der Stadt Essen. Fröbel arbeitetet nun intensiv an der Klärung und Aufarbeitung. „Bei unseren weiteren Entscheidungen haben wir zuallererst die Kinder im Blick“, erklärt Pressesprecher Hegewisch. „Transparenz und Vertrauen in der Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns auch in solchen Situationen oberstes Gebot.“
Schon am 4. Oktober wurde deshalb die Elternschaft sowohl über den Vorfall selbst als auch über die getroffenen Maßnahmen informiert. Mit den betroffenen Eltern ist Fröbel weiter in Kontakt. Größte Aufgabe für alle Beteiligteni st aber, dafür zu sorgen, dass die Kinder wieder gerne in die Fürstenbergstraße kommen: „Für sie war die Situation nicht einfach“, erinnert sich Bärbel Klünter, aktuelle Kita-Leitung in St. Maria Immaculata. „Neue Erzieherinnen waren plötzlich da, Kamerateams waren vor Ort.“ Beispielsweise im Morgenkreis und in kleineren Gruppen wird nun Zeit und Raum gegeben, über die Geschehnisse zu sprechen und die Veränderungen zu verstehen. Die Kinder sollen begreifen, dass es eine Entscheidung der Erwachsenen war, dass die anderen Erzieherinnen nicht mehr hier sind. „Es ist auch wichtig, dass Kinder sagen, was ihnen nicht gefällt“, betont Klünter.

Projekt zur Selbstwertstärkung

Zusätzlich arbeiten Fachberatung und Team noch für dieses Jahr an einem Angebot: „Wir planen für den Kindergarten ein Projekt mit den Kindern zur Selbstwertstärkung – mit den Schwerpunkten Gefühle, Streiten und vertragen, Regeln im Umgang“, erläutert Dr. Gudrun Rannacher, stellvertretende Geschäftsführerin Fröbel Bildung und Erziehung.

Fröbel

Die Fröbel Bildung und Erziehung gGmbH mit Sitz in Berlin ist anerkannter freier Träger der Jugendhilfe und Mitglied im PARITÄTISCHEN Gesamtverband. Sie betreibt über 150 Krippen, Kindergärten und Horte sowie Einrichtungen im Bereich Hilfen zur Erziehung. Bundesweit werden gegenwärtig über 13.000 Kinder von rund 2.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Fröbel
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