Ganz schön eng: nur noch 25 Parkplätze auf dem Neuen Markt in Borbeck

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Glück gehabt. In Stoßzeiten findet sich derzeit nicht immer ein freier Parkplatz auf dem Neuen Markt. (Foto: Debus-Gohl)
 
Ein großer Teil des Platzes ist derzeit abgesperrt. (Foto: Debus-Gohl)

Seit knapp zwei Wochen ist auf dem Neuen Markt in Borbeck nichts mehr wie es einmal war. Gut die Hälfte des Platzes ist abgesperrt. Der vorhandene Parkraum hat sich dadurch mehr als halbiert. 25 Parkbuchten stehen dort aktuell zur Verfügung.

Grund für die Sperrung ist ein in die Jahre gekommener Abwasserkanal (wir berichteten). Knapp zwei Monate haben die Stadtwerke kalkuliert, dann soll der Kanal aus dem Jahr 1939 auf einer Länge von 35 Metern erneuert sein. Bis dahin gestaltet sich für die Kunden der Ortsmitte die Suche nach einem Parkplatz zu Stoßzeiten sicherlich schwieriger. Die Markthändler sind für die Dauer der Baumaßnahme im Bereich Alter Markt, Dionysiuskirchplatz, Rechtsstraße und auf der Fläche vor Kaufland zu finden.

Freien Blick auf die Baustelle

Die Kaufleute und Gewerbetreibenden im direkten Umfeld müssen die Situation so nehmen, wie sie ist. Joachim Dörner, Inhaber von Juwelier Kley, hat aus seinem Ladenlokal einen freien Blick auf die Baustelle. "Ich bin froh", so erklärt der Geschäftsmann gegenüber dem Borbeck Kurier, "dass wir derzeit keinen Frost haben. Der hat die Baustelle in der ersten Woche gleich mal lahmgelegt."
Ein kaum mehr als 1,5 Meter breiter Fußweg führt zwischen Baustellensperrung und Schaufensterfront vorbei. "Aber die Kunden finden weiter den Weg zu uns", so Dörner. "Die meisten von ihnen kommen ja mit einem konkreten Auftrag, wir leben hier nicht von reiner Laufkundschaft."

Hoffnung auf neue Strukturen

Dennoch ist er nicht glücklich über die Baustelle vor seiner Ladentür. Einschränkung bedeutet sie in jedem Fall. Doch sie könnte auch Veränderung bringen. "Ich hoffe, dass man seitens der Verwaltung die Baumaßnahme nutzt, um Überlegungen anzustellen, wie die zukünftige Gestaltung der Parkflächen aussehen soll." Seit langem wünscht sich Dörner eine klare Abgrenzung. "Denn es gibt Menschen, die parken uns rigoros die Schaufenster zu." Eine entsprechende Anregung hat er bereits an die Bezirksvertretung weitergegeben, auf Antrag der CDU-Fraktion steht das Thema "Strukturiertes Parken auf dem Neuen Markt" auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung am 14. Februar. Darin wird die Verwaltung aufgefordert, ein Konzept zu erstellen, das "möglicherweise schon kurzfristig bei Wiederherstellung der Oberfläche nach der Sanierung umgesetzt werden kann". Gegen ein neues Parkkonzept hätten wohl die wenigsten etwas einzuwenden. "Vor allem, weil es jetzt auch möglich wäre", so Dörner.

Zweckbindung ist ausgelaufen

Der Neue Markt, so berichtet er, sei nämlich ursprünglich nicht als Parkplatz geplant gewesen. Dort wurden Mitte der 1980er-Jahre öffentliche Mittel verbaut. "Sie sind der Grund, dass der Parkraum lange Jahre nur als Provisorium nutzbar war." Eine Tatsache, die der Verwaltungsbeauftragte Michael Quadt nur bestätigen kann: "Allerdings ist die Zweckbindung von 25 Jahren nun aufgehoben." Es wäre also möglich, "jetzt Nägel mit Köppen" zu machen. Allerdings fehlen für eine großangelegte Umgestaltung wohl die notwendigen finanziellen Mittel. Aber auch Quadt sieht Bedarf. Zumindest was eine Neuregelung entlang der Geschäftslokale im untereren Bereich des Platzes betrifft und ebenso auf Höhe des Borbecker Halblang Brunnens.
Bei den Stadtwerken geht man von Abschluss der Arbeiten nicht vor Ablauf der zweiten Märzwoche aus. "So die Planungen", erklärt Pressesprecher Dirk Pomplun. Allerdings könne das Wetter in dieser Jahreszeit durchaus noch mal Kapriolen schlagen, die das Ganze in die Länge ziehen würden. Dass das nicht passiert, dafür drückt man auch bei Taxi Voßwinkel ganz fest die Daumen. Dem Taxiunternehmen mit Sitz am Weidkamp 46 macht die Baustelle das Leben derzeit nicht einfacher. "Für unsere Fahrer ist es manches Mal kaum möglich, kurzfristig einen Parkplatz zu finden", so Frank Ammerschuber aus der Zentrale.

Keine Taxiplätze am Bahnhof

Über ausgewiesene Stellplätze am Bahnhofsgebäude verfügt die Firma für ihre 13 Fahrzeuge nicht. Ute Ignorik fährt seit elf Jahren für das Unternehmen. "Warten wir auf eine neue Fahrt, dann kommen wir in die Zentrale. Das ist derzeit nicht immer ganz einfach." Die Politessen kennen das Problem der Fahrer. Doch Gnade vor Recht - das gibt es nicht. Wer keine Parklücke erwischt und ein Ticket gezogen hat, der kriegt ein Knöllchen. Verständlich, dass die Fahrer dem Ende der Bauzeit entgegenfiebern.

Kein Schadstoffmobil am 8. Februar

Das Schadstoffmobil der EBE kann voraussichtlich die nächsten beiden Termine am Marktplatz in Borbeck nicht wahrnehmen. Definitiv entfallen wird der 8. Februar, wie es zum 15. März aussieht, hängt vom Baufortschritt ab.
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