Schrottplatz in Essen-Dellwig durchsucht

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Foto: Polizei-Rhein-Erft-Kreis

Mit einem Großaufgebot durchsuchte die Polizei am Donnerstagmorgen, 6. November, einen Lagerplatz in der Ripshorster Straße in Essen-Dellwig, sowie die Büroräume des 49-Jährigen auf der Hindenburgstraße.

Seit dem vergangenen Jahr ermittelt der Essener Kriminalhauptkommissar Hans-Uwe Hatschek unter Führung der Essener Staatsanwaltschaft gegen eine Essener Firma. Dem Inhaber wird vorgeworfen, gefährlichen Abfall über mehrere Jahre illegal nach Afrika verschifft zu haben. Dazu wurden bis zu 68 Kubikmeter große Überseecontainer auf dem Firmengelände mit überwiegend Elektroschrott gefüllt und in der Regel über Antwerpen auf den schwarzen Kontinent geschickt. Die Fernseher, Monitore, Kühlschränke oder Kompressoren werden in der Ripshorster Straße gesammelt und offen gelagert, so dass gefährliche Stoffe austreten können. Mindestens mehrere hundert mit diesem Gefahrgut gefüllten Container hat der gebürtige Nigerianer jährlich auf den Weg geschickt und durch die Weiterveräußerung in den Empfängerstaaten immensen Gewinn erzielt.

Die Begehung des Betriebsgeländes bestätigte das Betreiben einer unerlaubten Anlage zur illegalen Abfallverschiebung und weiterer gravierender Umweltstraftaten. Container und Autos, in denen gefährlicher Abfall lagerte, standen auf dem Platz zum Abtransport nach Westafrika bereit. Die teilweise zugeschweissten Fahrzeuge mussten durch die Feuerwehr mit schweren Gerät geöffnet werden.

Unterstützt wurden die Essener Ermittler zudem von der Einsatzhundertschaft, der Bundespolizei, Diensthunden und einem Hubschrauber. Aufgrund der Erfahrungen früherer Einsätze im Bereich Ripshorster Straße beteiligten sich auch Mitarbeiter von Zoll, Umweltamt, Bezirksregierung und Ausländeramt an dem groß angelegten Einsatz.

In den Büroräumen auf der Hindenburgstraße stellten die Ermittler zahlreiche Computer, Festplatten und Akten sicher. Über 20 Personen überprüften die Polizisten in Dellwig. Zwei Schwarzafrikaner nahmen sie fest. Bei einem von ihnen besteht der Verdacht des illegalen Aufenthalts, der andere hatte eine geringe Menge Drogen in der Tasche. Auch der Firmeninhaber selbst wurde vorläufig festgenommen.
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