Wildschutzzaun fürs Essener Kamptal

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Der Wildschutzzaun hat sich gegen die Maschendraht- und Metall-Varianten durchgesetzt. Er soll sich gut in die Umgebung einfügen.
 
Die Karte zeigt das Gebiet, welches durch den Wildschutzzaun eingezäunt werden soll. Graphik: Umweltamt Essen

Ortsbegehungen, Gutachten, Kostenkalkulationen, Rechtslehre, kontroverse Diskussionen, lebhafte Bezirksvertretungssitzungen und strittige Berichterstattungen - das Schönebecker Buchenwäldchen und sein Schutz forderte den Beteiligten und Betroffenen in den vergangenen Monaten alles ab. Am Ende sorgt ein Wildschutzzaun für Einigkeit aller Lager.

„Wir haben einen guten Kompromiss gefunden“, lobte Ulrich Schulte-Wieschen (SPD Dellwig) die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe, welche auf Vorschlag von Bernd Schmidt-Knop, Betriebsleiter Grün und Gruga, im Rathaus getagt hatte. Das von Lokalpolitikern, Bezirksbürgermeister Helmut Kehlbreier, Vertretern des Bürger- und Verkehrsvereins Schönebeck, des Umweltamtes, von Grün und Gruga sowie der Forstverwaltung gemeinsam entwickelte Konzept konnte nun denn auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Der wichtigste Konsens: Ein Wildschutzzaun soll es werden, kein Maschendraht oder Metall (Gittermattenzaun). Lediglich, wenn der Bürger auch zukünftig die Abgrenzung, die auch noch mal durch Schilder markiert wird, ignoriere, müsse man über rigorosere, stabilere Lösungen nachdenken. Doch zeigten sich Umweltamt, Grün und Gruga wie auch die übrigen Beteiligten optimistisch, dass diese Lösung greifen werde. „Damit können alle leben“, bestätigte auch Klaus Diekmann (CDU Schönebeck), erleichtert über ein Ende der zweijährigen Debatte.

Rosen sind beschlossen

Schützen wird der Zaun nicht allein das Buchenwäldchen, sondern ebenso die benachbarte Landwirtschaftsfläche (rund 1,5 Hektar), welche durch Aufforstung den Naturschutzbereich vergrößern soll. Kosten soll dies die Stadt langfristig nichts, denn sie lege die Fläche nur an, die Kosten würden weitergegeben. So trägt die Aufforstung ein „Verursacher für einen vernichteten Wald“, wie es etwa im Beispiel Krupp-Park (Sportanlage ersetzt Waldfläche) geschehen soll.
1,60 bis 1,80 Meter soll der neue Zaun in der Höhe bekommen, zudem eingegraben werden, um auch vor Kaninchen zu schützen. Unstrittig ist, dass Wildrosen vor den Zaun gesetzt werden. Über die geeignete Bepflanzung dahinter muss noch entschieden werden. Die Rotbuche würde sich da anbieten, auch eine Traubeneiche, wie Förster Tobias Hartung informierte, sowie Straucharten (Schlehe, Weißdorn) böten Schutz, um nur einige Varianten zu nennen. Den angedachten Asche- oder Schotterweg lehnte die Arbeitsgruppe ab. Stattdessen soll ein Trampelpfad entstehen, der sich besser ins naturbelassene Gesamtbild einfügt.

Bei Bedarf stehen die Konzept-Planer für weitere Bürgerfragen und -anliegen zur Verfügung. Ansonsten können die Arbeiten - vermutlich zur Pflanzzeit nach dem Sommer - aber endlich beginnen. Der Zaunbau erfolgt dann voraussichtlich im nächsten Winter.


Gutachten
Die Diplom-Forstwirtin Kirstin Nieland wurde von der Verwaltung als Gutachterin herangezogen. Ihr Fazit: Der Buchenwald im Kamptal sei einzigartiger Lebensraum, welcher zwingend zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und Biotopvernetzung zu erhalten sei und vor intensiver Nutzung zu schützen. Durch weiträumige Umzäunung könnten dem Naturschutz, Forstschutz und der Verkehrssicherungspflicht nachgekommen werden.
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