Erinnerungen an ein kleines Häuschen im Schlosspark

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Unmittelbar hinter dem Schloss hat sich den Erinnerungen vieler Borbecker nach die Toilettenanlage gefunden. Eine solche soll es nach dem neuen Parkpflegewerk nicht mehr geben. Die historische Ansicht des Borbecker Schlosses stammt aus dem Fundus von Burkhard Ebertz. Der Borbecker Sammler nennt eine stattliche Anzahl von Karten sein Eigen. Diese hier stammt aus dem Jahr 1907. (Foto: Ebertz (Repro))

Es gab es also doch, das Toilettenhäuschen im Borbecker Schlosspark. Zahlreiche Borbecker haben in ihren Erinnerungen gekramt und uns "ihre" Geschichten rund um das kleine Häuschen erzählt, das laut Erinnerungen der meisten wohl grün gewesen sein müsste. Die Rückschau der meisten ist verbunden mit Familienausflügen in die schmucke Grünanlage oder lange Nachmittage auf dem ehemaligen Spielplatz in unmittelbarer Nähe zum Schlossgebäude.

Ute Piwtorackyj kann sich noch gut an lange Nachmittage im Schlosspark erinnern. "Meine Kinder haben in den 70-er Jahren ganz häufig auf dem Kinderspielplatz hinter dem Schloss gespielt", schreibt sie. Klar, dass bei den Kleinen da zwischen rasanten Rutschpartien und spektakulären Schaukeleinlagen auch mal ein Toilettengang notwendig wurde. "Und dafür haben wir das Toilettenhäuschen genutzt."
Auch Marlis Dietschereit war mit ihrem Sohn gerne und oft im Schlosspark unterwegs. "1968 sind wir nach Borbeck gezogen." Da war der Sohnemann ein Jahr alt. Zunächst hat sie mit dem Nachwuchs im Kinderwagen lange Spaziergänge im Park unternommen, später war dann der Spielplatz angesagter Anlaufpunkt. "Ich kann mich noch gut an das Toilettenhäuschen erinnern", so Marlis Dietschereit. '"Es war beheizt und hatte einen kleinen Vorbau, so eine Art Terrasse."

Die Toilettenfrau war einfach klasse

Noch heute schwärmt die Borbeckerin in höchsten Tönen von der Toilettenfrau. "Die war immer zu einem kleinen Schwätzchen bereit, eine unglaublich nette Person. Wenn mein Sohn eine neue Windel brauchte, hat sie mir immer bereitwillig einen Wickeltisch zur Verfügung gestellt. Bei schönem Wetter saß sie während der Pausen oft vor dem Häuschen."
Dass es die Toilettenanlage im Schlosspark gegeben hat, das steht auch für Susanne und Frank Behrens außer Frage. "Sie befand sich genau gegenüber des Abganges zur Terrasse, der Gaststätte zur Münze im Schloß Borbeck. Heute stehen auf diesem Platz die Müll Container der Gaststätte," wissen die beiden. In ihrer Erinnerung war die Anlage ein Steinhaus mit einem Vordach, zwei separaten Eingängen und vier Oberlichtern zur Seite zeigend. Das Gebäude war aus Stein, mit hellbraunen rechteckigen Klinkern verkleidet. "Vor 30 Jahren stand es auf jeden Fall dort", wissen Susanne und Frank Behrens.
Auch Irmgard Rems war als Kind häufig im Schlosspark anzutreffen. "Mit meinen Eltern und auch mit Freunden auf dem großen Spielplatz. Wir haben ja quasi direkt nebenan gewohnt." Die heute 66-Jährige kann sich ebenfalls noch gut an das kleine Häuschen erinnern. "Das gab es", erklärt sie. "Meine Erinnerungen daran reichen bis in die 50er und 60er Jahre zurück."
Das ist auch die Zeit, in der Johannes Wolff regelmäßiger Gast im Schlosspark war. "Und dabei habe ich auch das eine oder andere Mal dem Toilettenhäuschen dort einen Besuch abgestattet", so der Borbecker, der lange Jahre als Postbote gearbeitet hat. Sportliche Großereignisse haben ihn damals in den Park gezogen. "Denn ehe in der Dubois Arena geboxt wurde, fanden die Kämpfe im Schlosspark statt", verriet er. Und da hat er häufig zugeschaut. "Das war schon eine tolle Sache."

Impftermine im Wirtschaftsgebäude

Doris Ries hat sich nicht fürs Boxen interessiert. "Ich bin mit meinen Söhnen zur Vorsorge ins Schloss gekommen. Im Wirtschaftsgebäude, da wo heute die Ausstellungen zu sehen sind, haben die Termine vor 45 Jahren stattgefunden." Aus Frintrop ist Doris Ries mit den Kindern nach Borbeck gelaufen. "Das Geld für die Straßenbahn haben wir lieber in ein Eis investiert." Beliebt war die Abkürzung durch den Schlosspark. "Und da sind wir immer an der Toilette vorbei."
Dass es die gab, steht auch für Werner Hoffmann außer Frage. "Die Toilette befand sich hinter dem Schloss, gegenüber der Treppe zur Terrasse der Gastronomie. Ich bin früher sehr oft an der Toilette vorbei gejoggt. Sie war allerdings häufig wegen Vandalismus geschlossen."

Trainingsgruppe aus dem Profikeller

An Verwüstungen und den Niedergang des Toilettenhäuschens kann sich auch Peter Häuser erinnern. Der Borbecker hat zu Beginn der 1960er Jahre in der Waldschänke im Profikeller trainiert. "Als Boxer", erzählt er. Damit die Sportler auch in Sachen Fitness im Ring eine gute Figur machten, wurde der Schlosspark als Laufstrecke genutzt. "Und da bin ich regelmäßig an dem Toilettenhäuschen vorbei, hab dann auch häufig den Parkwächter mit seinem Schäferhund getroffen." Irgendwann sei es dann bergab gegangen mit der Einrichtung. "Die Scheiben waren eingeworfen, die Fassade mit Graffiti beschmiert. Dann kam der Abrissbagger. Wann genau, das kann ich allerdings nicht mehr sagen."

Erinnerungen an Holzhütte

Petra Korsch vermutet den Abriss des Toilettenhäuschens Mitte der 70er Jahre. "Damals war ich Jugendliche und nicht mehr ganz so oft im Schlosspark wie als Kind. Da habe ich regelmäßig auf dem großen Spielplatz gespielt." Besondere Erinnerungen verbindet die Borbeckerin mit dem Park im Allgemeinen - und mit der Holzhütte im Dreiwege-Eck im Besonderen. "Besser bekannt vielleicht als Herzensbrecher-Hütte. Die Borbecker Jugend nutzte sie gerne als Ort für das erste Rendezvous."
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