Zwei Borbecker beim EM-Auftakt in Lille: "Angst hatten wir nie!"

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Thorsten Flügel und Jörg Plackmann vor dem Stade Pierre-Mauroy in Lille. Fotos (2): privat
 
Die Präsenz der Sicherheitskräfte in der Stadt war groß. (Foto: privat)

Es war für beide das erste, aber ganz sicher nicht das letzte Mal. Thorsten Flügel und Jörg Plackmann waren am Sonntag mit dabei, beim deutschen EM-Auftakt. Nicht vor dem Fernseher oder beim gemeinschaftlichen Rudelgucken. Die beiden Borbecker gehörten zu den Glücklichen, die das Spielgeschehen hautnah im Stade Pierre-Mauroy erleben durften.

Von Borbeck aus ging es am Samstag Richtung Lille. "Von den Streiks in Frankreich haben wir gar nichts mitbekommen", erzählt Thorsten Flügel. Und auch die Kontrollen bei der Einreise waren völlig unproblematisch. "Das war am Sonntag anders, haben uns Fans im Stadion berichtet. Da wurden die Einreisenden auf Parkplätze umgeleitet, es gab stichprobenartige Kontrollen."
Von den Plänen, sich ein Spiel der Deutschen Mannschaft in Frankreich anzusehen, waren die Ehefrauen der Borbecker nicht begeistert. Anders als die beiden Fußballfans machten die Gattinnen sich nämlich deutlich mehr Sorgen um die Sicherheit vor Ort. Bedenken, die sich Gott sei Dank als unbegründet erwiesen. "Die Polizei hatte die Lage in Lille im Griff", berichtet Thorsten Flügel. Allerdings sei die Präsenz der Uniformierten beeindruckend gewesen. "Aber man konnte sich ohne Probleme in der Stadt bewegen. Das galt aber nicht uneingeschränkt für alle Fans. Bei Gruppen, die durch ihre Kleidung oder eben ihr Verhalten auffielen, wurde sofort genauer hingeschaut." Auch die Sicherheitskontrollen am Stadion und in der Fanzone funktionierten reibungslos. "Allerdings bin ich noch nie so genau kontrolliert worden. Selbst den Labello aus meiner Hosentasche musste ich aufmachen." Trotz der hohen Sicherheitsstandards und des engmaschigen Kontrollnetzes waren die Beamten und Sicherheitskräfte aber ungeheuer freundlich. "Das war schon beeindruckend."

Rot-Weiss Essen-Fahne im Stadion


Knapp zweineinhalb Stunden vor Anpfiff der Partie gegen die Ukraine hatten die beiden Borbecker alle Sicherheitsschleusen passiert und waren im Stadion. "Es waren unglaublich viele deutsche Fans da. Das erste, was ich gesehen habe, war übrigens eine RWE-Fahne", berichtet Thorsten Flügel schmunzelnd. Eine bleibende Erfahrung für die bekennenden Rot-Weiss-Fans. Ebenso wie das Spiel. "Die Stimmung im Stadion ist nicht mit der beim Public Viewing oder aber am Fernsehschirm daheim zu vergleichen. Das ist etwas ganz anderes", sind sich die Borbecker einig.

WM-Karten als Abi-Geschenk


Und noch eines steht für sie schon jetzt fest: es wird sicherlich nicht das letzte EM- oder WM-Spiel gewesen sein, das sie live an Ort und Stelle verfolgt haben. "Bei der EM klappt das ja nun leider nicht mehr. Da bekommen wir für kein anderes Spiel der Deutschen Mannschaft mehr Karten." Doch bei der nächsten Weltmeisterschaft in Russland könnte sich Thorsten Flügel schon vorstellen, wieder vor Ort mit dabei zu sein. "Mein Sohn macht in dem Jahr gerade sein Abi. Wer weiß, vielleicht klappt das ja mit Karten und wir fahren gemeinsam." Ein tolles Geschenk zum Abschluss wäre es in jedem Fall.

Ab jetzt wird im Rudel geguckt


Die nächsten Spiele von Jogis Jungs schauen sich die beiden Nachbarn nun wieder zu Hause am Fernseher an. Schon morgen geht es weiter mit der Partie gegen die Polen. Stimmung ist auch da garantiert. Denn Fußball geschaut wird im Hause Flügel/Plackmann im Regelfall im Kreise Gleichgesinnter. Die Präsenz der Sicherheitskräfte sei groß gewesen, erzählen die beiden Borbecker nach ihrer Rückkehr aus Lille. Die Angst vor Anschlägen und die Erfahrungen nach den Fan-Ausschreitungen in Marseille sorgten noch einmal für erhöhte Alarmbereitschaft.
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