Kinderschutzbund eröffnet neue Einrichtung in Borbeck

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Richtig arbeiten mussten die Offiziellen bei der Baumplanzung im Außenbereich. Fotos: Markus Decker
 

„Eine Heimat für nahezu 150 Kinder“, das soll das neue „Einfallsreich“ in Borbeck sein. Nach rund einjähriger Bauzeit ist an der Zweigstraße eine weitere Einrichtung des Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) Ortsverbandes Essen entstanden: Kindertagesstätte, Lernhaus und bald auch Kindernotaufnahme unter einem Dach.

Selten besteht die Möglichkeit, auf grüner Wiese einen neuen Standort zu errichten“, weiß Prof. Dr. Ulrich Spie, Vorstandsvorsitzender des DKSB Ortsverbandes Essen.
In Borbeck hat man die Chance ergriffen. Auf rund 1.000 Quadratmeter sind nun Spiel- und Lernräume, Platz für Bücher und zum Forschen, Räume für gemeinsames Kochen und Essen, auch Turnhalle und Ruheort vereint. Und natürlich gibt es auch einen Außenbereich, auch wenn der zur offiziellen Eröffnung noch nicht ganz fertig geworden ist.
75 Betreuungsplätze bietet die Kindertagesstätte unter Leitung von Susanne Willwerth, davon 22 Plätze für Kinder unter drei Jahren. „Stadtweit gibt es hier im Stadtteil die schlechteste U3-Betreuung“, verdeutlicht Spie den dringenden Versorgungsbedarf. Im hinteren Trakt, dem Lernhaus, kommen weitere 50 Kinder unter, darunter 30 Flüchtlingskinder. Insgesamt lebten in Essen derzeit rund 1.000 Flüchtlingskinder, darunter 500 im Kleinkindalter, von denen der Kinderschutzbund mittlerweile 110 betreue, sieht man sich auf gutem Wege. Ziel der Lernhäuser, von denen Borbeck das vierte ist, ist die Begleitung und Förderung von Schulkindern aus benachteiligten Lebenssituationen. „Wir kooperieren bereits mit dem Jugendamt, vier Grundschulen und der Gesamtschule Borbeck“, so Barbara Gierull, Gesamtleitung Lernhäuser Essen, zur Vernetzung. Als letzter Baustein folgt im kommenden Jahr die Erweiterung um eine Kindernotaufnahme für Säuglinge und Kleinkinder. Sie soll den Namen „Kleine Spatzen“ tragen.
Für „modellhaft und zukunftsweisend“ hält der Ortsverbandsvorsitzende das Gesamt-Projekt. Dies umfasse nicht nur die pädagogische Konzeption des „Einfallsreich“, für deren Umsetzung 25 Erzieherinnen, Pädagogen und Therapeuten sorgen werden, sondern auch die spezielle Ausstattung und Architektur. Die energetische Bauweise ist sehr speziell: Außenwände aus Proton-Ziegel mit integrierter Dämmung machen eine zusätzliche Fassadendämmung überflüssig und sorgen für erhöhten Schallschutz. Auf dem Dach finden sich Begrünung und Solarfelder. Energieeffizienz ist durch eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sichergestellt.
„50 Jahre kinderpädagogische Arbeit sind in die Einrichtung geflossen“, erklärt Spie. Deshalb biete sie ein solides Fundament für die Entwicklung der Kinder, ermögliche ihnen einen optimalen Schulstart. Symbolisch wurde zum Gelingen des Konzeptes ein Kirschbaum gepflanzt, unter dem die UN-Kinderrechtskonvention und 20 Münzen entsprechend der in den Einrichtungen vertretenen Nationen vergraben liegen. Finanziell wurde das „Einfallsreich“ vorwiegend durch Spendenmittel möglich gemacht. „Auch beispielweise private Bürger, die auf dem Bordecker Markt gesammelt haben“, bedankt sich der Ortsverband.
Der Borbecker Oberbürgermeister Thomas Kufen wünschte dem neuen Haus für die Zukunft alles Gute. „Hier ist ein Ort, wo Kinder Kinder sein dürfen. Hier wird gesungen und gelacht, geschrien und geweint, gelernt und gefeiert.“
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