Kampf um den Erhalt der Glasid AG geht weiter

Der Betriebsrat der Glasid AG im Essener Stadthafen setzt im Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze auf Öffentlichkeit. Vertreter der örtlichen Politik waren bereits an der Daniel-Eckhardt-Straße, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen. Am Montag wird sich ein möglicher Investor den Betrieb ansehen. Doch die Zeit wird langsam knapp. (Foto: privat)
Betriebsrat und Insolvenzverwalter der Glasid AG im Stadthafen setzen weiter alles daran, das Unternehmen doch noch vor der Liquidation zu retten. Dem Betriebsrat ging es in den vergangenen Tagen auch darum, eine Öffentlichkeit zu schaffen. Vertreter der örtlichen SPD waren am Mittwoch auf dem Betriebsgelände an der Daniel-Eckhardt-Straße zu Gast, um Gespräche mit der Belegschaft zu führen, sich vor Ort einen Überblick über die Situation beim insolventen Hersteller für Sicherheitsglas zu verschaffen.
Auch die Investorensuche läuft weiter auch Hochtouren. Findet sich ein Investor, dann scheint für die Glasid AG, die bereits vor knapp zwei Jahren durch eine Insolvenz musste, eine Zukunft möglich. Am Montag will Insolvenzverwalter Bernd Depping die Mitarbeiter über Ergebnisse informieren, ein möglicher Investor will den Essener Standortan diesem Tag in Augenschein nehmen. Entschieden sei aber noch nichts.
Gibt es eine Investorenzusage, dann könnte auch über eine Landesbürgschaft nachgedacht werden. Der Insolvenzverwalter steht in Kontakt mit dem Wirtschaftsministerium, dort wird geprüft, ob eine solche Bürgschaft zur Absicherung des Unternehmens möglich ist oder nicht.
Auf 3,5 Millionen Euro, so war zu hören, sollen sich die Verbindlichkeiten des Unternehmens belaufen.
Über 170 Arbeitsplätze sind in Gefahr, sollte sich keine Lösung abzeichnen. Doch den Kampf um den Erhalt des Standortes will man noch nicht aufgeben.
Nach Ansicht des Betriebsrates muss ein Konzept zur Rettung der Glasid AG auf drei Säulen ruhen. Die eine ist ein Investor, der bereit ist, noch einmal Geld in das Unternehmen im Essener Stadthafen zu pumpen. Die zweite: ein Mitarbeiterfond, der der Belegschaft einen deutlich höheren Beteiligungsspielraum einräumt. Dritte und letzte Säule ist die Absicherung der Glasid-Zukunft durch eine Bürgschaft des Landes NRW.
„Wenn man die Zahlen hört, die in die Rettung Griechenlands investiert werden, sind das hier kleine Fische“, so der Tenor unter den Mitarbeitern. Die erhalten, sollte der worst case eintreten, am 29. Februar ihre Kündigung.
Der Betriebsrat hat am Donnerstag bereits Interessensausgleich und Sozialplan unterzeichnet. Über diesen muss verhandelt werden, ist eine Massenentlassung geplant. Die steht an, findet sich nicht schnellstmöglich ein Investor. „Die Zeit läuft uns weg“, so der Betriebsrat, der nach gültigem Insolvenzrecht den 173 Kündigungen zustimmen musste. Betriebsratsvorsitzender Zoran Ilceski: „Es ist mir verdammt schwer gefallen diesen Schritt zu vollziehen. Einziger Lichtblick ist die Aussage des Insolvenzverwalters, dass am Montag ein Investor das Unternehmen besichtigt.“ Gewerkschaft und Betriebsrat appellieren an Politik und Wirtschaft weiterhin alles zu tun, um eine Schließung abzuwenden.
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