Film über den Stadtteil ist Liebeserklärung an Schönebeck

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Der 25-jährige Schönebecker Nils Stakemeier ist zumeist mit einem ganzen Team unterwegs. Eigentlich bei keinem Dreh fehlt Papa Reinhard (l.). Der investiert nicht nur seine Zeit, sondern unterstützt mit Knowhow und seiner handwerklichen Begabung. Er hat das technische Equipment bereits mit verschiedenen Eigenbauten ergänzt. Fotos (3): Debus-Gohl
 
Auch auf dem Schönebecker Nikolausmarkt hat Nils Stakemeier gedreht.

Inzwischen sind die Schönebecker ganz relaxed, wenn Nils Stakemeier mit seinem professionellen Kamera-Equipment auftaucht. "Das war nicht immer so", erinnert sich der 25-jährige Student der Folkwang Universität der Künste schmunzelnd. Die ersten Drehtermine hatten für Aufregung im Stadtteil gesorgt. "Sind Sie vom Fernsehen?", wollten einige wissen und hofften auf einen Auftritt im Regionalprogramm.

Ob "Schönebeck – der Film" es irgendwann mal ins Fernsehen oder auf die Kinoleinwand schaffen wird, steht noch nicht fest. "Wär schon schön", räumt der im Ortsteil aufgewachsene Folkwang-Student ein. "Die technischen Voraussetzungen wären in jedem Fall dafür gegeben." Doch jetzt hat Nils Stakemeier erst einmal seinen Master-Abschluss "Professional Media Creation" im Visier. Das Filmprojekt ist seine Abschlussarbeit. Bis September im nächsten Jahr muss das Ding fertig sein.

Schöne Aspekte Schönebecks

Ein ganzes Jahr lang war Nils Stakemeier in Schönebeck unterwegs. Beim Maibaumfest und auf dem Bauernmarkt, beim Schützenfest und dem Nikolausmarkt hat er gedreht. "Um das Leben in Schönebeck zu zeigen. Denen, die den Stadtteil vielleicht nur vom Hörensagen kennen, einen Eindruck zu vermitteln."
Schönebeck, sein Stadtteil, ist eine Herzensangelegenheit für den ehemaligen Gymbo-Schüler. "Der Stadtteil ist, so finde ich, einer der schönsten in ganz Essen. Er hat aber nicht den Stellenwert. Schönebeck ist mehr als Frauenfußball, mehr als eine stadtnahe dörfliche Idylle im Grünen." Die gesamte Bandbreite seines Stadtteils aufzuzeigen, Schönebeck in all seinen Facetten vorzustellen, das hat sich Stakemeier zur Aufgabe gemacht. In bewegten, professionell abgedrehten Bildern, vertont und spannend gemacht. "Auch für diejenigen, die schon alles über Schönebeck zu wissen glauben." Der Streifen ist eine bunte Mischung aus Dokumentarfilm, Image- und Werbefilm. Aber er ist auch ein liebevoll erzähltes Stadtteilporträt.
Bewegte Bilder, Film und Fernsehen haben den 25-Jährigen schon immer fasziniert. "Eigentlich war es mein Vater, der mich mit diesem Virus angesteckt hat", erzählt er. Vater Reinhard singt seit vielen Jahren im El-Shalom Chor. "Wir haben Ton- und Videoaufnahmen gemacht, einige Projekte gemeinsam realisiert." Was lag da näher, als die Leidenschaft zum Beruf zu machen. "Das würde ich nach Abschluss meines Studiums wirklich gerne tun", räumt Stakemeier ein. Eine Beschäftigung im Sport- oder Eventbereich würde den jungen Schönebecker reizen.
Die Begeisterung für den Sport konnte er beim letzten Dreh schon einmal ausleben. Beim vorletzten Heimspiel der SGS im Jahr 2016 – Gegner der Elf von Daniel Kraus waren die Frauen des VfL Wolfsburg - war Stakemeier mit seinem Team vor Ort im Stadion. "Wir haben uns bei einer Vorabbesichtigung schon mal mit den Gegebenheiten vertraut gemacht", erklärt der Folkwang-Student. Mit im Team war dann auch wieder Vater Reinhard. "Er ist mehr als ein Assistent", lobt der Sohnemann.
Vater Reinhard unterstützt mit Fachwissen, hat für die Vor-Ort-Drehs eine Menge nützliches Equipment gebaut und bringt jede Menge Zeit in der Projekt ein. "Rund 100 Stunden Dreh haben wir bestimmt schon hinter uns", so Stakemeier-Senior. Darunter so spannende Sachen wie der Ausflug auf eines der Schönebecker Hochhaus-Dächer oder der Drehtermin hoch oben auf dem Kirchturm von St. Antonius Abbas.
Um die historischen Aspekte Schönebecks filmisch aufarbeiten zu können, trifft sich Nils Stakemeier mit Andreas Koerner. Das Vorstandsmitglied des Kultur-Historischen Vereins Borbeck kann sicher mit Informationen und vielen spannenden Originaldokumenten – unter anderem aus der Bergbaugeschichte - weiterhelfen. Zudem ist noch der Einsatz eines Medicopters/Drohne geplant. "Damit hätten wir dann auch die entsprechenden Luftaufnahmen." Um die professionell in den Kasten zu bekommen, ist allerdings das Knowhow einer Fachfirma notwendig.

Plot: so einfach, wie genial!

"Und die kostet Geld", weiß der Student. Aber die Luftbilder sind fest im Skript eingeplant. "Sie sind wichtig, um Schönebeck heute und gestern gegenüberzustellen." Der Plot, den Stakemeier in seinem Schönebeck-Film erzählt, ist so einfach wie genial. Großvater und Enkel blättern in einem Fotoalbum. "Darin finden sich viele Erinnerungen an das Schönebeck von gestern." Wie sich der Ortsteil aktuell präsentiert, das erfahren die Zuschauer bei einem virtuellen Rundgang. Da sind sie mit dabei beim Maibaumfest und im Stadion, auf dem Kirchturm von St. Antonius Abbas und auf dem Schützenfest."
Mit den Drehs allein ist Nils Stakemeiers Arbeit noch längst nicht beendet. Dann geht es an die Sichtung und Nachbearbeitung des knapp zweistündigen Rohmaterials. "Eine sehr zeitintensive Arbeit", weiß Nils Stakemeier. Den fertigen Film würde der Schönebecker nach Abschluss des Studiums natürlich auch gerne in Schönebeck präsentieren. "Die Pfarrkirche St. Antonius Abbas bietet sich an", hat der 25-Jährige dann auch schon die passende Location im Kopf. Aber wie gesagt, bis zur Premiere wird es noch ein paar Monate dauern.

Text: Christa Herlinger
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