Blume oder Kotelett? Rollatorentrupp auf Wildblumen-Exkursion

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Kornblumen, Ringelblumen ...: Vivienne Dobrzinski (re.) hatte einiges zum Probieren mitgebracht. Fotos: Debus-Gohl

Jeden Donnerstag macht sich der Rollatorentrupp des St. Maria Immaculata Altenwohn- und Pflegeheimes auf den Weg. Ein Spaziergang durch Borbeck, den Schloßpark oder die Dubois-Arena sorgt für Geselligkeit und erhält die Mobilität der Teilnehmer.

„Ich lese immer in der Zeitung von den schönen Veranstaltungen, die die NaJu für Kinder macht und dachte, das wäre auch eine tolle Sache für unsere Bewohner“, erzählt Claudia Graffweg-Breiderhoff, Mitarbeiterin des Altenwohnheimes. Der Kontakt zu Vivienne Dobrzinski, Biologin und zuständig für die Naturpädagogik bei der Naturschutzjugend in der Voßgätters Mühle, war schnell hergestellt.
Und so konnten jetzt 15 Teilnehmer bei einer Heilpflanzenwanderung durch den Schloßpark jede Menge Neues über die wohltuende Wirkung der Pflanzen, die oft unbeachtet am Wegesrand wachsen, erfahren.
Gut vorbereitet hat Dobrzinski zur Verkostung auch einige essbare Pflanzen mitgebracht, darunter die Ringelblume, die auf Wildblumenwiesen oder im heimischen Garten ihre leuchtend orangen Blütenkörbchen öffnet. Die musste natürlich auch probiert werden. „Ich nehme lieber ein Kotelett“, witzelte ein Teilnehmer.
Aber die kleinen orangen Blüten haben es in sich. Die Inhaltsstoffe werden in entzündungshemmenden Salben verarbeitet. Einige Teilnehmer erinnern sich auch an eine ganz andere Verwendung – das ist die Blume, die man klassischerweise für die Frage "Er liebt mich, er liebt mich nicht" verwendet hat.

Türkischer Drachenkopf: wie Melisse!

Auch die mitgebrachte Kornblume ist essbar und inspiriert die Teilnehmer sofort zum Anstimmen des altbekannten Liedes "Kornblumenblau".
Und Annemarie Kögler erinnert sich gern: „Meine Eltern hatten in Polen einen Bauernhof mit Getreidefeldern. Da wuchsen die Kornblumen ja als 'Ackerunkraut'. Mein Vater hat die gepflückt und Kornblumenwein angesetzt. Den durfte ich, obwohl ich noch ein Kind war, auch probieren. Er war sehr lecker.“
Bevor man sich weiter auf den Weg durch den Schlosspark macht, gibt es noch türkischen Drachenkopf, eine Pflanze aus der Familie der Lippenblütler, die stark nach Zitronenmelisse riecht und schmeckt, zu verkosten. „Wenn das so weitergeht, haben wir das Abendessen gespart“, freut sich eine Teilnehmerin.
Auch der Schlosspark hat viel Anschauungsmaterial zu bieten. Über die heilende Wirkung von Birke, Weide und Roßkastanie oder Weißklee, Brombeeren und Lavendel erfährt die Rollatorentruppe an diesem Nachmittag jede Menge Neues. Aber auch viele Erinnerungen an die eigene Jugend werden bei der Gruppe wach und an das damals oft selbstverständlich zwischen den Generationen weitergegebene Wissen um die Heilkraft der Pflanzen.

Text: Doris Brändlein
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