Ein Mann mit Humor - Thomas Kutschaty zu Gast beim Borbecker Salongepräch

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Moderatoren und Gast (v.l.): Justizminister NRW Thomas Kutschaty, Doris Brändlein und Wolfgang Sternkopf. Der SPD-Politiker war jetzt zu Gast beim Borbecker Salongespräch. (Foto: Debus-Gohl)

"Es hat richtig gut getan, hier zu sein. Nicht nur der Abend, auch die Vorbereitung war wohltuend. Ich hab mich mit Dingen auseinandersetzt, mir Fragen gestellt, für die ich mir sonst vielleicht nicht die Zeit genommen hätte." Thomas Kutschaty gab sich aufgeräumt. Trotz anstehender Landtagswahl, die bekanntlich für seine Partei nicht wirklich gut ausgegangen ist, hatte der Justizminister die Einladung an- und auf dem roten Sofa in der Alten Cuesterey Platz genommen.

Gut gelaunt gab er dem Moderatoren-Duo Doris Brändlein und Wolfgang Sternkopf Auskunft über seine Person. Keine langen Pausen, die Antworten des 48-Jährigen auf die Fragen kamen spontan. "Ich denke schon, dass ich jemand bin, der anpackt." Seine Entscheidung, nach der Schule ein Jurastudium zu beginnen, war eine bewusste. "Das was ich machen möchte, das gehe ich auch an." Nicht ganz so gerne habe er den Vorsitz der SPD Essen übernommen, räumte er ein. "Manchmal ist es besser abzuwarten, dann geht so manches auch einfach an einem vorbei", verriet er. Nicht ohne den Nachsatz hinterherzuschieben, dass er heute froh sei, die Aufgabe dann trotz möglicher vorheriger Bedenken angegangen zu sein.

Geduld bewiesen auf dem Verkehrsübungsplatz

Ist Thomas Kutschaty ein ungeduldiger Mensch, ungeduldig gegenüber sich selbst oder seinem Umfeld? "Meiner Familie und vor allem meinen Kindern gegenüber nicht", verriet der Schönebecker. "Das wird mein ältester Sohn bestätigen. Bei seinen ersten Fahrversuchen auf dem Verkehrsübungsplatz hatte ich eine Engelsgeduld." Die Antwort auf den zweiten Teil der Frage müssten seine Mitarbeiter liefern, so der Schönebecker mit einem Augenzwinkern. Die Antwort kam prompt aus dem Publikum: "Nein, so gar nicht."
Der Mann, der seit dem 8. Juni 2005 für die SPD Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen ist und 2010 zum Justizminister ernannt wurde, geriet bereitwillig ins Plaudern. "Erklären Sie mal Ihrer Frau, warum die Medien plötzlich spekulieren, dass sie demnächst Minister werden, wenn sie selbst noch gar nichts wissen und deshalb auch noch nie mit ihr darüber gesprochen haben." Der Anruf von Hannelore Kraft habe ihn trotz aller Spekulationen überrascht. "Bei mir hat sich die Ministerpräsidentin bis dato nicht alle Tage gemeldet."

Ehefrau und Kinder stehen ganz oben auf der Prioritätenliste

Dass das Amt sein Leben verändert habe, räumte er ein. Bodenständig, Familienmensch, Borbecker ist er trotz Dienstlim0usine und der mit seiner Ministertätigkeit verbundenen Aufgaben und Pflichten geblieben. "Und manchmal fände ich es ganz entspannend, nicht dauernd unter öffentlicher Beobachtung zu stehen", räumt er ein. So ganz bald, verriet er, müsse da aber nicht sein. Ein Wunsch, den das Wahlergebnis für die SPD hat nicht in Erfüllung gehen lassen.
Ehefrau und Familie rangieren ganz oben auf der Prioritätenliste Thomas Kutschatys. "Ich versuche, mir nicht auch noch am Wochenende Arbeit mit nach Hause zu nehmen. Dann möchte ich Zeit für die Familie haben." Der Landespolitiker berichtet von gemeinsamen Urlauben mit dem Wohnmobil. "Die begannen nicht erst mit Ankunft in der Toscana. Schon unser erster Stopp an der Mosel war Urlaub." Dienst ist Dienst und Familie ist Familie für den Schönebecker. Mobil ist er stets zweigleisig unterwegs. "Auf dem Familienhandy können mich meine Kinder erreichen, auch tagsüber. Manchmal fehlt ihnen allerdings das Verständnis, dass ich nicht immer sofort antworten kann. Als Minister komme ich um ein Diensthandy natürlich nicht herum."

Glühbirne in der Abstellkammer

Die Digitalisierung hat unsere Welt verändert. "Aber das hat die Industrialisierung auch." Allerdings habe auch er manchmal das Gefühl, so Kutschaty, dass sich unsere Welt immer schnelle drehe und längst nicht mehr so rund laufe wie sie es früher einmal getan hat. "Aber wir können und müssen selbst entscheiden, wie weit wir da mitmachen." Einkaufen im Netz sei beispielsweise so gar nicht sein Ding. "Abgesehen, dass das auch dem stationären Handel nicht gut tut: Ich muss etwas sehen, vielleicht auch mal anfassen." Handwerken ist da schon eher sein Ding. "Wir wohnen seit zwölf Jahren in unserem Haus, fertig sind wir aber immer noch nicht." Beispielsweise fehle in der Abstellkammer bis heute eine Lampe. Ein sympathisches Geständnis. Bei Ministers tut´s also auch eine einfache Glühbirne.
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