Vierzig junge Buchen üben Standfestigkeit

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An den Geburtstag (23.11.2015) der kleinen Anna-Charlotte erinnert der zweite Baum der Familie Krisch. Foto: Gorges
 
Rund 200 Besucher beteiligten sich an der Pflanzaktion. Foto: Gorges

Mit dem Buchenwäldchen im Kamptal hat alles angefangen. Seit fast dreißig Jahren setzt sich Klaus Diekmann, Ratsherr für Schönebeck, unermüdlich dafür ein, dass Bäume gepflanzt werden - tausend sind es in den ganzen Jahren geworden, die ihre Heimat in Schönebeck gefunden haben.

Von Doris Brändlein

„Ich fürchte, die vierzig Bäume, die wir heute im Mehrgenerationenwald pflanzen, sind vorerst die letzten, da wir keine Flächen mehr zur Verfügung haben“, merkt er etwas traurig an. Und schon eilt er weiter, um da und dort tatkräftig mitzuhelfen und die rund zweihundert Besucher bei ihrer Pflanzaktion zu unterstützen.
Unter ihnen ist auch Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Wir Schönebecker schenken unserem Oberbürgermeister den hundertsten Baum, aber nur unter der Bedingung, dass er ihn selbst pflanzt“, freut sich Klaus Diekmann - und Thomas Kufen ist mit Freude und Eifer dabei. „Ich finde die Aktion sehr gelungen“ betont er, „die Bürger packen mit an, tun etwas für sich und für die Nachbarschaft - so entsteht eine gewachsene Nachbarschaft, die genauso gepflegt werden muss wie ein Baum“.
Auch Astrid Timmermann-Fechter, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mülheim-Essen I ist begeistert vom Mehrgenerationenwald. Am Abend vorher aus Berlin angereist, lässt sie es sich nicht nehmen, bei der Baumpflanzaktion dabei zu sein. „Ich hätte auch gerne einen Baum erworben, aber die Nachfrage war so groß, dass keiner mehr zur Verfügung stand. Ich hoffe, dass es an anderer Stelle weitergeht“, versichert sie.
Die Anlässe, einen Baum im Mehrgenerationenwald zu pflanzen, sind so vielfältig wie die Besucher. Ob es ein Geschenk der Trauzeugen zur Silberhochzeit war, zur Geburt der ersten Enkelin oder der Brauteltern zur Hochzeit, alle Hobby-Gärtner sind mit großem Eifer dabei, fachkundig unterstützt von Michael Holtwiesche, Gärtnermeister der Historischen Gärtnerei Holtwiesche. Er besorgt ehrenamtlich die richtigen Bäume und kümmert sich auch um deren Pflege.
Für die jüngste Teilnehmerin, die vier Monate alte Anna-Charlotte Krisch, pflanzen ihre Eltern eine Buche zur Erinnerung an ihre Geburt im November 2015. „Wir haben schon anlässlich unserer Hochzeit vor zwei Jahren hier einen Baum gepflanzt und freuen uns sehr, das jetzt auch für unsere Tochter tun zu können. Wir wohnen hier in der Nähe und auf unserer Runde mit dem Kinderwagen kommen wir immer wieder vorbei und besuchen unseren Baum“ erklärt Claudia Krisch, während Anna-Charlotte, eingehüllt in einem Tragetuch, selig schläft.
„Ich feiere in diesem Jahr meinen achtzigsten Geburtstag und pflanze einen Baum für mich“, berichtet Cäcilia Rummert aus Essen-Rüttenscheid. „Vier Wünsche, die ich schriftlich festgehalten und in einem Röhrchen verpackt habe, gebe ich meinem Baum mit auf den Weg“, erklärt sie, während sie ganz alleine mit dem Spaten die lehmige Erde aushebt. „Das war meine Bedingung, dass ich den Baum mit eigener Kraft pflanze“ und damit ist sie auch erfolgreich.
Die vier Wünsche für ihren Baum sollen nicht nur ihrem Baum beim Wachsen helfen, sondern haben auch im Leben ihre Gültigkeit. Sie lauten:
- Verankere dich mit deinen Wurzeln fest im Erdreich,
- bewahre zeitlebens deine Standfestigkeit,
- entwickle eine üppige Krone, damit viele Gäste darin eine Heimat finden und
- sei dir sicher, du bist mit Allen und Allem verbunden.
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