Abrissarbeiten in Frintrop stehen still - Mauersegler brüten in zwei der betroffenen Häuser

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Der Mauersegler ist ein Zugvogel. Bereits im August macht er sich auf die Reise ins südliche Afrika. (Foto: Nabu Ruhr)

Es läuft nicht rund. Immer wieder hakt es bei der Realisierung des geplanten Nahversorgungszentrums in Frintrop. Dabei sollte der erste Bauabschnitt längst fertig gestellt sein. Stattdessen ruhen die Abrissarbeiten auf der Baustelle derzeit.




Im Juni kamen die Bagger, um die Häuserzeile an der Frintroper Straße niederzureißen. Gartenlauben und Schuppen im Hinterland waren da bereits entfernt. Und auch die notwendigen Baumfällungen konnten von der To-Do-Liste gestrichen werden.
Die hatten erneut einige Anwohner, die dem Neubauprojekt von Beginn an kritisch gegenüberstehen, auf den Plan gerufen. Sie sahen in dem Grün schützenswerte Bäume. Ihr Veto fand allerdings kein Gehör mehr. Die notwendigen Fällgenehmigungen, das konnte die hinzugerufene Polizei vor Ort feststellen, lagen vor.

Artenschutzgutachten entdeckt Mauersegler

Jetzt hat die Untere Landschaftsbehörde die Abrissbagger an der Frintroper Straße gestoppt - nicht dauerhaft, sondern für den Zeitraum von einigen Wochen. Grund sind Mauersegler, die der beauftragte Artenschutzgutachter vor Beginn der Abrissarbeiten an zwei der Häuser (Nummer 418 und 420) gesichtet hat.

Rote Liste gefährdeter Brutvögel

„Das Artenschutzgutachten gehört zu den baulichen Auflagen, die es zu erfüllen gibt“, erklärt Investor Marc Wierig das Procedere. Auf die Ergebnisse des Gutachters muss die Behörde reagieren. Die Vögel stehen auf der „Roten Liste gefährdeter Brutvögel“, ihre Nester sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. „Viele Nistplätze der Mauersegler gehen durch Gebäudesanierungen verloren“, weiß Rainer Soest vom NABU-Ruhr. Mauersegler, erkennbar an ihren sichelförmigen Flügeln mit einer Spannweite von etwa 45 Zentimetern, sind Zugvögel. Sie verlassen unsere Region bereits im August wieder, um im südlichen Afrika zu überwintern.

Abwarten, bis die Vögel zum Überwintern nach Afrika ziehen


„Wir werden die paar Wochen bis dahin abwarten und die betroffenen Häuser nach Wegzug der Vögel abreißen“, erklärt Wierig gegenüber dem Borbeck Kurier. Den Zeitplan des Projektes gefährden die brütenden Mauersegler, die in rasanten Flugmanövern mit bis zu 200 km/h durch die Häuserschluchten jagen, dadurch nicht.

Zeitplan ist nicht in Gefahr

„Die beiden betroffenen Häuser stehen an der Stelle, an der später einmal die Zufahrt zu den Märkten angelegt werden wird“, erläutert der Investor. „Dass sie länger als ursprünglich geplant stehen bleiben, behindert uns nicht.“ Wierig rechnet mit der planmäßigen Fertigstellung des Aldimarktes, der im Zuge des ersten Bauabschnitts in Frintrop entstehen wird. Für den Bau des Rewe-Marktes ist bekanntlich ein Bebauungsplan notwendig. Das Verfahren läuft, die Pläne befinden sich derzeit in der Offenlegung.
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